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Der "Prinz" braucht Freude am Fußball

Spieler der Woche Der "Prinz" braucht Freude am Fußball

Mit fast 500 Stimmen - zum Teil aus fernen Ländern - setzte sich der 25-jährige Stürmer Florent Raishtaj vom A-Ligisten BSF Richtsberg mit einem Rekord-Vorsprung gegen die Konkurrenz durch.

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Florent Raishtaj (Mitte) – in der Partie gegen den RSV Roßdorf mit Jan Niklas Rausch (links) – hat nach dem Wechsel zu den BSF Richtsberg wieder Spaß am Fußball. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Er ist fast schon geniert. „Ich war selbst überrascht, dass es so viele waren. Aber ich habe Verwandte in Norwegen und im Kosovo, die für mich Stimmen klar gemacht haben“, erklärt Raishtaj. Er macht keinen Hehl daraus, dass er bei weitem nicht alle Menschen kennt, die für ihn gestimmt haben. Seine Freude schmälert das nicht.

Freude. Ein Zauberwort, das sich wie ein roter Faden durch Florents Leben zieht. Der Sohn von Kosovo-Albanern ist in Marburg geboren und am Richtsberg aufgewachsen. Er erinnert sich gerne an seine Kindheit: Nach Schulschluss ab nach Hause, die Tasche abgestellt, umgezogen und ab auf den Bolzplatz - fast jeden Tag. Die Hausaufgaben mussten warten. Fußball kam immer an erster Stelle. Doch das hat sich geändert.

Beziehung gibt Raishtaj Stabilität

„Familie und Job sind das Wichtigste“, sagt der 25-Jährige, der für die Stadt Marburg arbeitet. Seine Augen leuchten, wenn er von seiner Freundin erzählt. Mehr als acht Jahre hält die Beziehung mittlerweile. Sie gibt Florent Stabilität, die er besonders in diesem Jahr brauchte.

Fünf Jahre spielte er beim SV Bauerbach, mit dem er vor drei Jahren den Aufstieg in die Gruppenliga Gießen/Marburg schaffte. 37 Tore steuerte er damals bei und traf auch in den beiden darauffolgenden Spielzeiten häufig. Stets war er als Stürmer gesetzt.

Aber der Winter 2016 brachte Veränderungen mit sich. „Ich habe das Vertrauen von Trainer und Vorstand nicht mehr gespürt“, sagt der Stürmer. Seine Spielzeit verringerte sich unter Bauerbach-Coach Harry Preuß drastisch. „Prinz Lendi“ - ein Spitzname, den Florents Bruder Leonard und sein Vater ihm gaben - verlor die Freude am Fußball.

Ein Wechsel als Ausweg

Der Ausweg aus dieser Situation war ein Wechsel. Florent schloss sich vor zwei Monaten dem A-Ligisten BSF Richtsberg an. Eine Reunion mit den alten Weggefährten vom Bolzplatz - unter anderem seinen Bruder. Die Freude kehrte zurück, und das spiegelt sich in Toren wider: Am vergangenen Sonntag schenkte Florent dem FV Wehrda beim dramatischen 6:5-Sieg drei Treffer ein. Einer davon war das Siegtor in der 90. Minute.

Wenn Florent doch mal schlechte Leistung bringt und niedergeschlagen heim kommt, sagt die „Prinzessin“, dass es sich nur um Fußball handele. Dann erwidert „Prinz Lendi“: „Schatz, es ist nicht einfach nur Fußball!“

von Benjamin Kaiser

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