Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Der Titelverteidiger wankt, aber er fällt nicht

Basketball, Bundesliga der Frauen Der Titelverteidiger wankt, aber er fällt nicht

Wurde im Vorfeld nur über die Höhe der Niederlage spekuliert, lieferten Marburgs Basketballerinnen dem hohen Favoriten aus Wasserburg am Samstag ein Duell auf Augenhöhe.

Voriger Artikel
Zitter-Wettkampf mit Happy-End
Nächster Artikel
Sicaja: „Es fehlt die ordnende Hand“

Patricia Benet (BC Marburg, rechts) gegen Svenja Brunckhorst (Wasserburg).

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Freude oder Enttäuschung: Selten war man im Marburger Lager so zwiegespalten wie nach dem 56:68 (28:29) gegen die deutsche Übermannschaft der vergangenen Jahre am Samstagabend. „Wir haben heute zwei Punkte liegen gelassen. Von einem guten Spiel können wir uns nichts kaufen. Wir hätten Wasserburg heute schlagen können, aber selbst Mini-Fehler werden von diesem Gegner gnadenlos bestraft“, sagte Finja Schaake nach der Partie. Und Svenja Greunke ergänzte: „Wir haben weniger Fehler als sonst gemacht und unser Potenzial gezeigt.“

Marburgs ausgepumpter Trainer Patrick Unger sah sich in seiner Arbeit bestätigt: „Wir sind defensiv auf Augenhöhe mit den Top-Teams. Wasserburg ist nicht unantastbar. Wir müssen jetzt das Positive aus diesem Spiel mit in die Länderspielpause nehmen.“

Zunächst schien das Spiel vor rund 600 Zuschauern in der kleinen Gaßmann-Halle den erwarteten Verlauf zu nehmen. Die Gäste trafen in den ersten drei Minuten alles zum 0:8, die ersten vier Würfe der Marburgerinnen fanden nicht ihr Ziel. Doch die „Dolphins“ ließen nicht locker, hielten den Abstand bis zum Ende des ersten Viertels (8:16) und lieferten in den zweiten zehn Minuten ihre bislang wohl beste Saisonleistung ab.

Patricia Benet (BC Marburg, rechts) gegen Svenja Brunckhorst (Wasserburg). Foto: Thorsten Richter (thr)

Zur Bildergalerie

Angetrieben von Finja Schaake, die sieben Punkte in Folge markierte – darunter einen spektakulären Korb mit dem Rücken zur Reuse –, machte nun der aggressiv und laufstark aufspielende BC das Spiel, setzte den Titelverteidiger, der in dieser Saison im Schnitt 93 Punkte pro Spiel markiert hatte, unter Druck und zwang die Gäste zu unerwarteten Fehlern. Als Katlyn Yohn vier Sekunden vor der Pause einen Dreier zum 28:29 versenkte, stand die Halle Kopf. Wasserburg hatte erst zum vierten Mal in dieser Saison ein Viertel abgegeben.

Und die Marburgerinnen blieben weiter dran, gingen durch Tonisha Baker zum 30:29 und durch Birte Thimm zum 37:36 (25.) zweimal in Führung und blieben nach einem Dreier von Baker zum 40:40 (27.) dran. Bis zum Viertelende aber hatte sich Wasserburg, bei denen nun auch die Kanadierin Nayo Raincock-Ekunwe mit zehn Punkten traf, wieder leicht abgesetzt (42:47).

Beim Stande von 46:52 hatten die Marburgerinnen im Schlussdurchgang Pech, dass ein Dreier von Patricia Benet wieder aus dem Korb rutschte. Denn in der folgenden von vielen Auszeiten der Trainer unterbrochenen Phase spielte Wasserburg seine ganze Routine aus. Marburg versuchte nun früh zu foulen, doch die Gäste blieben von der Freiwurflinie abgezockt, und hatten – diesmal durch Stephanie Wagner – wieder einmal im richtigen Moment aus der Distanz per Dreier Erfolg.

Wasserburgs Coach Georg Eichler war nach dem 48. Erfolg seiner Mannschaft in Folge auf nationaler Ebene zufrieden. „Wir hatten am Donnerstag noch das schwere Europapokal-Spiel gegen Venedig in der Verlängerung. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass wir verlieren könnten. Marburg hat eine großartige Mannschaft, und solche knappen Spiele sind für uns unheimlich wichtig.“

von Frank Steinhoff-Wolfart

Statistik

BC Pharmaserv Marburg – TSV Wasserburg 56:68 (28:29).

Viertel: 8:16, 20:13, 14:18, 14:21.

Marburg: Gaudermann 2, Thimm 4, Schaake 14/1 Dreier/5 Rebounds, Köppl, Yohn 7/1 Dreier, Greunke 6/6 Rebounds, Benet 2, Winterhoff, Baker 15/1 Dreier/9 Rebounds, Rodefeld, Lee 6.

Wasserburg: Peddy 12/1 Dreier, Hindráková 2, De Kleijn 8/2 Dreier, Raincock-Ekunwe 16/9 Rebounds, Bellscheidt 3/1 Dreier, Wagner 8/2 Dreier, Sten, Brunckhorst 8, Lucet 11.

Schiedsrichter: Schupke/Sünven.

Zuschauer: 600.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
De Höhner in der Stadthalle

Kultband „Höhner“ machte Marburg vor 470 begeisterten Fans im Erwin-Piscator-Haus zum Kölner Stadtteil