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Dalwig: "Wir können auch in Zukunft mithalten"

Football: Mercenaries-Trainer im Interview Dalwig: "Wir können auch in Zukunft mithalten"

Im nächsten Jahr nehmen die Marburg Mercenaries einen neuen Anlauf, um den Süd-Titel in der GFL zu gewinnen. Ihrem Konzept bleiben sie dabei aber treu, wie Cheftrainer Matthias Dalwig im Interview verrät.

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Trainer Matthias Dalwig (Mitte) war nicht zufrieden damit, wie seine Mercenaries die Spiele gegen Stuttgart am Ende hergeschenkt haben.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. OP: Braunschweig hat die GFL nach Belieben dominiert. Das Halbfinale gewannen die Lions mit 52:3, das Finale um den German Bowl mit 47:9. Muss die nächste Saison überhaupt gespielt werden oder kann man den Pokal gleich nach Braunschweig schicken?

Matthias Dalwig: Die Dominanz war schon im Vorfeld zu befürchten. Mal abwarten, wie die Entwicklung im Winter ist. Vielleicht muss von Verbandsseite mehr reglementiert werden, zum Beispiel was den Einsatz von europäischen Spielern angeht.

OP: Die Playoffs haben Sie mit den Mercenaries zwar als Dritter der Südstaffel erreicht. Warum war Ihr Team beim 22:42 im Viertelfinale bei den Dresden Monarchs so chancenlos?

Dalwig: Das ist bedingt durch unsere junge Mannschaft, die noch nicht die Klasse hat da mitzuhalten. Hinzu kommt, dass Dresden einen deutlich höheren Etat hat als wir. Wir haben noch einmal nachgeschaut: Von den 22 Startern standen uns nur 5 Deutsche gegenüber, 17 kamen aus dem europäischen Ausland, Kanada und den USA. Das sind alles fertige Spieler. Wir hatten einen Großteil an Leuten dabei, die wir selbst ausbilden. Es war nicht mehr drin.

OP: Eigentlich war das Ziel doch aber, um den Südtitel mitzuspielen...

Dalwig: Wir sind auch nicht zufrieden. Die beiden Spiele gegen Stuttgart hätten wir gewinnen müssen, haben sie aber am Ende aus der Hand gegeben.

OP: Der Rückstand zum Südsieger Schwäbisch Hall betrug stattliche acht Punkte.

Dalwig: Der Punkteabstand ist erst gegen Ende der Saison zustande gekommen, als unsere Platzierung feststand und wir Spieler geschont und Dinge ausprobiert haben. Die letzten Spiele waren anstrengend, das hatte eher Klassenfahrtcharakter.

OP: Bleibt es denn beim Ausbildungskonzept oder werden die Mercenaries mehr investieren, um zu den Topteams aufzuschließen?

Dalwig: Das ist auch eine Budgetfrage. Wir würden gerne mehr investieren. Aber wir werden es nicht wie Braunschweig, Dresden oder Kiel machen. Das können wir nicht und das wollen wir auch nicht. Es wird wieder eine Mischung werden.

OP: Quarterback Micah Brown wird in der neuen Saison weiter für Marburg spielen. Bleibt er auch Offensive Coordinator oder ist das Experiment mit dem Spielertrainer Brown gescheitert?

Dalwig: Die Zusammenarbeit mit Micah ist einfach, es gibt so gut wie keine Reibungspunkte. Das hat gut funktioniert. Wir wollen gucken, dass wir ihm und uns weiterhelfen. Vielleicht bekommt er Unterstützung. Ich denke, dass wir uns generell breiter aufstellen mit mehr Trainern.

OP: Also bekommen Sie als Headcoach und Sergej Schmidt als Defensive Coordinator Unterstützung?

Dalwig: Sergej Schmidt wird eine Auszeit nehmen. Es gibt verschiedene Überlegungen. Eine ist, Safety Curtis Slater analog zu Micah Brown als Spielertrainer zu installieren.

OP: Ist denn überhaupt sicher, dass Slater bleibt? Immerhin gehörte er zu den besten Passverteidigern der vergangenen Saison und fing die meisten Pässe ab.

Dalwig: Wir sind in Gesprächen. Er bekommt Angebote aus der ganzen Liga. Da können wir finanziell nicht mithalten. Aber wir versuchen, es ihm anders schmackhaft zu machen.

OP: Welche Importspieler sollen darüber hinaus bleiben und wer verlässt den Verein?

Dalwig: Mit Wide Receiver Bernard Luster laufen auch Gespräche. Luke McCann schließt sein Studium ab und wird dann ins Berufsleben einsteigen. Er steht uns nicht mehr zur Verfügung. Sean Barber weiß nicht, ob er weiter Football spielt. Er überlegt, zur Polizei oder zu den Marines zu gehen.

OP: Wo muss sich die Mannschaft in der neuen Saison verbessern?

Dalwig: Unsere Stärken waren klar im Angriff, vor allem im Passangriff. Wir müssen uns im Laufangriff verbessern. Deshalb wollen wir auf jeden Fall einen amerikanischen Runningback holen. In der Verteidigung gab es verschiedene Baustellen. Teilweise waren Leute dabei, die erst ein halbes Jahr Football gespielt haben. Da haben wir dann eben Lehrgeld bezahlt. In der Passverteidigung und an der Line sind wir dünn besetzt, da müssen wir uns breiter aufstellen.

OP: Nehmen Sie dann einen erneuten Anlauf, um die Schwäbisch Hall Unicorns im Süden zu entthronen?

Dalwig: Wir wissen, dass wir sie schlagen können und haben das in der abgelaufenen Saison ja auch einmal geschafft. Ich bin sicher, dass wir auch in Zukunft mithalten können.

von Holger Schmidt

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