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Die Regionalliga ist schon in Sicht

Mirco Geisler Die Regionalliga ist schon in Sicht

Vom SC Gladenbach über den JFC Frankfurt und FSV Mainz 05 zu Kickers Offenbach - der 16-jährige Mirco Geisler legt für sein Hobby weite Wege zurück. Der Erfolg entschädigt aber für den großen Aufwand.

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Der Gladenbacher Mirco Geisler kickt für die Junioren von Kickers Offenbach.

Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach. Sich nur schnell die Sporttasche greifen, Haustür auf und zu Fuß die wenigen Hundertmeter zum Trainingsgelände zurücklegen - was für viele Jugendfußballer das übliche Prozedere vor dem Training ist, ist für Mirco Geisler allenfalls eine Wunschvorstellung.

Viermal pro Woche zieht es den Gladenbacher zum Training. Allerdings nicht (mehr) zum vergleichsweise nahe gelegenen Sportgelände des GSC an der Biedenkopfer Straße, sondern zum Wiener Ring in Offenbach. Etwas mehr als 100 Kilometer hin - und genauso viel wieder zurück. „In der Regel bin ich erst gegen zehn Uhr wieder zu Hause“, sagt Mirco, der betont, dass dieser Aufwand ohne die Unterstützung der Familie nicht möglich wäre.

Schon nach der E-Jugend zog‘s ihn in die Ferne

Neu ist es für den 16-Jährigen und seine Familie ohnehin nicht, dass die Wege für die Ausübung des Hobbys etwas weiter sind als bei vielen anderen. Denn Mirco, der bislang die Europaschule Gladenbach besuchte und nach den Ferien sein Fachabitur an den Kaufmännischen Schulen Marburg macht, wechselte bereits nach der E-Jugend in die Ferne.

Mit vier Jahren begann er das Fußballspielen beim SC Gladenbach, wo schnell klar wurde, dass er mehr Talent hat als so manch anderer. „Obwohl ich noch E-Jugendlicher war, habe ich schon in der D-Jugend gespielt“, erinnert er sich. Kreisauswahl, DFB-Stützpunkt, Regional- und Hessenauswahl - nicht nur auf Förder- und Sichtungsebene hat der Gladenbacher seither alles durchlaufen. Auch für viele namhafte beziehungsweise renommierte Klubs hat er schon gespielt, einige bekannte Gesichter gesehen - so zum Beispiel beim JFC Frankfurt, der Anfang Juli mit dem Hessenligisten SC Hessen Dreieich fusioniert ist.

Seine zwei D-Junioren-Jahre verbrachte Mirco bei dem Verein aus der Mainmetropole, wurde dort von Igor Simonov trainiert. Die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Profi des mehrfachen ukrainischen Meisters Schachtar Donezk sollte sich noch auszahlen. „Er hat seine Spieler auf verschiedenen Positionen ausgebildet und es damit begründet, dass Spieler, die jede Position spielen können, später interessanter für Vereine sind“, erzählt Mirco.

Über den FSV Mainz 05, der schon vorher versucht hatte, Mirco in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt zu lotsen, und für den der Gladenbacher für zwei C-Junioren-Spielzeiten die Schuhe schnürte, gelangte er ab der B-Jugend schließlich zum Traditionsklub Offenbacher Kickers, bei dem er seinen Vertrag jüngst verlängert hat - kein Wunder: Denn nicht nur die Erfolge, sondern auch die Perspektive beim OFC kann sich sehen lassen.

In der vergangenen Saison beendete der OFC die Hessenliga-Runde der B-Junioren punktgleich mit dem FSV Frankfurt. Im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft setzte sich das Team um Mirco, der zumeist als „Sechser“, rechter Außenverteidiger oder auf dem rechten Flügel eingesetzt wird, mit 2:1 gegen die Bornheimer durch und darf sich damit Hessenmeister nennen - und mehr noch.

Meiste SpieIzeit in der vergangenen Runde

Dem 16-Jährigen, der in der vergangenen Spielzeit fünf Treffer für die Kickers erzielte und sogar auf die meisten Einsatzminuten kommt, gelang mit seinem Team anschließend auch der Aufstieg in die B-Junioren-Bundesliga. Nach einem 1:1 im Aufstiegshinspiel setzte sich der OFC im Rückspiel vor knapp 1500 Zuschauern mit 3:1 gegen den 1. FC Saarbrücken durch. Mit einem Treffer in der Nachspielzeit beseitigte Mirco höchstpersönlich alle Zweifel am Triumph.

Da der Realschulabsolvent nun in die A-Jugend aufsteigt, heißt es nach den Ferien aber nicht Bundes-, sondern wieder Hessenliga. „Ich hoffe deshalb, dass wir es mit der U19 gleich in der ersten Saison schaffen, aufzusteigen, damit ich auch mal Bundesliga spielen kann“, nennt der Gladenbacher ein Ziel. Ein zweites: den Sprung in den Regionalligakader schaffen. Die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht.

Jüngst überzeugte sich Oliver Reck, Trainer der ersten OFC-Seniorenmannschaft, von den Fähigkeiten des 16-Jährigen und stellte ihm gar in Aussicht, demnächst ein Probetraining mit dem Viertliga-Team zu absolvieren, wenn die Leistung weiterhin stimmt.

„Die Tatsache, dass ich verschiedene Positionen spielen kann, hilft da schon sehr weiter“, meint Mirco Geisler.

von Marcello Di Cicco

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