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Dalkowski: "Das Konzept passt zu unserem Budget"

Football: Mercenaries-Präsident im Interview Dalkowski: "Das Konzept passt zu unserem Budget"

Die neue Spielzeit in der German Football League startet zwar erst im Mai 2015, doch Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski ist schon mitten in den Planungen, wie er im OP-Interview verrät.

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Carsten Dalkowski war trotz des klaren Playoff-Ausscheidens gegen Dresden nicht unzufrieden: „Wir waren uns darüber im Klaren, dass es eine Lernsaison wird.“ Foto: Benjamin Kaiser

Marburg. OP: Herr Dalkowski, wann haben Sie mit den Planungen für die Saison begonnen?

Carsten Dalkowski: Eigentlich einen Tag nachdem wir in Dresden ausgeschieden sind.

OP: Tatsächlich?

Dalkowski: Tatsächlich! Bis zum 15. Dezember müssen wir dem GFL-Verband Lizenzunterlagen und Spielerlisten vorlegen. Entsprechend ist das Scouting (Spielersichtung) und Recruiting (Spielerverpflichtung) seit einiger Zeit in vollem Gange. Ebenso unsere Arbeit im Bereich des Sponsorings.

OP: Wird es grundlegende personelle Veränderungen geben?

Dalkowski: Wir planen, mit Headcoach Matthias Dalwig und unserem Quarterback und Offensive Coordinator Micah Brown weiterzuarbeiten. Leider wird uns Defensive Coordinator Sergej Schmidt, der aufgrund seines Studiums eine Pause einlegen will, nicht zur Verfügung stehen. Außerdem werden uns Linebacker Sean Barber undWide Receiver Luke McCann verlassen, da sie aus beruflichen Gründen in die USA zurückkehren. Demnach sind wir momentan auf der Suche nach einem amerikanischen Linebacker, die wohl bald beendet ist.

OP: Steht ein Nachfolger für Schmidt schon fest?

Dalkowski: Wir werden es ähnlich angehen wie in der Offensive. Safety Curtis Slater wird die Organisation der Defensive mit übernehmen. Wir planen aber, ihm noch ein, zwei deutsche Trainer zur Seite zu stellen. Auch da sind die Gespräche mit unseren Wunschkandidaten auf einem guten Weg.

OP: Sie scheinen von dem Konzept, dass ein Spieler gleichzeitig Traineraufgaben übernimmt, viel zu halten.

Dalkowski: Na ja, das ist auch ein wenig aus der Not geboren. Man muss klar sagen, dass wir an den schlechten Jahren 2011 und 2012 finanziell immer noch zu knabbern haben. Es ist also ein Konzept, das momentan in unser Budget passt. Der Nachteil ist natürlich, dass ein Spieler weniger Überblick hat, da er ja auf dem Feld steht. Aus dem Grund wollen wir auch Micah in der kommenden Spielzeit jemanden an die Seite stellen und die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilen. Aufgrund unserer begrenzten Mittel können wir uns eben keinen amerikanischen Trainerstab zusammenkaufen, wie das andere Teams machen.

OP: Wie steht der Verein denn momentan finanziell da? Auch im Vergleich zu anderen GFL-Teams.

Dalkowski: Die Fußball-WM und die Ferien haben sicherlich nicht gut getan. Was die Zuschauerzahlen angeht, sind wir deutlich hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Das macht sich natürlich vor allem bemerkbar, wenn man im Vergleich zu anderen GFL-Teams ein eher kleines Budget hat. Dresden hatte in der vergangenen Saison ein Budget, das mindestens vier- bis fünfmal so hoch war wie unseres. Natürlich wollen wir das Budget erhöhen. Aber dazu bräuchten wir mehr Sponsoring-Einnahmen. Insbesondere Dresden hat sich in den letzten Jahren gut aufgestellt. Nicht nur mit Amerikanern, sondern auch mit europäischen Spielern - vor allem aus Tschechien und Polen.Denen muss hier in Deutschland natürlich Wohnung, Versicherung etc. zur Verfügung gestellt werden. Dresden hat dafür das nötige Kleingeld, wir nicht.

OP: Wie zufrieden waren Sie denn mit der Saison? Erst Platz drei in der GFL Süd und dann das klare Playoff-Aus in Dresden...

Dalkowski: Wir sind in der Saison nicht überrascht worden. Wir waren uns darüber im Klaren, dass es eine Lernsaison wird. Dafür bin ich eigentlich ganz zufrieden. Die beiden völlig unnötigen Niederlagen gegen Stuttgart schmerzen noch ein wenig. Hinsichtlich Dresden: Wenn der Gegner finanziell so viel besser aufgestellt ist, sieht man das natürlich auch auf dem Platz. Die haben uns klar und deutlich gezeigt, wo der Hase lang läuft. Hätten wir Dresden geschlagen, wäre das ein kleines Wunder gewesen.

OP: Vor allem gegen Stuttgart hat man gesehen, wie das sporadische Laufspiel in dieser Saison dazu geführt hat, dass die „Mercs“ Probleme hatten, Zeit von der Spieluhr zu nehmen, um Führungen zu verteidigen.

Dalkowski: Das ist richtig. Deshalb bemühen wir uns momentan um einen amerikanischen Running Back. Unsere Offensive soll in Zukunft weniger berechenbar sein. Micah ist zwar ein Top-Athlet, aber er sollte nicht gleichzeitig unser bester Mann im Laufspiel sein.

OP: Was ist die Devise für die neue Saison?

Dalkowski: Die hat sich nicht geändert: Wir wollen um die Meisterschaft in der GFL Süd mitspielen.

von Benjamin Kaiser

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