Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Die letzten Schritte entscheiden

Leichtathletik-Hessenmeisterschaften Die letzten Schritte entscheiden

Zwar gab es für die heimischen Athleten einige gute Ergebnisse bei den Hessenmeisterschaften in Kassel. Insgesamt überwog aber die Kritik an der Generalprobe für die Deutschen Meisterschaften an gleicher Stelle.

Voriger Artikel
Wetters Koch: "Wir hatten die Hosen voll"
Nächster Artikel
Türk Gücü muss vier Tore schießen - mindestens

Auf den letzten Metern überholte Leah Simon (rechts) noch Julia Merbach im Kirchhainer Duell um den 800-Meter-Titel.Fotos: Helmut Schaake

Kassel. Pleiten, Pech und Pannen nur zwei Wochen vor der DM im Auestadion: Der Stabhochsprung musste wegen eines Marderbisses in die Sprungmatte ausfallen; durch erhebliche Schwierigkeiten mit dem EDV-System kam es zu enormen Verschiebungen im Zeitplan; zudem zogen es viele hessische Top-Athleten vor, ihre Generalprobe lieber in Regensburg oder Berlin zu absolvieren. Und Hochsprungstar Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt) leistete sich nach ihrer Babypause einen klassischen „Salto Nullo“ und schaffte keinen ihrer drei Versuche über 1,76 Meter beziehungsweise 1,79 Meter.

Überhaupt sah man spärliche Teilnehmerfelder, so auch bei den 5000-Meter-Läuferinnen, wo in Christina Walloch (TV Wiesbaden), Anna Reuter (PSV GW Kassel) und Sonja Kiefer (ASC Breidenbach) nur drei an der Startlinie standen. Walloch setzte sich mit einer schnellen Schlussrunde vor der 29-jährigen Dautphetalerin Reuter in 17:21,93 Minuten zu 17:28,33 Minuten durch. Abgeschlagen kam Kiefer nach 18:38,22 Minuten ins Ziel.

Spannung pur bis zum letzten Meter gab es beim 800-Meter-Lauf der Frauen, wo die Kirchhainer Mittelstrecklerinnen mit ihrem Doppelsieg der Favoritenrolle gerecht wurden. Fünf Meter vor der Ziellinie sah es so aus, als ob Merbach gewinnen könnte, doch mit den letzten beiden Schritten zeigte Titelverteidigerin Leah Simon in 2:14,46 zu 2:14,53 Minuten ihren großen Kampfgeist und holte sich den Titel. Auf dem Bronzerang folgte Nina Howorka (ASC Darmstadt) in 2:15,11 Minuten.

Römers erster Versuch bringt Kugelstoß-Sieg

Die Wurfanlage befand sich außerhalb des Stadions, sodass die Wettbewerbe praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wurden. Hier machte in Patrizia Römer - jetzt im Trikot des TSV Frankenberg - die nächste Kirchhainerin gleich im ersten Versuch im Kugelstoßen den Titelgewinn klar. Dabei zeigte sie eine gute Serie mit der 4-kg-Kugel und der neuen Bestweite von 14,23 Meter vor Lea Menzel (TV Neu-Isenburg) mit 13,66 Meter.

Die große Kunst des Dreisprungs liegt darin, mit hoher Geschwindigkeit anzulaufen und nacheinander drei Sprünge „Hop“, „Step“, „Jump“ zu absolvieren. Hinter der Siegerin in der U18, Lara Christmann (LG Odenwald/11,45 m) zeigte die 16-jährige Anna-Lena Rink (FV Wallau) eindrucksvoll, dass sie die Technik schon beherrscht. Sie setzte eine tolle Serie mit allen drei Sprüngen jenseits von 10,70 Metern in die Grube. Im dritten Versuch gelang ihr dann der Silbersprung auf die neue Bestweite von 10,99 Meter, wobei sie beim Absprung noch gut 15 Zentimeter verschenkt hatte. Ebenfalls stark verbessert zeigte sich Nina Hübner (TSV Kirchhain) als Fünfte mit 10,34 Metern.

Genz kommt im Weitsprungnah an 7-Meter-Marke heran

Bei den Männern war das Siegerduo über 800 Meter, Marko Arthofer (LG VfL Bensheim/ 1:50,34 Min.) und Oliver Beck (TSV Pfungstadt/1:51,79 Min.), schnell unterwegs. Platz vier belegte Lukas Ruckert (TSV Rosenthal) in 1:57,16 Minuten, als Neunter verbesserte Tobias Schulz (FV Wallau) seine Saisonbestzeit auf 2:20,68 Minuten.

Das 1500-Meter-Rennen wurde mit zehn Sekunden Vorsprung von Ruben Zillig (LG VfL Bensheim) in 3:56,54 Minuten gewonnen. Platz fünf belegte Arnfried vom Hofe (VfL Marburg), der sich aber einen schnellere Zeit als 4:08,49 Minuten vorgenommen hatte.

Über 5000 Meter siegte Lokalmatador Jens Nerkamp (PSV GW Kassel) im Alleingang in 14:51,86 Minuten. Als Sechster musste Marc Feussner (ASC Breidenbach) mit 16:14,45 Minuten am Ende seinem zu schnellen Anfangstempo Tribut zollen.

Im Weitsprung scheint es nur eine Zeitfrage zu sein, bis der 18-jährige Lennart Genz (TSV Eintracht Stadtallendorf) auch im Freien die 7-Meter-Marke knackt. In Kassel war er ganz dicht dran und landete im dritten Versuch bei 6,95 Metern auf dem Bronzerang. Nur drei Zentimeter trennten ihn vom zweiten Platz, auf dem Sven Eichel (SSC Vellmer) landete. Sieger wurde Philipp Imhof (Alsfelder SC) mit 7,15 Metern.

Danach startete Genz noch über 100 Meter. Im Finale stellte der Stadtallendorfer als Siebter eine neue persönliche Bestzeit von 11,29 Sekunden auf. Extraklasse war im Finale Florian Daum (Wiesbadener LV) in 10,69 Sekunden vor Steven Müller (LG Friedberg/10,76 Sek.). Daum trumpfte in 21,27 Sekunden auch über die 200 Meter als Sieger auf.

Im Diskuswurf der Männer belegte der Marburger Student Nils Kollmer (TSV Frankenberg) bei völliger Windstille mit 51,83 Meter hinter dem favorisierten Sebastian Dietl mit 52,28 Meter den Silberplatz.

Über die 400-Meter-Stadionrunde siegte Philipp Kleemann (SG Johannesberg) in 48,80 Sekunden. Mit der Winzigkeit einer Hundertstelsekunde verpasste Alexander Sznyta vom TSV Kirchhain als Fünfter mit 50,68 Sekunden seinen Hausrekord.

Edelmetall für heimische Hammerwerferinnen

Den Hochsprung der weiblichen U18 gewann Jenna Fee Feyerabend (TV Groß-Gerau/Jahrgang 2002) mit außergewöhnlich starken 1,77 Metern. Schnell war das 1500-Meter-Rennen der weiblichen Jugend U18, wo sich Lisa Oed (SSC Hanau Rodenbach) gegen Eva Dieterich (PSV Grün-Weiß Kassel) in Bestzeit von (4:37,59 zu 4:37,86 min) durchsetzte und im Spurt Lena Ritzel (VfL Marburg) noch ihren dritten Platz verlor. Sie musste sich nach 4:54,54 Minuten mit Rang fünf zufrieden geben.

Die beiden Stadtallendorfer Hammerwerferinnen Alina Genz (TSV Eintracht Stadtallendorf) mit blanken 50 Metern und Isabell Weitzel (ESV Jahn Treysa) mit 47,64 Meter standen mit Silber und Bronze auf dem Podest. Siegerin wurde die in einer anderen Liga werfende und zur absoluten deutschen Spitzenklasse zählende Carolin Paesler (LG Eintracht Frankfurt) mit 65,78 Metern.

von Helmut Schaake

Voriger Artikel
Nächster Artikel
De Höhner in der Stadthalle

Kultband „Höhner“ machte Marburg vor 470 begeisterten Fans im Erwin-Piscator-Haus zum Kölner Stadtteil