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Der Schiedsrichter rückt in den Mittelpunkt

Fußball-Verbandsliga Der Schiedsrichter rückt in den Mittelpunkt

Erst trifft er, dann fliegt er: Beim 1:1 (1:0) der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg gegen den FSV Braunfels avancierte Abwehrspieler Christoph Weidenhausen zum tragischen Helden.

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Marburgs Sascha Huhn (links) im Luftduell mit dem Braunfelser Yannic Sidorenko.

Quelle: Miriam Prüßner

Marburg. Es hätte so schön sein können aus Sicht der Marburger. Knapp 45 Spielminuten lang sah es für die Elf vom Zwetschenweg nach dem sechsten Saisonsieg aus, der sogar die alleinige Tabellenführung bedeutet hätte. Mit einer herrlichen Vollspann-Bogenlampe aus knapp 20 Metern halblinker Position in den langen Winkel brachte Christoph Weidenhausen die Gastgeber in einer von Beginn an flotten und umkämpften Partie auf Siegkurs (36.) - auch weil der Torschütze in der Folge mit Jonas Herberg in der Innenverteidigung dafür sorgte, dass - bis auf einen 25-Meter-Lattenkracher von Robin Fürbeth (8.) - nur selten etwas anbrannte.

In der 74. Minute trauten viele der knapp 150 Zuschauer jedoch ihren Augen nicht: Schiedsrichter Tomas Zahorec (Kassel), der wohl nicht seinen besten Tag erwischte und aufgrund einiger fragwürdiger Entscheidungen nicht zu Unrecht ein ums andere Mal in der Kritik stand, stellt Weidenhausen mit Rot vom Platz. Was war passiert? Einen Torschuss von Dario Schug lenkte Weidenhausen aus kurzer Distanz mit der Hand ab, die nicht komplett angelegt war. „In dieser Situation kann man vielleicht Elfmeter geben“, räumte Weidenhausen ein, „es war aber nicht so, dass die Hand aktiv zum Ball ging“, betonte er. Ehe Mayhar Aliak­bari vom Punkt verwandelte, wurde es kurios. „Ich habe mich gewundert, warum mich der Schiedsrichter zu sich zitiert und die Gelbe Karte in der Hand hatte. Deshalb habe ich ihn gefragt: ‚Warum geben Sie mir dafür Gelb?‘“, verriet Weidenhausen.

Sinkel: „Da wurde auf Zuruf ein Handspiel gepfiffen“

Doch statt Gelb zückte Zahorec den roten Karton. „Er sagte, ich hätte eine Torchance vereitelt.“ Selbst FSV-Coach Willi Hoffarth verstand nach dem Abpfiff die Welt nicht mehr: „Rot ist da überzogen. Ein Handspiel war es, aber er wurde ja angeschossen. Es ist hart, dafür einen Elfer zu geben. Dann noch Rot zu geben, ist völlig übertrieben.“ Eine Meinung, die SF/BG-Trainer Andreas Sinkel teilte: „Wenn es nicht absichtlich Hand war, ist es kein Handspiel. Da wurde auf Zuruf ein Handspiel gepfiffen.“

Über „zwei verlorene Punkte“ ärgerte sich der SF/BG-Übungsleiter schließlich - auch weil „wir insbesondere in der zweiten Hälfte bis zur Roten Karte die bessere Mannschaft waren und das 2:0 und 3:0 hätten machen müssen“. Doch Clemens Haberzettl, der vorbei an Gästekeeper Fabian Engelhard über das leere Tor schoss (63.), und Weidenhausen, dessen Schuss nach schnell ausgeführtem Freistoß und einem Haberzettl-Querpass noch geblockt wurde (66.), brachten den Ball nicht im Tor unter.

So witterten die Gäste in der spannenden Schluss-Viertelstunde noch mal Morgenluft. Die besseren Tormöglichkeiten hatten aber weiter die Gastgeber, bei denen Sinkel in Iori Shintani und Daniel Hacker zwei offensive Spieler einwechselte, die zuletzt nur selten zum Zug kamen. „Selbst wenn ich zwei Defensivspieler gebracht hätte, hätten wir offensiv gespielt“, begründete Sinkel.

Alexander Lauer, dessen Flachschuss FSV-Torwart Fabian Engelhard noch aus der Ecke kratzte (82.), und Jonas Herberg, dessen Freistoß an den Außenpfosten prallte (90.), scheiterten aber knapp.

von Marcello Di Cicco

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