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Der direkte Wiederaufstieg ist kein Muss

VfL Biedenkopf Der direkte Wiederaufstieg ist kein Muss

Nach dem Last-Minute-Abstieg aus der Gruppenliga peilt der VfL Biedenkopf in der Kreisoberliga einen Platz unter den ersten drei Mannschaften an.

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Biedenkopfs Trainer Miroslav Emejdi hinten links) mit Rico Seidel, David Engelfried, Daniel Martinez und Spielausschussobmann Joachim Rakowski sowie (vorne von links) Lamont Noack, Yohannes Teklemariam-Weldetinsae, Suat Öcalan und Spielertrainer Osman Özdemir.

Quelle: Lothar Reeber

Biedenkopf. „Es war ein gutes Jahr für die Spieler. Wir haben in dieser Zeit alle etwas gelernt - gerade die jüngeren Spieler haben sich ein Riesenstück weiterentwickelt. Das müssen wir mit in die neue Runde nehmen“, bilanziert der Vorsitzende Karsten Plitt die vergangene Gruppenliga-Saison.

Wenngleich es nun erst einmal gelte, den verpassten Klassenerhalt abzuhaken, will Plitt lieber nach vorne schauen - schließlich gibt es genügend Gründe, sich auf die anstehende Spielzeit zu freuen. „Wir werden jetzt wieder mehr agieren, mehr den Ball haben, aber auch mehr Geduld brauchen, denn viele Mannschaften werden hierher kommen und sich hinten reinstellen“, prophezeit der neue Trainer Miroslav Emejdi, der in der vergangenen Saison die A-Junioren der SF/BG Marburg trainierte.

In Osman Özdemir hat er einen spielenden Co-Trainer an seiner Seite, der in der vergangenen Saison FC Türk Gücü Breidenbach in die Gruppenliga führte. Von den Abgängen schmerzt am meisten der Wechsel von Heiko Biesenthal, der zu seinem Heimatverein FV Wallau zurückgekehrt ist. Ein Abstieg ist aber immer auch ein Neuanfang und so muss man es auch beim VfL Biedenkopf sehen. Der Kader hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verschlechtert und verfügt nominell über genügend Qualität, um in der Kreisoberliga um den Aufstieg mitzuspielen. „Für uns ist der Aufstieg kein Muss, wir wollen vorne mitspielen. Das wollen andere aber auch“, sagt Karsten Plitt.

Emejdi wird die Seinen während der Vorbereitung taktisch schulen und im Rahmen der Spielformen auch Kondition trainieren. „Die Vorbereitung ist auch dafür da, dass sich das Team findet und sich Strukturen bilden”, meint der 33-jährige Polizeibeamte. Generell will er seine Mannschaft dominant spielen lassen mit viel Ballbesitz und Spielkontrolle, sie soll den Gegner früh attackieren und mit vielen Positionswechseln arbeiten.

Emejdi entscheidet situativ

Systemisch will Emejdi sein Team noch breiter aufstellen: „Wir können die Dreierkette ebenso spielen wie die Viererkette, wir können in der Zahl der zentralen Spieler variieren und die Flügel einfach oder doppelt besetzen. Vieles haben wir schon angelegt, die Basis ist sehr gut. Eine echte Stammelf wird es daher nicht geben, wobei sicherlich ein Gerüst von Führungsspielern durchaus gesetzt sein wird. Grundsätzlich aber „werden wir situativ entscheiden, welches die beste Elf ist, um einen Gegner zu bespielen. Daher wird es während der gesamten Saison einen offenen Konkurrenzkampf geben“, sagt Emejdi voraus.

Seine Philosophie ist also vielversprechend, aber auch sehr anspruchsvoll. Umso wichtiger ist da die Vorbereitung: Es gilt das Team optimal auszubalancieren, sozial und sportlich. „Wir werden gut vorbereitet sein“, versicherte Emejdi. Für die kommende Saison hat sich der VfL Biedenkopf mit neun Spielern verstärkt.

Der spektakulärste Neuzugang ist Osman Özdemir, der sowohl im Angriff, aber auch hinter den Spitzen spielen kann. Rico Seidel (Stürmer) und Suat Öcalan (Abwehr) wechselten vom Ligakonkurrenten SC Gladenbach nach Biedenkopf. Neu in Biedenkopf sind die drei Neunzehnjährigen, die bisher bei den A-Junioren in Marburg gespielt haben. Fabian Losert gilt als großes Torwarttalent, Lamont Noack spielt in der Abwehr, David Engelfried agiert im Mittelfeld. Die beiden Eigengewächse Michael Himmelreich und Yohannes Teklemariam-Weldetinsae sowie Daniel Martinez, der zuletzt beim FSV Schröck spielte, komplettieren das Feld der Neuzugänge.

Dass durch den vergrößerten Kader auch Reibungspunkte entstehen können, ist Emejdi klar. „Sie werden aber alle gebraucht. Ich werde jedem auch mal eine Pause geben“, verrät der Trainer. „Die Jungs sollen Spaß haben, mit Respekt spielen, aber auch heiß sein, wenn sie auf dem Platz stehen. Unsere Zuschauer sollen sehen, dass wir bereit sind, immer im fünften Gang zu fahren.“

Zugänge: Osman Özdemir (FC Türk Gücü Breidenbach), Rico Seidel und Suat Öcalan (SC Gladenbach), Fabian Losert, Lamont Noack und David Engelfried (alle A-Junioren SF/BG Marburg), Michael Himmelreich und Yohannes Teklemariam-Weldetinsae (beide eigene Jugend), Daniel Martinez (FSV Schröck).

Abgänge: Heiko Biesenthal (FV Wallau), Serdal Ergin (FSV Buchenau), Christian Hartmann (TUS Erndtebrück), Daniel Sima (TSV Michelbach), Tristan Seipp (SV Teutonia Köppern). Dominik Sagave (FV Niederlaasphe)

Auftaktprogramm: SV Beltershausen (A), Eintracht Stadtallendorf II (H).

von Lothar Reeber

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