Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Das „Dabeisein“ zählt

Special Olympics Das „Dabeisein“ zählt

Die Landesspiele der Special Olympics sind eröffnet. Zunächst zogen die 600 Athleten bei strömendem Regen ins Georg-Gaßmann-Stadion ein, danach begannen die ersten Wettkämpfe.

Voriger Artikel
Lücker sieht Teams eng beieinander
Nächster Artikel
Sport soll das „Miteinander“ stärken

Dabei sein ist alles: Trotz strömenden Regens hatten die Athleten jede Menge Spaß beim feierlichen Einmarsch ins Georg-Gaßmann-Stadion.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Phillip, jetzt brauchst du auch mal ‘ne Wertung“, ruft Judo-Trainer Carl Bauernfeind seinem Schützling zu, der gerade auf der Matte steht. „Reindrehen und ziehen. Das haut fast immer hin“, ergänzt er. In diesem Fall haut es nicht hin. Philipp, 19, verliert am Ende seinen Kampf – ohne eigene Wertung.

Für den Judoka vom Budo Club Mühlheim ist die Niederlage allerdings verkraftbar. Auch sein Trainer nimmt es recht gelassen. „Unsere Athleten haben den Special Olympics lange entgegengefiebert. Es geht hauptsächlich darum, dabei zu sein, sportlicher Erfolg spielt eher ­eine untergeordnete Rolle“, erklärt Bauernfeind, dessen Verein mit insgesamt 17 geistig behinderten Sportlern angereist ist.

Sonne im Herzen

Mit seiner Einstellung vertritt Bauernfeind das Motto der Special Olympics, bei denen sich auch heute und morgen noch Menschen mit geistiger Behinderung in sportlichen Wettkämpfen messen. Der Leitsatz lautet: „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben.“

Gestern Mittag zogen die rund 600 Athletinnen und Athleten zur Eröffnung der zweiten Landesspiele in Marburg ins Georg-Gaßmann-Stadion ein – und das bei strömendem Regen. „Ich dachte kurzzeitig, es geht hier um Wasserspiele“, sagte Zauberkünstler „Juno“, der bei der Feier mit einigen Tricks für Unterhaltung sorgte, „aber in den Gesichtern der Sportler hat man gesehen, dass sie die Sonne im Herzen tragen.“ Im Anschluss wurde die olympische Flamme über die Tartanbahn auf den Platz ins Stadion gebracht.

Clemens Traugott, der Vorsitzende von Special Olympics Hessen, eröffnete die Landesspiele. „In den kommenden Tagen können die Teilnehmer zeigen, was in ihnen steckt – sowohl sportlich als auch im Miteinander“, sagte Traugott.

Mit dabei waren auch die sogenannten „Gesichter“ der Spiele: Basketballer Kim Emmerich, Tauchsportlerin Carina Kühne sowie Handball-Nationalspieler Jannik Kohl­bacher von der HSG Wetzlar. „Alle Sportler, die hierher kommen, sind auf ihre Art und Weise Champions“, sagte der 22-Jährige, „die Menschen strahlen ­eine Freude aus, bei der mir persönlich das Herz aufgeht.“

Teamgeist und Schwung

Die vierte Repräsentantin, Siebenkämpferin Claudia Salman-Rath aus Offenbach, war nicht anwesend. Sie bestreitet heute einen Wettkampf in Paris. In Vertretung des Marburger Oberbürgermeisters Dr. Thomas Spies hieß Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach die Athletinnen und Athleten in Marburg willkommen.

Special Olympics 2017. Foto: Nadine Weigel

Zur Bildergalerie

Sie sei „begeistert vom Teamgeist und dem Schwung“, den die Sportler aus ganz Hessen mit nach Marburg bringen würden. Neben Zauberkünstler „Juno“ traten zwei Fußball-Jongleure aus Stuttgart mit ihrer „Football Freestyle Show“ sowie der Sänger Artur Molin (Foto links) mit Band auf. Danach begann für die Athletinnen und Athleten der Sport. Turniere in den Sportarten Basketball, Fußball, Judo, Boccia, Kanu, Leichtathletik und Schwimmen wurden ausgetragen, dazu gab es weitere wettbewerbsfreie Angebote im Georg-Gaßmann-Stadion sowie im AquaMar.

Heute können die Sportler ergänzend dazu Drachenboot fahren, am Abend wird es eine gemeinsame Party mit Showeinlagen geben.

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170825-99-782273_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Koch/Köchin im Catering?