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Czyrzewski steht im Mittelpunkt

Hessenpokal: Bauerbach - Ederbergland Czyrzewski steht im Mittelpunkt

Zwei Spielklassen trennen den SV Bauerbach vom Fußball-Hessenligisten FC Ederbergland. In der ersten Runde des Hessenpokals will der Marburger Cup-Sieger seine Außenseiterchance aber nutzen.

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Ingo Czyrzewski (Mitte) soll – wie hier mit dem FV Bürgeln gegen die SG Ebsdorfergrund mit Keeper Georg Bamberger – künftig für den SV Bauerbach treffen. Am besten schon heute gegen Ederbergland. Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Bauerbach. Eine Personalie rückt Mittwochabend besonders in den Fokus, wenn die Pokal-Partie um 19 Uhr auf dem Kunstrasen in Bauerbach angepfiffen wird: Ingo Czyrzewski. Denn eigentlich hatte der frühere Stadtallendorfer bereits beim FC Ederbergland unterschrieben. Doch noch vor dem Hessenliga-Auftakt änderte Czyrzewski, der in der Vorsaison noch als Spielertrainer beim A-Kreisligisten FV Bürgeln tätig war, seine Meinung. Schon an diesem Mittwoch wird er für den SV Bauerbach auflaufen - pikanterweise gegen Ederbergland. „Wenn die Passstelle ihr Wort hält, kann er spielen“, bestätigte Bauerbachs Vorsitzender Edmund Euker.

„Zeitlich hat es nicht hingehauen“, erklärt Euker die Beweggründe Czyrzewskis, das Abenteuer Ederbergland zu beenden, noch bevor es richtig begonnen hatte. Der Vertrag sei in beiderseitigem Einvernehmen vor zwei Wochen aufgelöst worden. FCE-Trainer Harry Preuß verfährt nach dem Motto „Reisende soll man nicht aufhalten“ mit dem Weggang: „Wenn er den Aufwand nicht mehr betreiben will, reicht es eben nicht mehr für die Hessenliga.“

Die Kehrtwende des Routiniers ist dagegen ein Glücksfall für den SV Bauerbach, der schon zu Jahresbeginn an einem Transfer des 30-Jährigen gearbeitet hatte und nun die Gelegenheit beim Schopfe packte. Eine „nachträgliche Wunschverpflichtung“, wie Euker sagt. „Wir wollen seine Erfahrung nutzen.“

Czyrzewski soll Trainer Wolfgang Breitenmoser als verlängerter Arm auf dem Platz unterstützen und die Geschicke aus der Mittelfeldzentrale heraus lenken. Einen echten Co-Trainer hat der SV Bauerbach nicht, Abwehrchef Aman Asghedom erfüllt diese Aufgabe bisher. „Er ist aber nicht der Lauteste auf dem Platz“, erklärt Edmund Euker. Man habe deshalb schon vor der Saison „zwei Kandidaten nicht umsonst angesprochen“, um Breitenmoser zu unterstützen. Der eine, Ingo Czyrzewski, ist nun zum SVB gewechselt. Der andere, Anton Jencik, spielt weiter für den Gegner FC Ederbergland.

Ebenfalls spielberechtigt ist am Mittwoch der achte Bauerbacher Neuzugang Andrew Iyasere. Der 24-jährige Stürmer mit nigerianischen Wurzeln wechselt wie schon Mickael Abrham vom VfB Gießen zum SVB. „Er kann als Mittelstürmer spielen oder über außen“, erklärt Euker, der die exzellente Technik und die Dynamik der Neuerwerbung hervorhebt. Iyasere spiele etwas körperbetonter als Toptorjäger Manuel Brehm, der sich zu Saisonbeginn mit drei Treffern beim 3:1-Sieg in Kirchhain hervorgetan hatte.

Für den SV Bauerbach ist der FCE im Vergleich zu den anderen möglichen Gegnern TSV Mengsberg und FV Breidenbach das härteste Los, das in der ersten Runde drin war. „Wir wollen den Kreis Marburg gut präsentieren“, sagt Euker. Im damaligen Regionalpokal sei seinem Klub die Überraschung schließlich schon einmal gelungen. In der Saison 2010/11 warf der damalige Kreisoberligist Bauerbach den damaligen Verbandsligisten Ederbergland mit 3:1 aus dem Wettbewerb.

Die Gäste dürften den SVB also ernst nehmen. Und nicht nur wegen der Historie. „Es ist den Ederbergländern sicher nicht entgangen, dass wir beim Stingel-Cup gegen Stadtallendorf gewonnen haben und beim Meier-III-Cup erst im Elfmeterschießen gegen Schwalmstadt ausgeschieden sind“, gibt sich Euker selbstbewusst. Zudem seien beim Spiel eines Aufstiegsaspiranten gegen einen Fast-Absteiger „eigentlich keine zwei Klassen dazwischen“.

Den Gegner schätzt Euker als „offensiv sehr, sehr stark“ ein: „Da kommt ein Brocken auf uns zu.“ Den Zuschauern verspricht er einen heißen Kampf. „Wir dürfen träumen“, sagt Edmund Euker. „Aber wir sind auch realistisch.“ Sollte seine Mannschaft den Kürzeren ziehen, wolle man sich erhobenen Hauptes aus dem Hessenpokal verabschieden.

Der Ex-Wetteraner Preuß versucht zu verhindern, dass seine Schützlinge den Gegner auf die leichte Schulter nehmen. „Die Bauerbacher sind sehr ambitioniert und stellen eine gute Mannschaft, die auch noch punktuell verstärkt wurde“, sagt der Ederbergland-Trainer. „Wir müssen ans Limit gehen.“ Zumal Torjäger Felix Nolte wegen eines Innenbandanrisses fehlt.

Neben dem Prestige geht es auch um viel Geld. 140000 Euro erhält der Hessenpokalsieger für das Erreichen der ersten DFB-Pokalrunde. Davon werden 28000 Euro unter den Hessenpokal-Viertelfinalistenverteilt.

von Holger Schmidt

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