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Die Entscheidung fällt in der 95. Minute

Fußball, Verbandsliga Mitte Die Entscheidung fällt in der 95. Minute

Dank des Siegtreffers in der letzten Spielminute setzten sich die Sportfreunde Blau-Gelb an die Tabellenspitze der Verbandsliga Mitte.

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Der Marburger Daniel Bepperling (2. von rechts) versucht den vorbeiziehenden Arsenio Sabino aufzuhalten, doch der Spieler vom VfB Wetter hält mit allen Mitteln dagegen. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

wetter. Seit gestern darf sich Marburg als Spitzenreiter bezeichnen. Und das, nachdem die Sportfreunde in der vergangenen Saison nur knapp dem Abstieg entgangen waren. „Wir hatten eine lange Vorbereitung und haben das Spielsystem verinnerlicht. Offensivqualität hatten wir letzte Runde schon. Aber jetzt hat die Mannschaft das Defensivkonzept verstanden und setzt es brillant um“, meinte Coach Andreas Sinkel.

Das zeigten die Sportfreunde vor allem in Durchgang eins, als sie die eindeutig bessere Mannschaft waren und die Hausherren offensiv kaum zur Entfaltung kommen ließen. Dafür war insbesondere das unnachgiebige Pressing verantwortlich. Mehrmals erkämpften sich die Marburger dadurch den Ball tief in der Hälfte des VfB, kamen dadurch einige Male zu schnellen Vorstößen, die allerdings zu ungenau zu Ende gespielt wurden.

Wetter zeigte hingegen eine schwache erste Hälfte. Es fehlte an allem. Die Neon-Grünen ließen es an Zweikampfstärke, Laufbereitschaft, Aggressivität, Passgenauigkeit und Zug zum Tor vermissen. Auch wenn Neuzugang Papa Yaw Afriyie für die Hausherren ein gutes Spiel machte, ließen sich die Wetteraner im Mittelfeld von den Marburgern Alexander Lauer und Julian Gries den Schneid abkaufen. In hundertprozentige Torchancen wandelten die Gäste die Dominanz im Mittelfeld jedoch nicht um. Meist waren die Marburger nach Standards gefährlich. Gleich zweimal hatte Christoph Weidenhausen nach Eckbällen gute Gelegenheiten (18., 29.). Die beste Einschussmöglichkeit hatte Clemens Haberzettl, der nach einer Hereingabe von Jan Löwer im letzten Moment entscheidend gestört wurde. Der Schuss aus fünf Metern Torentfernung flog knapp übers Gehäuse. Wetter kam energischer aus der Kabine, was sich umgehend in Torgefahr äußerte. Die beste Tormöglichkeit hatte Jonas Braun per Kopf nach einer Ecke. Doch der Ball strich einen Meter über die Latte (47.).

Der Kapitän sieht Gelb-Rot

Hochkarätige Torchancen blieben dennoch Mangelware. Doch der VfB erarbeitete sich kontinuierlich mehr Spielanteile, da er in den Zweikämpfen mehr Präsenz zeigte als in Hälfte eins. Ein Zweikampf in der 64. Minute war jedoch folgenschwer. Eine Szene, die laut VfB-Teammanager Jürgen Koch dem Spiel „die Wende“ gab: David Moreno traf bei einem Passversuch nicht nur den Ball, sondern auch den Fuß von Marburgs Julian Gries, der mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammenbrach. Schiedsrichter Carsten Dücker zeigte kurz darauf Gelb-Rot für den VfB-Kapitän. „Das war ganz einfach eine absolute Fehlentscheidung“, kommentierte Koch. Mit empörten Rufen wie „Schmierenkomödiant“ und „Schaumschläger“ bedachten die Wetter-Fans Gries, als dieser wieder aufs Feld trabte. Der Platzverweis tat dem Spiel einen Bärendienst: Der VfB beschränkte sich fast ausschließlich aufs Verteidigen, und die Marburger konnten mit dem zusätzlichen Ballbesitz kaum etwas anfangen. „Das müssen wir besser spielen. Aber die Hitze und das hohe Tempo in der ersten Hälfte haben viel Kraft gekostet“, erklärte Sinkel.

Der Abwehrspieler sticht

In der 71. Minute nahm der Trainer Angreifer Iori Shintani aus dem Spiel und stellte Abwehrmann Jonas Herberg ins Sturmzentrum. „Auf dem Boden ging kaum etwas. Jonas ist sehr kopfballstark. Deswegen habe ich ihn nach vorne gebracht“, erklärte der Trainer, der damit ein glückliches Händchen bewies.

Einige Zuschauer bewegten sich bereits in Richtung des Parkplatzes, als die Marburger doch noch die Entscheidung herbeiführten. Flügelspieler Clemens Haberzettl wurde nicht energisch genug gestört und brachte den Ball in die Gefahrenzone. Vier Verteidiger im Wetteraner Strafraum schauten zu, wie sich Jonas Herberg völlig unbedrängt hochschraubte und aus zehn Metern wuchtig und mustergültig ins Tor köpfte. Grenzenloser Jubel auf der einen Seite, enttäuschte Gesichter auf der anderen.

Tor: Jonas Herberg (90.+4).

VfB Wetter: Diehl - Taskiran, Moreno, Borawski, Prior - Afriyie (68. Schwarz), Ehm - Erdem, Arsenio, Müller (60. Oklitschek) - Braun (60. Langhoff).

SF BG Marburg: Olujic - Bepperling, Weidenhausen, Herberg, Kleemann - Gries, Lauer - Huhn, Löwer (85. Berger), Haberzettl - Shintani (71. Hacker).

Gelb-Rot: David Moreno (64.).

Schiedsrichter: Carsten Dücker (Mackenzell). Zuschauer: 230. Beste Spieler: Afriyie/ Gries, Lauer.

von Benjamin Kaiser

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