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Die neue Bedrohung von außen

Basketball: Blue Dolphins Die neue Bedrohung von außen

Der BC Pharmaserv Marburg hat bei seinem Auftritt im ersten Saisonspiel mächtig Spaß gemacht. Auf den Prüfstand kommt das Stimmungshoch an diesem Wochenende beim Doppelspieltag.

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Beim Kaphingst-Cup hatte Stephanie Lee (2. von links) spektakulär von der Mittellinie getroffen. Aber auch normale Dreier gehören zum Repertoire der Centerspielerin.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Gleich zu Beginn des dritten Viertels bekam Tonisha Baker bei einem Pass Nördlingens die Finger noch an den Ball und klärte ins Aus. Sofort feuerte BC-Trainer Patrick Unger seinen Shooting Guard an und beide klatschten ab. Es war nicht die entscheidende Szene beim 80:60-Auftaktsieg. Aber doch eine sinnbildliche, die zeigt, wofür die Blue Dolphins in dieser Bundesliga-Saison stehen sollen: unermüdlicher Einsatz und hartes Arbeiten in der Defense.

Gerade die Abwehrarbeit hatte Unger in der ersten Hälfte gar nicht gefallen, obwohl Marburg schon mit neun Punkten (41:32) führte. „Wir haben viele Fehler gemacht“, sagte der Trainer unmittelbar nach dem Spiel und fand - für den Außenstehenden überraschend - sogar: „Wir haben grottenschlecht verteidigt.“

Gar so schlecht war es nicht. Insbesondere die Spielerinnen auf den kleinen Positionen setzten ihre Gegnerinnen ständig unter Druck. Unger sprach bei Patricia Benet über „eine spielkontrollierende Aufbauspielerin“. Gemeint war, typisch Unger, weniger die Leistung in der Offensive als in der Defensive. Doch auch mit klugen Pässen (vier Assists) und immerhin fünf Punkten (ein Dreier) überzeugte die Spanierin.

Gaudermann mit wieselflinken Beinen

Noch auffälliger agierte Julia Gaudermann, die die ersten fünf ihrer insgesamt zwölf Punkte zur 5:0-Führung erzielte. Im Angriff war der Wirbelwind ein ständiger Gefahrenherd für Nördlingen. Darüber hinaus setzte sie ihre Mitspielerinnen mit klugen Pässen in Szene, sechs Vorlagen verbuchte die 23-Jährige. Noch dazu nervte sie die gegnerischen Aufbauspielerinnen mit ihren wieselflinken Beinen gewaltig. Sidney Parsons, Alysha Womack und Co. hatten ständig eine Hand vor der Nase und wurden - wie auch von Benet - empfindlich gestört. Drei Nationalspielerinnen hat Marburg in Birte Thimm, Finja Schaake und Neuzugang Svenja Greunke im Kader. Sollte Gaudermann weiter so brillieren wie zum Auftakt, möchte man dem Bundestrainer nicht nur angesichts des EM-Qualifikationsspiels im November gegen die Ukraine raten: Bastian Wernthaler, schauen Sie doch mal wieder in Marburg vorbei!

Auch im Angriff zeigten sich die Blue Dolphins im Vergleich zur Vorsaison deutlich verbessert. Schon im ersten Saisonspiel waren schöne Spielzüge zu erkennen, die über das simple Blocken und Abrollen („Pick and Roll“) hinausgingen. Teilweise drei Spielerinnen waren eingebunden, die mit schnellen Pässen und einstudierten Laufwegen Nördlingen reichlich verwirrten und so immer wieder freie Wurfchancen kreierten.

Nicht nur Schaake muss von Gegnern kalt gestellt werden

Besonders gefährlich macht die Marburgerinnen ihre Stärke von außen. Im Vorjahr beschränkte sich die Auswahl auf Finja Schaake und Tonisha Baker. Insbesondere Schaake hatte darunter zu leiden, dass sich ihre Gegnerinnen leicht darauf einstellen konnten. Die Trefferquote der Flügelspielerin von jenseits der Dreipunktelinie sank auf schwache 21 Prozent.

In diesem Jahr ist es nicht damit getan, Schaake aus dem Spiel zu nehmen. „Selbst Stephanie Lee kann Dreier schießen, wenn sie gut drauf ist“, sagt Patrick Unger. Gegen Nördlingen konnte die US-Centerspielerin das mit zwei Fehlversuchen zwar noch nicht unter Beweis stellen. Dafür wurden die Gäste aber von sechs verschiedenen BC-Spielerinnen mit zehn Dreiern eingedeckt.

Am Wochenende wird sich gleich zweimal zeigen, ob die nächsten Gegner besser auf die neue Bedrohung von außen eingestellt sind. Das Marburger Stimmungshoch steht morgen (20 Uhr) bei den Halle Lions und am Sonntag (16 Uhr, Gaßmann-Halle) gegen die Avides Hurricanes Rotenburg/Scheeßel auf dem Prüfstand.

Der Spieltag
Nördlingen Donau-Ries - Rotenburg/Scheeßel, Saarlouis - Wasserburg, Osnabrück - Freiburg (alle Fr., 19.30 Uhr),Halle - Marburg, Chemnitz - Herne, Ober-hausen - Keltern (alle Fr., 20 Uhr), Halle - Oberhausen, Wasserburg - Chemnitz, Freiburg - Nördlingen Donau-Ries, Marburg - Rotenburg/Scheeßel (alle So., 16 Uhr), Herne - Osnabrück (So., 16.30 Uhr), Keltern - Saarlouis (So., 17.30 Uhr).

von Holger Schmidt

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