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„Die Sicherheit hat absoluten Vorrang“

4 Fragen, 4 Antworten zur Fußballländerspiel-Absage „Die Sicherheit hat absoluten Vorrang“

Am Tag eins nach der Länderspiel-Absage von Hannover wegen einer Terror-Warnung gab es bemerkenswert viele unterschiedliche Reaktionen seitens des Sports.Wie der Sportkreis Marburg-Biedenkopf auf die Absage reagiert, erläutert sein Vorsitzender Jürgen Hertlein.

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Jürgen Hertlein ist Vorsitzender des Sportkreises Marburg-Biedenkopf.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. OP: Was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie von der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover erfahren haben?

Jürgen Hertlein: Die Nachricht habe ich im Auto gehört. Zunächst war ich, wie wohl jeder Sportbegeisterte, geschockt. Man denkt an die vielen Fans, die angereist sind. Sie waren sicher zunächst enttäuscht. Natürlich denkt man auch an die Spieler der Nationalmannschaften. Alle Vorbereitungen sowohl sportlich als auch organisatorisch waren umsonst. Das Spiel sollte eine Solidaritätsbekundung gegenüber Frankreich sein. Ein Millionenpublikum an den Fernsehschirmen im In- und Ausland hat sich darauf gefreut, mich eingeschlossen. Ich dachte aber auch an die, die diese Entscheidung zu fällen hatten: eine schwere Entscheidung! Was waren wohl die Hintergründe? Ich glaube nicht, dass die Absage leichtfertig erfolgte. Die Sicherheit hat absoluten Vorrang. Das müssen wir akzeptieren.

OP: Welche Konsequenzen wird die Absage des Länderspiels nicht nur auf den Fußball, sondern auf den gesamten Sport haben?

Hertlein: Wir werden künftig, so denke ich, erhöhte Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen in allen Sportbereichen hinnehmen müssen. Dies gilt für alle Ballsportarten, alle Wintersportereignisse, alle nationalen und internationalen Sportveranstaltungen. Wir dürfen aber auch nicht überreagieren. Der Sport hat seinen Platz in unserer freiheitlichen Gesellschaft. Dabei müssen wir uns bewusst machen, dass es, wie auch in vielen Kommentaren bestätigt, keinen absoluten Schutz gibt. Absagen von Sportgroßereignissen müssen, wie dies sicher in Hannover der Fall war, begründet sein. Ich hoffe, sie bleiben die Ausnahme.

OP: Es war im Gespräch, die Spiele der Fußball-Bundesliga am kommenden Wochenende abzusagen. Würden Sie im Fall der Fälle bezogen auf den Landkreis mitziehen und hierzulande Sportveranstaltungen absagen - zum Beispiel das Frauenbasketball-EM-Qualifikationsspiel am kommenden Mittwoch?

Hertlein: Wir würden uns dem Terror beugen, würden wir die Spiele der Fußball-Bundesliga absagen. Wie bereits gesagt, sollten aber die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden. Im Landkreis Marburg Biedenkopf ist mir keine Spielabsage bekannt. Bei konkreten Hinweisen sollte das die Politik gemeinsam mit den Verantwortlichen im Sport entscheiden. Für das Europameisterschafts-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Ukraine ( siehe Artikel hier) am kommenden Mittwoch werden wir interne Sicherheitsmaßnahmen treffen. Darüber hinaus haben wir am Mittwoch über das Sportamt Marburg das Ordnungsamt gebeten, uns mitzuteilen, ob entsprechende Vorkehrungen zu ergreifen sind.

OP: Haben bereits Gespräche stattgefunden zwischen dem Sportkreis und der Politik und/oder der Polizei beziehungsweise gibt es „nach Hannover“ von Ihrer Seite Gesprächsbedarf?

Hertlein: Bisher haben wegen der Kürze der Zeit noch keine Gespräche mit der Politik stattgefunden. Wegen des Basketballspiels werden wir uns jedoch - wie bereits erwähnt - mit den Ordnungsbehörden in Verbindung setzen.

von Michael E. Schmidt

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