Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Die Mercenaries sind bereit für den Kickoff

German Football League Die Mercenaries sind bereit für den Kickoff

Für die Marburg Mercenaries startet am Sonntag die German-Football-League-Saison. Ziel ist die Playoff-Teilnahme. Doch dafür muss eine Baustelle im Team möglichst schnell abgearbeitet werden.

Voriger Artikel
Behält Stadtallendorf Lehnerz-Punkte doch?
Nächster Artikel
Das dynamische Duo

Viel Verbesserungsbedarf: Die Offensive Linemen der „Söldner“ müssen zu einer Einheit zusammenwachsen.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Am Sonntag ist es so weit. Dann werden im Marburger Georg-Gaßmann-Stadion die Helme eng geschnallt, die Mundschützer zwischen die Zähne geschoben und die Mercenaries-Trikots übergestreift. Es ist wieder die Zeit für harte Tackles und präzise Pässe. Die Saison beginnt gegen die Rhein-Neckar Bandits.

Spieler und Trainer wollen nach der vergangenen Spielzeit, in der die „Söldner“ lediglich drei Siege aus 14 Spielen holten und zum ersten Mal seit zwölf Jahren die Playoffs verpassten, wieder „ansehnlichen Football“ zeigen, wie Matthias Dalwig sagt. Laut dem Head Coach sei die Stimmung im Team gut: „Die Spieler scharren schon mit den Füßen. Wir Coaches hätten gerne noch ein wenig mehr Vorbereitungszeit.“

Trainer wollen nun einmal alles im kleinsten Detail geplant wissen. Die Zeit könnte dem Trainerstab auch dienen, um wichtige Entscheidungen in Sachen Spielerpersonal zu fällen.„Es sind seit der Vorbereitungszeit, die im Oktober letzten Jahres angefangen hat, sehr viele Neulinge dabei. Wir hatten zwischenzeitlich über 70 Trainingsteilnehmer. Zu den Spielen dürfen wir aber nur 50 Spieler mitnehmen. Wir müssen also einige Spieler an die zweite Mannschaft verweisen“, erklärt Dalwig, der sich ansonsten über die „großartige Resonanz“ freut.

Trainer fördert junge Spieler

Um wieder in die Playoffs zu gelangen, müssen vor allem Tackling und Special Teams verbessert werden. Zu häufig verpassten Defensivspieler den gegnerischen Ballträger, zu oft kassierten die „Mercs“ Touchdowns nach Kicks und Punts zur gegnerischen Mannschaft. Um diese Mängel abzustellen, wurden in der Vorbereitungszeit spezielle Trainingseinheiten absolviert.

Freude bereitet dem Cheftrainer hingegen die Entwicklung einiger junger Spieler aus der eigenen Jugend, die laut Dalwig in dieser Saison „eine entscheidende Rolle“ spielen werden. Solche Nachwuchsspieler sind für die sportliche Zukunft des Vereins essenziell. Denn im Gegensatz zu anderen Teams in der GFL haben die Mercenaries nicht die finanziellen Mittel, um sich einen Kader zusammenzukaufen, wie beispielsweise Aufsteiger und Liga-Krösus Frankfurt Universe.

Ebenso wie Dalwig sieht auch Jimmy Yock, der die Position des Safety spielt, die Defensive gut aufgestellt. „Ich denke, wir sind solide. Ein wenig Sorgen macht mir aber unsere Passverteidigung.“ Nach langer Verletzungspause arbeitet Yock, gebürtiger US-Amerikaner und Mercenaries-Urgestein, noch an seiner körperlichen Fitness. Spielen wird er am Sonntag „auf jeden Fall“. In guter Form ist er einer der besten Safeties der Liga. Und auch wenn er nicht 100-prozentig fit ist, wird er mit seiner Erfahrung und Spielintelligenz eine Bereicherung sein.

Sorgenkind Offensive

Eine Positionsgruppe ist eine große Baustelle, auf der noch viel gearbeitet werden muss - die Offensive Line. Für lange Jahre war eine dominante Offensive Line das Rückgrat des Erfolgs für die „Mercs“. Doch diese Zeiten sind vorbei. Zu viele Abgänge musste das Team in den vergangenen Jahren hinnehmen. Um den Nachbesserungsbedarf weiß der Verein. Laut Dalwig kämen noch zwei Offensive Linemen aus den USA in den kommenden Wochen dazu. „Wir hoffen, dass einer der beiden noch in dieser Woche nach Marburg kommt und am Sonntag spielen kann. Der andere wird wohl erst Anfang Juni zu uns stoßen“, informiert Dalwig.

Trotz der Probleme in der Offensive Line gibt sich Dalwig­ optimistisch. Er glaubt an sein Team. „Wer vor der Saison bangt, der hat in diesem Geschäft nichts verloren. Denn dann geht es wahrscheinlich tatsächlich schief“, meint Dalwig, für den der vierte und gleichzeitig letzte Playoff-Platz das Saisonziel ist. Auf den Plätzen eins bis drei sieht er die Schwäbisch Hall Unicorns, die Allgäu Comets und den Aufsteiger aus der GFL 2, die Frankfurt Universe.

Letzterer Verein gibt sich als Liga-Krösus. Der Etat der Frankfurter übersteigt den der Mercenaries um ein Vielfaches. Doch Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski gibt sich kämpferisch: „Noch sind wir Nummer eins in Hessen!“ Der Vereinsboss spricht es zwar nicht aus, aber ein oder zwei Siege im Duell um die Football-Vorherrschaft in Hessen würde Präsident, Trainerstab und Spielern eine erfolgreiche Saison noch ein wenig versüßen.

von Benjamin Kaiser

 
Die Defensive

Defensive Linemen (DL) üben Druck auf den Quarterback aus, stoppen auch das gegnerische Laufspiel. Middle Linebackers (MLB) und Outside Linebackers (OLB) schließen bei Laufspielzügen die Lücken zwischen den Defensive Linemen, decken bei Passspielzügen Wide Receiver in der Mitte des Feldes.

Cornerbacks (CB) sollen Wide Receiver decken.

Free Safety (FS) und Strong Safety (SS) sollen Wide Receiver stoppen, die an den Cornerbacks vorbeikommen, können aber auch je nach Spielsituation in der Laufverteidigung aushelfen. Diese Aufgabe kommt eher dem Strong Safety zu.

 
Eine typische Aufstellung von Defensive (oben) und Offensive. Die weiße Linie ist die „Line of Scrimmage“, wo vor jedem Spielzug der Ball liegt. Die Abkürzungen und Positionen erklären wir in den beiden Hintergrundkästen unten. Grafik: Nikola Ohlen
 
Die Offensive

Der Quarterback (QB) ist der Schlüsselspieler. Der Spielmacher bekommt den Ball vom Center und hat drei Möglichkeiten: werfen, den Ball an den Running Back übergeben oder selbst laufen.

Wide Receiver (WR) sind die Anspielstationen für den „QB“, laufen verschiedene Routen, um sich für die Pässe anspielbar zu machen.

Der Running Back (RB) soll über die Laufwege, die ihm seine Offensive Linemen frei blocken, Raumgewinn erzielen.

Der Full Back (FB) blockt für den „RB“ und den „QB“, wird manchmal auch als „RB“ eingesetzt.

Der Center (C) ist der Anführer der Offensive Line (OL) und bringt sie häufig in Position. Der Left Guard (LG) und der Right Guard (RG) sowie der Left Tackle (LT) und der Right Tackle (RT) sind die übrigen Positionen der „OL“. Wie der Center sollen sie ihrem „QB“ bei Passspielzügen die Defensive Linemen vom Hals halten und bei Laufspielzügen dem Running Back Laufwege zwischen den Defensive Linemen freiblocken.

Der Tight End (TE) ist eine Mischung aus Offensive Lineman und Wide Receiver, muss blocken und Pässe fangen können.

 
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Good job, girl

Mehrmals pro Woche trainieren die Marburg Mercenaries für die kommende Footballsaison. OP-Volontärin Ruth Korte war bei einem Training dabei.

mehr
Das dynamische Duo

Auch in diesem Jahr haben die „Mercs“ Spieler aus den USA verpflichtet. Vor allem vom Quarterback und vom Running Back darf Großes erwartet werden.

mehr
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?