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Die Eintracht demütigt den Aufsteiger

Fußball, Hessenliga Die Eintracht demütigt den Aufsteiger

Acht Tore, drei Elfmeter, eine Rote Karte. Im Derby zwischen Stadtallendorf und Schwalmstadt wurde den etwa 570 Zuschauern gestern ein regelrechtes Spektakel geboten.

Sradtallendorf. „Atemlos“ donnerte es gestern Nachmittag in regelmäßigen Abständen aus den Lautsprecher-Boxen im Herrenwaldstadion. Acht Mal allein während des Spiels rundete Helene Fischers Hit den Jubel der Eintracht-Anhänger ab, die es - wie so mancher Spieler - nicht so recht glauben konnten, was sich ereignete. „In der Hessenliga ist das nicht unbedingt üblich. Es war verdient, aber etwas zu hoch“, wunderte sich Stadtallendorfs Doppeltorschütze Ceyhun Dinler nach dem Abpfiff.

Weniger atemlos als vielmehr fassungslos stand Gästetrainer Christoph Keim lange wie versteinert an der Seitenlinie - erst recht, als der souverän leitende Schiedsrichter Pascal Loschke (Kassel) sogar eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit wohl Erbarmen mit den Schwälmern hatte und die Partie abpfiff.

„Wir hatten in der ersten Halbzeit Möglichkeiten, in Führung zu gehen. Was der große Unterschied ist: Ob Flanken oder Torschüsse - bei Stadtallendorf haben die Bälle ihr Ziel gefunden. Da waren sie viel effektiver als wir. Das ist ein Manko, das sich bei uns schon durch die ganze Saison zieht“, haderte der FCS-Coach nach der sechsten Niederlage im sechsten Spiel.

Seine Elf begann engagiert, verlor nach dem 1:0, das Del-Angelo Williams nach schöner Kopfballvorlage von Ariel Szymanski per Direktabnahme erzielte (12.), aber völlig den Faden. Gegen fortan in allen Belangen bessere Gastgeber war beim Gast über 90 Minuten keine Spielstruktur zu erkennen; für Gefahr sorgte der Neuling allenfalls durch Standards. Dominik Völk (24.), Laurin Vogt (31.) und Kevin Vidakovics (40.) hätten die Eintracht zur Pause statt mit 3:0 (15., 38. HEM) sogar mit 6:0 in Führung bringen können.

Seck sieht Rote Karte

Kurz nach dem Wiederanpfiff erhöhte Dinler für die Heimelf (49.): „Das war für die so etwas wie der Genickbruch. Dann kam die Rote Karte dazu. Da war das Spiel ganz gelaufen“, schilderte Eintracht-Verteidiger Raul Guzu, was sich in dieser Phase abspielte. Nach einer Notbremse an Vogt wurde Schwalmstadts Pechvogel Fabian Seck, der bereits den Elfmeter mit einem Handspiel verursacht und dafür Gelb gesehen hatte, folgerichtig mit Rot vom Platz gestellt.

Ariel Szymanski sorgte anschließend vom Punkt für das 5:0 (52.). In der Folge schraubten die weiter spielerisch überzeugenden Herrenwälder in Trainingsspiel-Manier durch Tore von Felix Erben (62.), Kevin Bartheld (72.) und Valon Ademi (88.) erneut per Foulelfmeter das Ergebnis auf 8:0 hoch.

„Wir haben heute viele Dinge gut umgesetzt und das Spiel nach einer Viertelstunde in die richtige Bahn gelenkt. Wir haben immer den Ball laufen lassen und gute Kombinationen gezeigt. Allerdings: Der Gegner hat das auch immer zugelassen. Man muss es also etwas relativieren. Deshalb verfalle ich nicht in Begeisterung“, schränkte TSV-Coach Dragan Sicaja nach dem rekordverdächtigen Sieg ein und zeigte sogar etwas Mitleid mit dem Gegner: „In diesem Zustand, in dem es im Kopf nicht passte, waren sie überfordert in der Liga. Da lief gar nichts. Es war schon brutal, den ehemaligen Verein so zu sehen.“

Wie TSV-Sportmanager Fejz Hodaj am Rande der Partie der OP mitteilte, hat die Eintracht einen 19-jährigen Stürmer aus der ersten kroatischen Liga (die OP berichtete) mit einem Einjahresvertrag ausgestattet. „Jetzt liegt es am HFV und am kroatischen Fußballverband, wie schnell er uns zur Verfügung steht“, sagte Hodaj.

Verlassen hat die Herrenwälder indes „auf eigenen Wunsch“ der vor der Saison nach Stadtallendorf gewechselte Angreifer Sergej Maro. „Sein Vertrag wurde aufgelöst. Er ist zur SG Birklar gewechselt“, teilte Hodaj mit.

Tore: 1:0 Del-Angelo Williams (12.), 2:0 Ceyhun Dinler (15.), 3:0 Raul Guzu (38., HEM), 4:0 Dinler (49.), 5:0 Ariel Szymanski (52., FEM), 6:0 Felix Erben (62.), 7:0 Kevin Bartheld (72.), 8:0 Valon Ademi (88., FEM).

Stadtallendorf: Jäckel - Völk, Guzu, Vidakovics - Bartheld, Szymanski (78. Zindl) - Dinler, Schudy, Richardt, Vogt (67. Ademi) - Williams (59. Erben).

Schwalmstadt: Nikocevic - F. Seck, Kutzner, Liebermann, Lerch - Langhans - Preuss, Sattorov, Meier (46. Wolf), R. Seck (46. Frommann) - Fischer (56. Bräutigam).

Schiedsrichter: Pascal Loschke (Kassel).

Zuschauer: 570.

Rote Karte: Fabian Seck (52., Notbremse, Schwalmstadt). Gelbe Karten: Szymanski, Vidakovics / F. Seck, Bräutigam, Wolf. Beste Spieler: Vogt, Szymanski, Völk, Bartheld / -.

von Marcello Di Cicco

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