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„Der Sport ist mein Leben“

Olympia in Sotschi „Der Sport ist mein Leben“

Für die Marburgerin Ann Christin Stöhr erfüllte sich ein Traum: Vier Wochen agierte sie in Sotschi als Hostess bzw. Servicemitarbeiterin.

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Ann Christin Stöhr während des Biathloneinzelwettkampfs der Frauen mit Bommelmütze und beim Gespräch mit der OP.Fotos: Jasmin Simoneit / Bodo Ganswindt

Marburg. „Mein Traum war es schon immer, einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen“, sagt Ann Christin Stöhr. Auch sie muss erfahren, dass der Weg zu den Sternen ein rauer ist. Als Leistungssportlerin bleiben ihr, die sich dem Stabhochsprung verschrieben hat, die höchsten sportlichen Weihen versagt. Verletzungen zwingen sie zur Aufgabe.

Doch die 25-Jährige hat nichts von dem Ehrgeiz eingebüßt, der sie vorantreibt. „Sport ist mein Leben“, sagt sie. Allerdings betätigt sie sich auf einem anderen Feld. Sie studiert internationales Sportmanagement in Dänemark. In Kürze geht sie ihre Masterarbeit an und wird ein Trainee-Programm als Einstieg in die Berufswelt absolvieren.

Studentin koordiniert Gedankenaustausch

Die Vorgeschichte ist durchaus schillernd: Die junge Frau aus Moischt ist in der Welt zu Hause. Nach dem Abitur in Amöneburg vertieft sie in Kanada drei Monate ihre Sprachkenntnisse, beginnt dann ein Bachelor-Studium im Fach „International Management“ in Innsbruck. Dort erhält sie ein siebenmonatiges Stipendium in Japan für ein Studium mit dem Fokus auf Marketing. 2011 kommt sie aus dem fernen Osten zurück und erhält eine einjährige Anstellung beim Organisationskomitee für die ersten Olympischen Jugendwettspiele in Innsbruck. Dort sind ihre Aufgaben vielfältig und beziehen sich vor allem auf das Kultur- und Bildungsprogramm neben den Wettkämpfen. „Ich habe unter anderem für die Aktiven Teambuilding-Aktionen und Kochveranstaltungen organisiert, das Verhalten gegenüber den Medien in Interviewsituationen vermittelt sowie den angemessenen Social-Media-Auftritt betreut. All dies vor dem Hintergrund, die olympischen Werte „Friendship - Respect - Excellence“ miteinander zu leben.

Inzwischen ist die Internationale Olympische Akademie auf die Studentin aufmerksam geworden, die jedes Jahr im griechischen Olympia einen zweiwöchigen Gedankenaustausch zwischen hochrangigen Akademikern, Sportfunktionären und Athleten aus aller Welt organisiert. Ann Christin Stöhr gehört zunächst als Teilnehmerin diesem Kreis an. In diesem Jahr kommt ihr eine Rolle als Koordinatorin zu.

Für die Olympischen Spiele in Sotschi bewirbt sich Stöhr auf eine Stelle, die von der Deutschen Sportmarketing-Gesellschaft ausgeschrieben worden ist. Im Mai 2013 erhält sie die Einladung für ein Casting bei der Messe Düsseldorf, einem Kooperationspartner der Marketing-Gesellschaft. Im Juni hat sie die Zusage im Briefkasten.

"Wir haben eine tolle Gastfreundschaft erlebt"

In der Vorbereitung auf die Spiele in Russland werden die etwa zwei Dutzend Mitarbeiter eingewiesen in ihre Aufgaben im Deutschen Haus. „Ich hatte vor allem zu tun mit diversen Aufgaben bei der Akkreditierung, habe dem Pressesprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Christian Klaue mit diversen Handreichungen zur Seite gestanden, Führungen organisiert und stand für Fragen der Besucher zur Verfügung.“

Die Arbeit wird in zwei Schichten erledigt. Zwischendurch bleibt auch Zeit, sich vor Ort Wettkämpfe anzuschauen. „Ich war beim Biathlon und bei den Skispringern, habe im Deutschen Haus mit ihnen Kontakt gehabt, auch mit den Rodlern und den Nordisch-Kombinierten. Das sind alles sympathische Sportler“, sagt Stöhr.

Der Kontakt zur russischen Bevölkerung beschränkt sich vor allem auf die Gastfamilie, in deren Haus zwischen Krasnaja Poljana und Adler die Marburgerin und eine Freundin aus Innsbruck untergebracht sind. „Wir haben eine herzliche Aufnahme erfahren und eine tolle Gastfreundschaft erlebt. Und wenn es einmal Kommunikationsprobleme gab, dann haben wir uns mit Händen und Füßen verständigt.“

Insgesamt blickt Ann Christin Stöhr auf die Zeit in Sotschi mit positiven Eindrücken zurück. Wenn sie auch einen Teil der Kosten aus eigener Tasche hat begleichen müssen, so findet sie durchweg vorteilhafte Attribute für die Veranstaltung in Sotschi. „Es waren Spiele der kurzen Wege, einer reibungslosen Organisation, und fast immer hat die Sonne geschienen. Ich hoffe, dass die Russen für die Anlagen einen vernünftigen Zukunftsplan entwickeln und keine Bauruinen entstehen lassen.“

von Bodo Ganswindt

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