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Deutsches Team will die Großen ärgern

Goalballer bei Paralympics Deutsches Team will die Großen ärgern

Das Goalball-Nationalteam bereitete sich in Marburg auf die „Paralympics“ vor.

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Goalball-Nationaltrainer Johannes Günther (links), Co-Trainer Stefan Weil (rechts) und Videoanalyst Tobias Vestweber (hockend)
bereiteten den hinter dem Tor stehenden deutschen Kader auf die „Paralympics“ in Rio de Janeiro vor.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Das deutsche Nationalteam der Goalballer wird heute zu den Paralympics nach Rio de Janeiro abfliegen und vorher von dem Bundespräsidenten Joachim Gauck verabschiedet.

Die sechsköpfige Mannschaft bereitete sich in Marburg, dem einzigen „paralympischen Stützpunkt“ in Deutschland, intensiv auf das Turnier vor. In den Tagen vor dem Abflug reduzierte Cheftrainer Johannes Günther indes den Umfang. „Da sind wir ein wenig abergläubisch, denn zuletzt gab es kurz vor großen Turnieren noch Verletzungen, die wir dieses Mal vermeiden wollen“, sagte Günther. Die deutsche Mannschaft stellt bei den Paralympics das mit Abstand jüngste Team des Goalball-Turniers. „Da fehlt sicher gegenüber den anderen Teams ein wenig die Erfahrung. Dies wollen wir aber durch andere Variablen ausgleichen. Wir fahren nicht als Touristen nach Rio, sondern wollen das Maximale für uns herausholen.“ Der Einzug in das Viertelfinale ist das Ziel, dazu müsste Deutschland in seiner Gruppe den vierten Platz erreichen. Ein Gruppengegner wird auch der Gastgeber Brasilien sein. „Wir wollen die Großen ärgern und für Überraschungen sorgen“, sagt der Goalballer Michael Feistle, der wie die Spieler Stefan Hawranke und Oliver Höauf in Marburg wohnt. In den Tagen vor dem Abflug sei neben der Vorfreude doch die Anspannung hinzugekommen.

Training auf gleichem Bodenbelag wie in Rio

Für den sportlichen Erfolg wurde in Marburg einiges getan. So wurde auf dem gleichen Bodenbelag trainiert, der auch am Wettkampfort in Rio, der Future Arena, ausgelegt wird. „Dies war wichtig, denn je nach Belag ist das Sprungverhalten des Balles unterschiedlich“, sagt Günther. Dass das Turnier in der Future-Arena stattfindet, ist durchaus als gutes Omen zu werten. Die Goalballer tragen das gleiche Trikot wie die deutschen Handballer bei Olympia, die auch in der Future-Arena spielten und Bronze holten.

Co-Trainer Stefan Weil ist der Spezialist für die Fitness der deutschen Goalballer. In der sehr dynamischen Sportart ist es Ziel seiner Arbeit, „Verletzungsprophylaxe mit Leistungsgewinn zu verbinden“. Weil ist optimistisch: „Ich sehe uns als fitteste Mannschaft. Wir werden versuchen, das Spiel schnell zu machen. Die anderen, älteren Mannschaften schieben schon mal gerne eine ‚ruhige Kugel‘.“

Sportwissenschaftler erstellt individuelle Wurfprofile

In die Vorbereitung eingebettet war ein Projekt des Leiters für Medizin, Training und Gesundheit am Institut für Sportwissenschaft und Motologie der Uni Marburg, Professor Ralph Beneke. Durch Videoanalysen und Radarmessungen werden Wurfpräzision und Ballgeschwindigkeit verbessert. „Wir erstellen für jeden Spieler ein individuelles Wurfprofil“, erläutert Beneke die Ziele des Projektes, das im Juni begonnen hat.

Mitarbeiter dieser Studie ist auch der Marburger Lehramtsstudent Tobias Vestweber, der für die Videoanalysen zuständig ist. In einem speziellen Analyseprogramm, das aus dem Volleyball übernommen wurde, wird jede Wurfaktion markiert und Muster herausgefiltert, zum Beispiel um Aktionen zu erkennen, die zu Toren führen.

Neben Nationaltrainer Günther, Co-Trainer Weil und Vizemeister komplettiert Physiotherapeutin Anna Heller den Betreuerstab der deutschen Goalballer in Rio de Janeiro.

von Michael Seehusen

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