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Die Zeichen stehen auf Abstieg

Fußball-Verbandsliga Mitte Die Zeichen stehen auf Abstieg

Nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen die SG Oberliederbach haben die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg den Klassenerhalt am letzten Spieltag nicht mehr in eigener Hand.

Marburg. „Wenn wir uns heute aus der Liga verabschiedet haben, wovon ich ausgehe, dann haben wir es zumindest mit Anstand und Würde getan, weil wir ein gutes Spiel gemacht haben. Ich kann der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen, was Einsatz, Wille, Moral, Lauf- und Kampfbereitschaft angehen“, gab ein sichtlich enttäuschter SF/BG-Coach Andreas Sinkel nach dem Abpfiff zu Protokoll.

In der Tat hätte seine Elf, die über weite Strecken der fairen Partie den Ton angab, nach 94 intensiven wie spannenden Minuten, in denen die Gastgeber nichts unversucht ließen, einen Punkt verdient gehabt. Doch einmal mehr hieß es: Und täglich grüßt das Murmeltier.

Paehr für Möller im Tor

„Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann wieder die Chancenverwertung“, wusste Sinkel, der seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche gleich auf mehreren Positionen umgekrempelt hatte - unter anderem mit Claudius Paehr, der Stammkeeper Timo Möller ersetzte. Durch Finn Busmann (13., 21.), Jonas Herberg (14.), Jan Eberling (29.) und Jan Löwer (35.) kam die Heimelf schon vor dem Kabinengang zu reihenweise guten Torchancen. Die Latte (13., 29.), der gut aufgelegte SG-Keeper Michael Kornmesser (35.), aber auch Pech sowie fehlende Genauigkeit und Konsequenz im Torabschluss verhinderten Zählbares.

So auch im zweiten Durchgang, als es Alexander Lauer (60., 76.), Jan Löwer (60.) und Enrico Zucca (80.) verpassten, gegen auf Konter lauernde, aber nichts herschenkende Gäste gute Einschussmöglichkeiten zu nutzen.

„Wenn man in dieser Liga die Chancen nicht nutzt, dann hat man da einfach auch nichts verloren“, gab sich Sinkel selbstkritisch. Ein Stockfehler von André Berger im Mittelfeld verhalf der SG, die diesmal tiefer stehende und kompaktere Defensive der Gastgeber zu knacken, als Daniel Koch Robin Ackermann auf die Reise schickte und der die zweite gute Torchance der Gäste zur 1:0-Pausenführung verwertete (45. + 1).

Gegen drängende Platzherren war es in Tobias Merz der Sportliche Leiter der Oberliederbacher, der auf 2:0 erhöhte (90.). Es war ein vermeidbares Gegentor, denn bei der Vorlage von Nils Pitas, der sich gegen zwei Gegenspieler durchgesetzt hatte, waren die Blau-Gelben im eigenen Strafraum klar in Überzahl. „Wenn man auf eine Dreierkette umstellt, gehst du immer das Risiko, ein Gegentor zu fangen. Leider fangen wir eher Gegentore als dass wir Tore schießen“, haderte Sinkel, für dessen Team Clemens Haberzettl per verwandeltem Handelfmeter mit dem Schlusspfiff nur noch für Ergebniskosmetik sorgte (90. + 4).

Breidenbach ist gesichert

Rechnerisch haben die Sportfreunde (30 Punkte) am letzten Spieltag gegen Biebrich noch die Chance auf den Klassenerhalt, da Kinzenbach (gegen Wieseck) und Schwanheim (gegen Oberliederbach) nur einen Punkt Vorsprung auf die Marburger haben. Grund zur Freude dürfte die SF/BG-Niederlage im Hinterland ausgelöst haben, hat Breidenbach den Klassenerhalt dadurch vorzeitig sicher.

Anders sieht es bei den heimischen Gruppenligisten aus: Sollten Kinzenbach oder Marburg „runter“ müssen, gibt es in der Region Gießen/Marburg einen vierten Absteiger.

Tore: 0:1 Robin Ackermann (45. + 1), 0:2 Tobias Merz (90.), 1:2 Clemens Haberzettl (90. + 4, HEM). Marburg: Paehr - Eberling, Berger, Weidenhausen, Kleemann (57. Leinweber) - Kuschnir (77. Zucca) - J. Löwer (66. Shintani), Lauer, Busmann, Haberzettl - Herberg. Oberliederbach: Kornmesser - Senftleben (62. Pavlenko), Weller, Drescher, Hame - Hirschle - Janke (88. Kappes), Pitas, Koch, Kamba - Ackermann (72. Merz). Schiedsrichter: Christian Krafft (Volkmarsen). Gelbe Karten: Herberg, Haberzettl / Ackermann, Hame, Weller. Zuschauer: 150. Beste Spieler: Haberzettl, Eberling / Kornmesser, Hirschle.

von Marcello Di Cicco

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