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Die zwei Gesichter der Mercenaries

European Football League Die zwei Gesichter der Mercenaries

Die Marburg Mercenaries sind in der Gruppenphase aus der European Football League (EFL) ausgeschieden. Gegen die in allen Belangen überlegenen Kiel Baltic Hurricanes setzte es eine 10:67-Pleite.

Marburg. Als die Schiedsrichter am Sonntag das erste Viertel der EFL-Partie zwischen Marburg und Kiel beim Spielstand von 10:14 abpfiffen, hätte sich wohl keiner der 200 Zuschauer im Georg-Gaßmann-Stadion ausmalen können, wie das Spiel letztlich ausgehen würde: Am Ende hieß es 10:67.

Carsten Weber, Defensive Coordinator der Mercenaries, fand nach dem Spiel klare Worte: „Unsere Leistung in der zweiten Halbzeit ist schlichtweg inakzeptabel. So darf man einfach nicht einbrechen.“
Dabei ging die Partie gegen eines der besten Teams der GFL-Nord gut los. Marburg ging durch ein Field Goal von Daniel Katusic mit 3:0 in Führung. Der Stimmung der Fans nach machte sich Siegeshoffnung breit.
„Ich glaube, dass uns Kiel am Anfang ein wenig auf die leichte Schulter genommen hat“, vermutete Matthias Dalwig, Marburgs Headcoach.

Wenige Minuten später stand es jedoch bereits 3:14. Die Führung der Gäste hätte sogar noch höher sein können, doch Blake Bolles, Kiels Quarterback, warf das Spielgerät zweimal in die Arme der Marburger Verteidigung. Nachdem Marburgs Wide Receiver Philip Prohaska auf 10:14 verkürzen konnte, zog Kiel das Tempo an und kam in den letzten drei Minuten vor der Halbzeit noch zu zwei Touchdowns. So ging es beim Spielstand von 10:28 in die Kabine.

Durchwachsene Leistung

Nach Wiederanpfiff hatte Marburg zuerst Ballbesitz. Dieser währte jedoch nur kurz, denn der erste Spielzug der Mercenaries landete in den Armen der Kieler, da Marburgs Quarterback Bastian Berghaus seine dritte Interception warf.

Die Leistung des Reserve-Quarterbacks der „Söldner“ war wie zu erwarten durchwachsen: Einige Male demonstrierte er äußerste Passgenauigkeit wie beim Touchdown-Pass auf Prohaska. Allerdings zeigte er auch, dass ihm Spielpraxis und Erfahrung fehlen. So beging er vermeidbare Fehler beim Identifizieren der gegnerischen Defensivformationen, die insgesamt zu vier Interceptions führten. Berghaus haderte mit sich: „In der ersten Halbzeithabe ich einige Fehler gemacht. Die Interception direkt zu Beginn der zweiten Hälfte darf nicht passieren.“

Dalwig kündigte nach Spielende an, dass im nächsten GFL-Spiel in München gegen die Cowboys (6. Juni) der US-Amerikaner Brian Ensminger, der in der EFL nicht spielberechtigt war, wieder als Quarterback auf dem Spielfeld stehen werde. Der Headcoach der Mercenaries fügte jedoch Folgendes zu: „Wenn Basti aus seinen Fehlern lernt, dann könnte er mehr als die Nummer zwei sein.“

Alles klar in Hälfte Zwei

Die zweite Hälfte verlief mehr als einseitig: Kiel bewegte den Ball in der Offensive mit Leichtigkeit, Marburg nicht. Gleiches Bild in der Defensive: Kiel ließ wenig zu, Marburg dafür umso mehr. So fielen in Durchgang zwei insgesamt 39 Punkte für die Kieler zum Endstand. Somit sind die Marburg Mercenaries aus der European Football League sang-, klang- und sieglos ausgeschieden.

„Wir haben viele Reserve- und Nachwuchsspieler eingesetzt. Auch weil wir viele Verletzte momentan haben. Mit der ersten Hälfte bin ich ganz zufrieden. Die zweite war unseren Fans aber nicht würdig. Da muss man einfach zugeben, dass uns momentan die Klasse fehlt, um mit einem Team wie Kiel mitzuhalten“, resümierte Dalwig.

von Benjamin Kaiser

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