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Die Hoffnung in Cappel "stirbt zuletzt"

Fußball, Kreisoberliga-Zwischenbilanz Die Hoffnung in Cappel "stirbt zuletzt"

Es wäre schon ein kleines Fußball-Wunder, sollte der FSV Cappel den Klassenerhalt noch schaffen. In der Restrunde setzt Trainer Klaus Fischer auf den guten Teamgeist und vertraut dabei seiner ­jungen Mannschaft.

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So würde er sich in der Restrunde gern öfter sehen: Cappels Trainer Klaus Fischer (rechts) jubelt mit seinen Spielern. Foto: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Cappel. Die 0:3-Niederlage gegen die SG Silberg/Eisenhausen im letzten Spiel des Jahres 2014 war der Schlusspunkt einer katastrophalen Hinrunde. Nach 20 Spielen die knallharten Fakten: Tabellenletzter mit sechs Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz, schwächste Auswärtsmannschaft, die meisten Niederlagen (14) und die wenigsten Siege (4). Nach einer desaströsen Halbserie steht der FSV Cappel mit einem Bein in der A-Liga.

Die Offensive präsentierte sich harmlos, mit 26 Toren stellt man den zweitschwächsten Angriff der Kreisoberliga. Viktor Stump, im Angriff meist auf sich alleine gestellt, ist mit acht Treffern der erfolgreichste Torschütze.

In den letzten Spielen des Jahres 2014 fiel Stump wegen einer Verletzung auch noch aus. Hinzu kommt die gravierende Auswärtsschwäche.

Lediglich drei magere Punkte holte die Mannschaft aus neun Auswärtsspielen. Keine andere Mannschaft ist in der Fremde schlechter.

Dennoch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Trainer Klaus Fischer. „Wenn wir die nicht hätten, bräuchten wir uns ja gar nicht erst vorzubereiten.“ Allerdings ist das Projekt Nichtabstieg eine wahre Mammutaufgabe für die Cappeler: 14 Spiele stehen für den FSV noch aus, sechs Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz, den der TSV Michelbach derzeit innehat.

Dabei hatten die Cappeler einen klassischen Fehlstart hingelegt: In den ersten zwölf Spielen kassierte die Mannschaft elf Niederlagen und hatte nach dem 12. Spieltag nur ein mickriges Pünktchen auf dem Konto.

Vom 1. bis 13. Spieltag schaute in Cappel keiner mehr auf die Tabelle der Kreisoberliga Nord, die Elf stand auf dem 18. und damit letzten Tabellenplatz. Vor dem Heimspiel gegen die SG Eder Frankenberg (3:1) stellte Fischer in der Abwehr sein System um: „Aufgrund der zahlreichen Ausfälle musste ich in der Abwehr wieder mit Libero und zwei Manndeckern umstellen und ohne die einstudierte Viererkette spielen lassen.“

Für die sportliche Talfahrt gibt es zwei Gründe: Die Neuzugänge konnten die Spieler, die den Verein in der Sommerpause verlassen hatten, nicht gleichwertig ersetzten. Im Saisonverlauf fielen weitere Leistungsträger durch Verletzungen länger aus.

„Die zahlreichen Ausfälle konnten wir bei unserem kleinen Kader nicht kompensieren“, stellt Fischer fest. In der Tat hatte der FSV nur 14 Spieler mit Kreisoberliga-Niveau, den Spielern aus der Reservemannschaft fehlt einfach diese Klasse. Dadurch musste der Trainer fast in jedem Spiel eine andere Startformation aufbieten.

In Cappel hatte man sich bereits vor der Saison auf einen Abstiegskampf eingestellt. „Nach den Abgängen war es uns bewusst, dass dieses Jahr schwer werden wird“, sagt der FSV-Vorsitzende Stefan Hergesell.

Zumal der FSV auch in den Vorjahren lange Zeit zittern musste. Umso schlimmer wiegen da die acht Abgänge, darunter auch einige Stammspieler. „Das kann man nicht kompensieren“, stellt Hergesell klar. Dennoch ist man in Cappel mit der erbrachten Leistung durchaus zufrieden. „Die Entwicklung der Jugendspieler stimmt uns positiv“, sagt Hergesell. Neben den bereits integrierten Nachwuchs-Talenten sollen noch einige Spieler der A-Jugend in der Restrunde perspektivisch an den Seniorenbereich herangeführt werden.

Klaus Fischer ist überzeugt, dass seine Mannschaft trotz nur vier Siegen bis zur Winterpause über Kreisoberliga-Qualität verfügt. „Die Saison hat gezeigt, dass wir als Einheit jedem Gegner das Leben schwer machen können.“

Oft habe auch das Quäntchen Glück gefehlt. „Vor allem auswärts müssen wir etwas reißen. Ein Sieg in der Fremde ist bislang eindeutig zu wenig, um in der Liga zu bleiben“, ist auch ­Fischer klar.

Die Vorbereitung auf die Restrunde soll auf alle Fälle besser werden, als die Trainingsvorbereitung auf die Saison im vergangenen Sommer.

„Die Restrundenvorbereitung wird von allen Spielern gut angenommen und zum Auftaktspiel am 1. März beim FC Türk Gücü Breidenbach wird die Elf in einer guten körperlicher Verfassung sein“, verspricht Trainer Klaus Fischer.

Statistik

Bilanz: Platz 18 mit 14 Punkten, 4 Siege, 2 Remis, 14 Niederlagen. Beste Torschützen: Viktor Stump (8), Ingo Hartmann, Yannik Pohl, Luan Castro-Tonelli (je 3). Höchster Heimsieg: 3:0 gegen SG Bunstruth/Haina und Eintracht Stadtallendorf II. Höchste Heimniederlage: 0:4 gegen TSV Michelbach. Höchster Auswärtssieg: 3:1 beim SC Gladenbach. Höchste Auswärtsniederlage: 1:6 beim FV Cölbe. Auftaktprogramm: FC Türk Gücü Breidenbach (A), VfL Biedenkopf (H).

von Lothar Reeber

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