Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Gewitter

Navigation:
Comeback in der Regionalliga

Tischtennis Comeback in der Regionalliga

Nach sieben Jahren Abstinenz feierte Stadtallendorf nach der Oberliga-Vizemeisterschaft auch den Aufstieg in die Regionalliga.

Voriger Artikel
Sportler trotzen dem Wetter – bis der große Regen einsetzt
Nächster Artikel
Ein Auftakt nach Maß

Johannes Linnenkohl, hier noch im Trikot des 1. TTV Richtsberg, wechselte zum TTV Stadtallendorf, um künftig Regionalliga zu spielen. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. REGIONALLIGA

Im April 2009 verabschiedete sich der TTV nach vielen Jahren aus der damaligen dritthöchsten deutschen Spielklasse. In der Saison 2016/2017 sind die Stadtallendorfer wieder zurück, wenn auch „nur“ in der vierthöchsten Liga Deutschlands, denn in der Zwischenzeit wurde mit der 3. Bundesliga eine weitere Klasse eingeführt. „De facto wird heute in der Regionalliga aber Tischtennis auf höherem Niveau geboten als zu dem Zeitpunkt, als sie noch dritthöchste Spielklasse war“, so Stadtallendorfs Sportwart Carsten Zulauf, der persönlich auf einen Regionalligastart verzichtet und zukünftig die Verbandsligamannschaft des TTV verstärken wird.

In der Aufstellung für die kommende Saison findet man zwar keinen Namen aus dem Jahr 2009 wieder, dennoch schätzt Zulauf das Team als „die stärkste Stadtallendorfer Mannschaft aller Zeiten“ ein. Als Ziel hat sich das Team um Neu-Mannschaftsführer Fabian Moritz den Klassenerhalt gesetzt. Diese hehren Ambitionen wären ohne personelle Verstärkung wohl nicht zu realisieren gewesen. So schloss sich mit dem 17-jährigen Johannes Linnenkohl von Hessenligist 1. TTV Richtsberg noch vor der offiziellen Bestätigung der Regionalligazugehörigkeit eines der größten Talente der Region dem TTV an. Neben Linnenkohl setzt Stadtallendorf insbesondere große Hoffnungen in seinen neuen Spitzenspieler Patryk Jendrzejewski. Der 26-jährige Pole wechselt aus der polnischen Superliga, der höchsten polnischen Spielklasse, in die Bärenbachhalle. Gemeinsam mit Fabian Moritz wird er das neue Spitzenpaarkreuz bilden.

Stadtallendorf muss zwei Teams hinter sich lassen

Im mittleren Drittel hoffen die TTV-Fans auf die Ballkünste des ebenfalls erst 17-jährigen Marco Grohmann und Filip Pindura. Beide hatten in der vergangenen Saison eine ansteigende Formkurve zu verzeichnen. So konnte Grohmann nicht nur eine ausgeglichene Bilanz im Paarkreuz der besten Oberligaspieler vorweisen, sondern mit dem Sieg gegen Profi Thomas Keinath sogar den „Besten der Besten“ bezwingen. An Position 6 steht mit Jochen Schmitt ein regionalligaerfahrener Spieler zur Verfügung.

Zwei Vereine muss Stadtallendorf hinter sich lassen, um zumindest den Relegationsplatz zu erreichen. Als Hauptkonkurrenten sieht Zulauf die Teams aus Wuppertal und Köln-Porz. Insbesondere die Kölner dürften mit dem mehrfachen estnischen Meister Vallot Vainula ein harter Brocken werden. Bei optimalem Spielverlauf sieht Zulauf seine Farben auch gegen die Mannschaften aus Süchteln, die Mitaufsteiger aus der Oberliga West, Vernich und Ronsdorf, sowie Langenselbold - allerdings nur ohne „Edeljoker“ Richard Prause - nicht chancenlos. Um die Meisterschaft dürften neben den beiden Topteams aus Buschhausen auch die Bundesligareserve von Fulda-Maberzell ein Wörtchen mitreden.

HESSENLIGA

In der Hessenliga geht der letztjährige Tabellendritte 1. TTV Richtsberg als krasser Außenseiter in die Saison. „Wir haben uns trotz der starken Abgänge (Asen Asenov nach Allendorf/Lumda und Johannes Linnenkohl nach Stadtallendorf) dazu entschlossen für die Hessenliga zu melden, um nicht noch eine weitere Klasse zu verlieren“, begründet Jörg Sause die Entscheidung. Zudem stehen mit Marco Specht, Helmut Euler und Jannik Jung weitere Spieler nicht zur Verfügung. Da auch Alexander Weiß und Daniel Dithmar maximal drei Spiele bestreiten wollen, nimmt das Team in der Stammbesetzung Harald Peschke, David Rommels­pacher, Lars Heidergott, Stefan Luley, Jörg Sause und Hans-Jürgen Lammers mit einer Aufstellung die Hessenliga in Angriff, mit der man in der letzten Saison aus der Verbandsliga abgestiegen ist. Dennoch hofft Sause in dem einen oder anderen Match „mitspielen“ zu können. Jedenfalls will man sich den Spaß am Sport nicht nehmen lassen. Meisterschaftsfavoriten dürften Oberligaabsteiger Watzenborn-Steinberg sein.

VERBANDSLIGA

In der Verbandsliga nahm den Platz von Absteiger Richtsberg II nach mehrmaligem Anlauf der TTC Anzefahr ein. Die „Blau-Gelben“ wollen das Abenteuer mit derselben Mannschaft wagen, die die erfolgreichste Bezirksoberligasaison der Vereinsgeschichte absolvierte. Dabei ist man sich im Kirchhainer Stadtteil durchaus bewusst, dass für das Ziel Klassenerhalt oder zumindest der Relegationsplatz die Trauben enorm hoch hängen werden. Mit einer eingespielten Mannschaft und großer Motivation, so wurde zum Teil extra ein professioneller Vorbereitungslehrgang absolviert, will das Anzefahrer Sextett die eine oder andere Überraschung schaffen. Mitabstiegskandidat dürfte Altenbrunslar sein, den man mit 9:6 in der Relegation bezwingen konnte, dessen Spitzenspieler sich jedoch Hessenligist Felsberg anschloss und kein gleichwertiger Ersatz gefunden wurde.

Marbach will ins obere Mittelfeld

Nachdem man beim TSV Marbach zuletzt immer gegen den Abstieg kämpfte, peilt Mannschaftsführer Alexander Probst eine Platzierung im oberen Mittelfeld an. Hoffnung gibt ihm für dieses Unterfangen Neuzugang Helmut Hinder (1. TTV Richtsberg II), der die TSVer sich in der Breite etwas besser aufstellen lässt. Für Hinder rückt Georg Kattenborn in die zweite Mannschaft, steht jedoch im Bedarfsfall als starker Ersatz zur Verfügung.

Als Meisterschaftsanwärter sieht Probst die Teams von Stadtallendorf II und Weiterode. Die Ostkreisler haben sich mit Michal Kuternozinski und Carsten Zulauf aus der „Ersten“ verstärkt und können zudem auf die starke „polnische Mitte“ mit Grzegorz Pociask und Slawomir Karwatka bauen. Im dritten Paarkreuz setzt der TTV II mit Mannschaftsführer Niklas Boos und Rückkehrer Thomas Möhl ganz auf die Jugend. Als Hauptkonkurrent im Meisterrennen dürfte am ehesten der Tabellendritte der vergangenen Saison Weiterode infrage kommen. Die Osthessen haben sich mit Hessenligaspieler Hansmann (Kirtorf) nochmals verstärkt.

Stadtallendorf startet am 10. September gegen den starken Aufsteiger Lüdersdorf in die Saison. Eine Woche später steigt das erste Kreisderby zwischen dem TTC Anzefahr und dem TTV Marbach.

von Cornelius Hahn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?