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Dauerläufer liefern sich ein Klasse-Match

Tennis, Marburg Open Dauerläufer liefern sich ein Klasse-Match

Feines Tennis sahen die Zuschauer im zweiten Halbfinale der Marburg Open, in dem sich zwei „Sandplatz-Wühler“ gegenüber standen.

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Der Höhenflug des Belgiers Yannik Reuter wurde durch den Argentinier Marco Trungelliti gestoppt.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Fast zweieinhalb Stunden hauten sich die Kontra­henten die Bälle um die Ohren und boten Tennis auf hohem Niveau. Etwa 400 Zuschauer hatten ihre Freude daran. Gleich im ersten Spiel gelang Reuter das Break gegen den Argentinier. Doch der biss zurück und kassierte seinerseits das Service des Belgiers. Jedes der folgenden Spiele dauerte fast eine Ewigkeit. Beide zeigten, dass sie ein großes Schlagrepertoire beherrschen.

Beim Stand von 3:3 nahm Reuter einen erneuten Anlauf, dem wendigen und zähen Trungelliti das Service abzunehmen. Der wehrte sich verbissen mit allen Kräften bis zum 4:4. Das neunte und das zehnte Spiel boten alles, was den Tennissport ausmacht. Rasante Ballwechsel, technische Finessen und athletischer Kampf, in dem die Spieler Höhen und Tiefen durchleben, sich beherrschen müssen oder explosiv aus sich herausgehen. Über schier unzählige Male Einstand bereiten sich dann beide nach einer Stunde und beim Stand von 5:5 auf das Finale des Satzes vor. Und da hatte Reuter die besseren Karten: Ihm gelang das Break zum 6:5. Es war ein kraftraubendes Spiel, das sich die Athleten lieferten und das die Zuschauer begeisterte. Reuter trieb nun seinen Gegner über den Platz und holte sich den Satz mit 7:5.

Im zweiten Satz war Trungelliti nun umso mehr gefordert. Er macht das erste Spiel, Reuter das zweite. Als der Belgier im dritten plötzlich zwei Breakbälle hat, schreit der Argentinier seinen Frust hinaus. Das hatte offen­bar geholfen. Denn er wehrte den Vorteil Reuters ab und sicherte sich die Führung zum 2:1. Aber die Partie blieb eng. Erst beim Stand von 4:3 für den Argentinier schwächelte sein Gegner. Der frischer wirkende Trungelliti schlug zu und machte das Break, das er mit einem Schrei der Erleichterung kommentierte. Nicht minder laut quittierte er mit einem „Allez!“ den Punkt zum 6:3-Satzgewinn.

Nun war wieder alles offen. Der psychologische Vorteil lang bei Trungelliti, der sich im finalen Satz auch frisch ans Werk machte und die Führung vorlegte. Reuters Kräfte schienen zu schwinden, während die Körpersprache des Argentiniers dessen unbedingten Siegeswillen verriet. Gleichwohl zeigte auch Trungelliti Konzentrations­schwächen, etwa bei zwei Doppelfehlern hintereinander. Kein Wunder, beide leisteten noch immer Schwerarbeit. Während die meisten Zuschauer bei der aufgekommenen Frische sich in ihre Jacken hüllten, liefen die Jungs auf dem Platz noch immer heiß. Sie boten auch so kurz vor dem Ende des Matches noch immer eine Top-Leistung.

Doch es zeichnete sich ab, dass Trungelliti das Rennen machen wird. Bei eigener 4:3-Führung erzwang er das Break zum 5:3 und setzte den Schlusspunkt zum Matchgewinn nach einem tollen Ballwechsel.

„Ich bin gelaufen wie ein Tier, war anfangs etwas nervös, bin dann aber gut ins Match gekommen und nun glücklich über den Einzug ins Endspiel“, sagte der Sieger. Er fühle sich trotz der Strapazen noch immer fit genug.

Ergebnisse Halbfinale

Einzel: J. Satral (CZE) - [6] D. Brands (GER) 6:1, 6:3; M. Trungelliti (ARG) - [Q] Y. Reuter (BEL) 5:7, 6:3, 6:3.

Doppel: M. Reyes-Varela (MEX/4) / M. Schnur (USA) - T. Bednarek (POL/2) / S. Betov (BLR) 7:5, 5:7, 11:9

Spiele am Samstag

Sparkassen Court (Beginn 13 Uhr), Doppel-Finale: J. Cerretani (USA/1) / P. Oswald (AUT) - M. Reyes-Varela (MEX/4) / M. Schnur (USA); (nicht vor 15 Uhr) Einzelfinale: J. Satral (CZE) - M. Trungelliti (ARG).

von Bodo Ganswindt

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