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„Das war ganz einfach schlecht“

American Football „Das war ganz einfach schlecht“

Nach einem weitgehend ausgeglichenen ersten Viertel brachen die „Söldner“ in den zweiten zwölf Minuten ein. Die Allgäu Comets schlugen daraus Kapital und sicherten sich letztlich einen ungefährdeten Auswärtssieg.

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Merlin Detrois zeigte gestern eine starke Leistung. Der Full Back erzielte im dritten Viertel einen Rushing Touchdown höchstpersönlich und fiel auch ansonsten durch mehrere solide Läufe auf.Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Eine Minute war noch auf der Uhr. Der Spielstand lautete 44:18 für die Allgäu Comets. Aus den Lautsprechern im Georg-Gaßmann-Stadion dröhnte das Lied „Happy“ von Pharrell Williams. Von Frohsinn war bei den „Söldnern“ und ihren Fans aller­dings nichts zu spüren. Bei dem Spielstand kein Wunder.

Sichtlich angefressen war vor allem der Defensive Coordinator, der nach dem Spiel auf dem Spielfeld kniete und mit ausdruckslosem und leerem Blick in die Ferne starrte. Wie sich seine Verteidigung geschlagen habe? „Schrecklich“, sagte er fast schon apathisch, legte eine kurze Pause ein und fügte dann an: „Aber man spielt eben so, wie man trainiert.“ Anscheinend ist der Verantwortliche für die Defensive nicht mit den Trainingsleistungen seiner Schützlinge zufrieden.

Dabei ging das Spiel für die Marburger wie in den vergangenen Wochen recht vielversprechend los. Sie stoppten Allgäu dank einer Interception und boten einem Team, das sich vor der Saison Hoffnungen auf Platz eins gemacht hatte, in Durchgang eins Paroli. Offensiv zeigte sich das Team von Head Coach Matthias Dalwig in den ersten zwölf Minuten durchaus kompetent und marschierte beim zweiten Ballbesitz übers Feld.

Das Angriffsrecht für die Hausherren fand jedoch ein jähes Ende, als Quarterback Holt Claiborne, mit seiner Offense bereits 20 Yards von der gegnerischen Endzone, den Ball verlor: Einmal mehr hatte der Quarterback nicht das Auge für die freien Wide Receiver, wurde von der Allgäuer Defensive hart angegangen und verlor das Lederei - Ballbesitz Allgäu. Derart nah kamen die Gastgeber in der ersten Hälfte der Comets-Endzone nicht mehr. Sechs Minuten später, am Ende des Anfangsviertels, stand es 10:0 für die Gäste. Die passable Leistung im ersten Viertel konnten die „Mercs“ im zweiten nicht wiederholen. Drei Touchdowns der „Kometen“ sorgten für einen 31:0 Halbzeitstand und brachen den Marburgern das Genick. Somit war die Partie für die „Söldner“ einmal mehr bereits gelaufen, als der Halbzeitpfiff ertönte.

Schlechte Pässe in Massen

Dalwig war äußerst unzufrieden mit der Mannschaftsleistung. „Wir haben auf beiden Seiten des Balles nicht das umgesetzt, was wir im Training besprochen haben“, beklagte Dalwig. Ziel war es gewesen, den Druck von Allgäus Defensive Line mit kurzen Pässen auszuhebeln. Das setzte Claiborne auf dem Feld nicht um. Ebenso mangelte es ihm erneut an der notwendigen Passpräzision. Dalwig ging mit dem „Rasen­general“ hart ins Gericht: „Das war ganz einfach schlecht. Mit so einer Leistung kann man Allgäu nicht beikommen.“ Auch Running Back Silas Nacita, der zwischenzeitlich auf die Quarterback-Position wechselte und dort eine schwache Leistung lieferte, tat dies nicht. Seine Bälle flatterten stark und waren selten präzise.

Blackouts in der Defense

Die Passing Defense war wie die meisten der übrigen Mannschaftsteile gestern Licht und Schatten. Mal verteidigten sie brillant und bärenstark, mal stimmte in der Zuordnung überhaupt nichts. Somit verteilte die Verteidigung einige Geschenke. „Wir haben einmal bombig verteidigt, aber dann im nächsten Spielzug wieder alles falsch gemacht“, schüttelte ein sichtlich frustrierter Matthias Dalwig den Kopf. Allerdings zeigte sich Comets-Quarterback Cedric Townsend gestern äußerst präzise. Insbesondere Pässe über kurze und mittlere Distanz brachte er häufig an den Mann.

Lichtblicke gab für die „Mercs“ dennoch. Das Blocken bei Laufspielzügen erwies sich mitunter als recht solide. Auch Full Back Merlin Detrois zeigte eine starke Leistung, die er im dritten Viertel des Spiels mit einem Touchdown krönte. Knapp wurde es jedoch bei Weitem nicht mehr. Unterm Strich waren die Hausherren dem Gast in allen Belangen unterlegen.

von Benjamin Kaiser

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