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Die Dolphins überzeugen ihren Trainer

Basketball: BC holt Kaphingst-Cup Die Dolphins überzeugen ihren Trainer

Der BC Pharmaserv Marburg hat sein Heimturnier gewonnen. Erwartungsgemäß gegen drei Zweitligisten. Unerwartet war dabei allerdings die Deutlichkeit des Erfolgs.

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Finja Schaake (rechts) zeigte sich in guter Form: In allen drei Turnierspielen punktete die Marburgerin zweistellig.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Nicht einmal Patrick Unger, der stets nach Perfektion strebende Trainer der Blue Dolphins, hatte am Sonntagnachmittag etwas auszusetzen. „Was ich vorher gar nicht wusste: Die Mädels hatten sich selbst zum Ziel gesetzt, Rhein-Main unter 35 Punkten zu halten“, sagte ­Unger. Eine Vorgabe, die dem Coach runtergegangen sein muss wie Öl. Schließlich ist ­Unger ausgewiesener Verfechter des harten Defensivbasketballs. Ein gutes Bundesligaspiel ist für ihn eines, in dem sein Team gewinnt und dem Gegner keine 60 Punkte gestattet. Diese Einstellung hat die Mannschaft, die in weiten Teilen zusammengeblieben ist, anscheinend verinnerlicht.

BC lässt gegen Rhein-Main nur 30 Punkte zu

Gegen die Rhein-Main Baskets erreichten die Marburgerinnen ihre selbst gesteckten Ziele­ tatsächlich - mit 84:30. Zur Halbzeit sah es noch nicht danach aus, der BC führte da mit 40:22. Auf ein gutes Spiel folgte dann aber nochmals eine Steigerung. In der zweiten Hälfte­ ließen die Blue Dolphins nur acht Punkte zu, im dritten Viertel gar nur zwei. „Unser Ziel war es, im dritten Viertel besonders gut zu spielen“, war Unger entsprechend zufrieden und erklärte diese Marschroute: Seine Mannschaft sei nicht nur in der vergangenen Saison, sondern auch in den bisherigen Vorbereitungsspielen oftmals eher träge aus der Pause gekommen.

Dieses Mal war es anders. Marburg machte dem Zweitligisten das Leben schwer. Die Baskets fanden manches Mal innerhalb der erlaubten 24 Sekunden Angriffszeit entweder gar keinen Wurf, spielten unter Druck ­Risikopässe ins Aus oder gleich in die Hände der Dolphins. Es dauerte im dritten Viertel fast acht Minuten, bis die Rhein-Main Baskets durch Francis Pieczynski ihre ersten und einzigen Punkte im dritten Viertel erzielten.

Bis dahin hatten die Dolphins ihren komfortablen Vorsprung auf 55:22 ausgebaut. Von 25:20 an, als es kurzzeitig nach einem engen Spiel ausgesehen hatte, war es ein 30:2-Lauf, das dritte Viertel ging mit 23:2 an den Erstligisten. Auch im Schlussabschnitt ließen die Marburgerinnen diesmal nicht locker. „Es war in der zweiten Halbzeit definitiv unsere beste Defense-Leistung“, lobte Unger.

Yohn nach Zerrung wieder im Einsatz

Es gab aber auch in der Offensive einige Kabinettstückchen. Nach schönen, schnellen Passstafetten hatten die Distanzschützinnen Platz für ihre Würfe. Großen Anklang bei den 120 Zuschauern fand bei einem Schnellangriff auch der No-Look-Pass von Alexandra Wilke­ auf Svenja Greunke. Applaus gab es auch, als Katie Yohn in der Verteidigung erst Pia Dietrich beim Wurfversuch blockte und den Gegenzug mit einem Dreier abschloss.

Yohn war nach ihrer Oberschenkelzerrung gegen die Rhein-Main Baskets erstmals beim Kaphingst-Cup im Einsatz. „Gut, dass sie gespielt hat“, sagte Unger. „Sie bringt gleich Stabilität rein.“ Beim 96:51 am Freitag gegen Grünberg und beim 100:39 gegen die Sharks Würzburg war die Kapitänin noch geschont worden. Dafür musste Tonisha Baker gestern wegen einer leichten Gehirnerschütterung passen. Gegen Würzburg hatte „Bake“ einen Ellenbogen ins Gesicht bekommen.

Gegen die Würzburgerinnen, die alle drei Turnierspiele deutlich verloren, führten die Marburgerinnen die Entscheidung schon in den ersten zehn Minuten herbei. 25:5 hieß es da, am Ende 100:39 und Unger war zumindest „mit 33 Minuten“ zufrieden, gestern dann noch mehr. „Sehr zufrieden“ zeigte sich der Trainer sogar mit den beiden Neuzugängen Marie Bertholdt und Stephanie Wagner: „Beide haben sich super eingefügt.“ Die 22-jährige Bertholdt, die frisch aus dem US-College-Sport kommt, mache noch ein paar „rookie mistakes“ (Anfängerfehler, Anm. d. Red.). „Steffi ist abgeklärter. Sie macht Spaß und bringt gute Stimmung rein“, sagte Unger.

Bertholdt gefällt die Teamchemie

Die große sportliche Herausforderung war der Kaphingst-Cup für die Blue Dolphins zwar nicht. Aber aus anderen Gründen war das Turnier wichtig. „Je mehr ich spiele, desto mehr gewöhne ich mich ans Team und ans System“, sagte Marie Bertholdt, die schon angekommen zu sein scheint in Marburg. „Man merkt, dass die Spielerinnen mindestens ein Jahr oder länger zusammenspielen. Die Teamchemie stimmt, das merkt man auf dem Feld.“

Auch das Konzept von Patrick Unger gefällt Bertholdt, die dem amerikanischen Motto sehr zugetan ist, wonach der Angriff zwar Spiele, die Verteidigung aber Titel gewinne. „Mit der Defensive fängt alles an“, führt die Deutsch-Amerikanerin aus. In der Offensive würden die Würfe auch mal nicht so fallen: „Wie hart man Defense spielt, kann man aber immer kontrollieren.“

von Holger Schmidt

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