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Daniel Vier: "Ich bewirke keine Wunder"

Fußball-Hessenliga Daniel Vier: "Ich bewirke keine Wunder"

In der Landesliga-Saison 2004/2005 spielte Daniel Vier schon einmal für Eintracht Stadtallendorf. Mit reichlich Erfahrung ist der 34-Jährige in dieser Runde zurückgekehrt.

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Die Stadtallendorfer Daniel Vier (Mitte) und sein Mannschaftskollege Ufuk Yildirim greifen den ballführenden Erksdorfer Eduard Bulach an.Foto: Marcello Di Cicco

Stadtallendorf. Den ersten Titel hat Daniel Vier mit Eintracht Stadtallendorf bereits gewonnen. Beim Sparkassen-Versicherung-Cup war der Hessenligist einmal mehr das Maß der Dinge. Gefeiert wurde der Erfolg aber kaum. „Sonntags lässt sich schlecht feiern, denn montags müssen ja die meisten arbeiten“, sagt der 34-Jährige augenzwinkernd.

Seiner Arbeit ging der Defensivspieler, der sowohl den brasilianischen als auch den deutschen Pass besitzt, die vergangenen sieben Jahre - mit kurzer Unterbrechung - beim VfB Stuttgart nach. Auf 161 Drittliga-Einsätze kommt Vier; fast alle davon bestritt er für die Zweitvertretung des VfB, der in der vergangenen Saison mit seinen Teams aus der Bundesliga und Dritten Liga abstieg - ein „Worst Case“, der für Vier allerdings absehbar war.

„Die Jugendarbeit war immer sehr gut gewesen. In den vergangenen drei, vier Jahren wurden aber immer die gleichen Fehler gemacht, viele falsche Entscheidungen getroffen - etwa was die Bewertung von Spielern angeht“, meint Vier, der dabei war, als unter anderem Antonio Rüdiger und Bernd Leno in der VfB-Reserve erste Schritte im Profigeschäft machten.

Statt Daniel Didavi, Sebastian Rudy oder Sven Schipplock, mit denen Vier ebenfalls zusammenspielte, heißen seine Mitspieler seit kurzem Dominik Völk, Kevin Vidakovics oder Erdinc Solak. Nach gut elf Jahren, in denen Vier auch für den SC Waldgirmes, Viktoria Aschaffenburg, Eintracht Frankfurt II und den 1. FC Heidenheim spielte, zog es ihn zurück zu dem Klub, für den er als ersten deutschen Klub spielte, als er mit 22 Jahren aus seiner brasilianischen Heimat auswanderte. „Ich habe damals in der dritten brasilianischen Liga gespielt - aber ohne große Perspektive. Über den ehemaligen Stadtallendorfer Spieler Fabio Eidelwein ist der Kontakt mit der Eintracht zustande gekommen“, erinnert sich Vier.

„Ein Zufall“, wie er sagt, führte schließlich dazu, dass Vier ein zweites Mal den Weg in den Marburger Ostkreis fand. „Ich habe Fejz Hodaj (Sportlicher Leiter der Eintracht, Anm. d. Red.) letzten Sommer beim Einkaufen im ‚Forum‘ Wetzlar getroffen. Er fragte mich: ‚Was machst du nächstes Jahr?‘ Daraufhin sagte ich, dass ich eine Ausbildung machen will und zurück nach Hessen möchte.“ Nach ersten Gesprächen im Spätsommer war für Vier klar, dass die Eintracht „die beste Adresse“ (Vier) ist, denn: „Mir gefällt die Philosophie, auf junge Spieler zu setzen. Ich wollte nicht zu einem Verein mit älteren Spielern.“

Mit 34 Lenzen ist Vier mit Abstand der älteste Akteur im Eintracht-Kader. Die Vorschusslorbeeren, aber auch die Erwartungen an ihn als Fixpunkt und Ruhepol, sind groß.

Doch Vier gibt zu bedenken: „Ich freue mich, dass Andere Vertrauen in meine fußballerischen Qualitäten haben. Ich werde den Fußball aber nicht neu erfinden und keine Wunder bewirken. Ich sehe mich als Teamplayer, der sich auch erst einmal an die Liga gewöhnen muss“, sagt Vier, der auf 57 Einsätze und elf Tore in Hessens höchster Spielklasse kommt. „30 Tore und nochmal 30 Vorlagen sollte man von mir aber nicht erwarten“, scherzt der Deutsch-Brasilianer, der sich vor allem auf der „Sechser“-Position sieht, aber in Stuttgart auch als Innenverteidiger ausgebildet wurde.

Nach jüngsten Problemen mit dem linken Fuß und dem Rücken sowie einem Außenbandanriss fühlt sich Vier kurz vor dem Saisonstart inzwischen wieder gut. „Am Endspieltag in Bauerbach habe ich 90 Minuten gespielt - einmal 60, einmal 30. Ich bin aber noch nicht bei 100 Prozent, sondern werde wohl noch drei, vier Spieltage brauchen.“

von Marcello Di Cicco

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