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Der Weg nach Rio führt über Marburg

Leichtathletik, Mehrkampf Der Weg nach Rio führt über Marburg

Dutzende Spitzensportler aus der deutschen Leichtathletik kommen im Mai 2016 nach Marburg. Im Georg-Gaßmann-Stadion geht es dann um die Qualifikation zur U20-WM, zur EM in Amsterdam und sogar für Olympia in Rio.

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Kai Kazmirek beim Stabhochsprung während des Thorpe-Cups 2014. Der deutsche Spitzenathlet wird 2016 vermutlich nicht in Marburg dabei sein.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Während sich die jeweils besten fünf Zehn- und Siebenkämpfer des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) eine Woche später im österreichischen Götzis mit der Welt­elite messen, wollen sich die Sportler aus der zweiten Reihe am 21. und 22. Mai in Marburg beweisen. Die beiden Events sind, neben einem späteren Meeting in Ratingen, ausschlaggebend für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Im Gegensatz zum Nationenwettbewerb Thorpe-Cup, der zuletzt 2014 in Marburg stattfand, werden bei der Qualifikationsveranstaltung deutlich mehr Athleten an den Start gehen. Bei den Männern werden dies vermutlich drei Blöcke mit jeweils 18 Athleten sein, bei den Frauen zwei, so Herrmann Holzfuß, Wettkampfbeauftragter des deutschen Zehnkampf-Teams. Demnach würden 90 Sportler in der Universitätsstadt aufschlagen.

„Es sind zwei komplett unterschiedliche Wettbewerbe“, sagt Holzfuß. Bei dem anstehenden Mehrkampfmeeting handele es sich um einen Mannschaftswettbewerb deutscher Landesverbände. Marburg springt bei der Austragung für die Stadt Bernhausen ein, wo das Stadion aufgrund einer Renovierung in 2016 nicht zur Verfügung steht.Trotz des Fehlens der besten fünf DLV-Athleten bekommt das Marburger Publikum somit einen hochkarätigen Wettkampf zu sehen.

„In Marburg wird es eher um die EM-Qualifikation gehen“, erklärt Holzfuß. Lediglich drei deutsche Zehnkämpfer dürfen bei Olympia an den Start gehen. Eine Hintertür für Rio bleibt dennoch offen. Sollte einer der Starter im Gaßmann-Stadion herausragende Leistungen bringen, „gilt das natürlich als Olympia-Norm“, sagt Mehrkampf-Bundestrainer Claus Marek.

Behrenbruch und Knobel als Zugpferde?

Einen Doppelstart in Götzis und Marburg hat der DLV seinen Spitzensportlern aufgrund schlechter Erfahrungen untersagt. Die, die nicht in Österreich teilnehmen können, kommen aber sehr gerne nach Marburg, meint Marek - die Stadt biete eine gute Mischung aus Flair und „Top-Bedingungen“ auf der Sportanlage. So sei es kein Zufall, dass der Ort Marburg schon häufig in den Weltjahresbestenlisten aufgetaucht sei. Für die Junioren der Altersklasse U20 wird die Veranstaltung sogar der Hauptwettkampf für die Qualifikation zur U20-Weltmeisterschaft im russischen Kazan sein. Der Nachwuchs kämpft dort im Juli 2016 um die Medaillen.

Neben den besten Junioren könnte es zwei prominente Zugpferde aus dem Seniorenbereich nach Marburg verschlagen. Auf der Liste für das internationale Meeting in Götzis tauchen unter anderem die Namen der beiden Hessen Jan-Felix Knobel und Pascal Behrenbruch nicht auf. Knobel, der Verwandtschaft in Marburg hat, ist auf der Bestenliste des DLV im Jahr 2015 auf Rang 4 gelistet, konnte aber zuletzt aufgrund einer Verletzung kaum Wettkämpfe bestreiten. Behrenbruch hingegen steht nur an Position 8, gewann aber noch im Jahr 2012 die Europameisterschaft.

Gute Chancen auf Thorpe Cup 2017

Im Jahr 2017 erlebt das Georg-Gaßmann-Stadion womöglich ein weiteres Highlight. Nachdem Bernhausen 2015 laut Holzfuß „massiv auf die Austragung des Thorpe-Cups gedrängt“ habe, gastiert der vergleich zwischen den USA und Deutschland 2016 wieder in Amerika. Für 2017 liege Marburg aber „sehr aussichtsreich im Rennen“. Die Veranstaltung der beiden stärksten Mehrkampf-Nationen fand in der Vergangenheit bereits mehrfach im Gaßmann-Stadion statt. Bei der letzten Austragung im Jahr 2014 war unter anderem Olympiasieger und Weltrekordhalter Ashton Eaton dabei, der vergangene Woche als erster Zehnkämpfer überhaupt zum Welt-Leichtathleten des Jahres gekürt wurde.

von Peter Gassner

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