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Brehm zeigt Kirchhain die Grenzen auf

Fußball-Gruppenliga Brehm zeigt Kirchhain die Grenzen auf

In der Defensive gut stehen, den SV Bauerbach nicht ins Spiel kommen lassen - der TSV Kirchhain hatte sich vor seinem ­Auftaktmatch in der Gruppenliga einiges ­ausgedacht. Doch dann kam alles anders.

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Nicht zu halten: Bauerbachs dreifacher Torschütze Manuel Brehm (rechts) gegen Kirchhains Marc Schilhabl. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Kirchhain. Stille, Kopfschütteln, Ernüchterung. Die große Euphorie der Kirchhainer Aufstiegshelden war nach nicht einmal zwei Minuten in der Gruppenliga fast gänzlich verflogen. Geschockt, fast schon hilflos, musste TSV-Trainer Sascha Hausmann an der Seitenlinie mit ansehen, wie seine Schützlinge in den ersten Sekunden des Spiels eine kalte Dusche bekamen. „Schlechter hätte es nicht beginnen können. Das hat alles, was wir uns vorgenommen hatten, über den Haufen geworfen“, gab der Coach nach Spielende zu und bemängelte: „Gedanklich schienen wir noch in der Kreisoberliga zu sein.“

Übeltäter - aus Sicht des TSV Kirchhain - war ein gewisser Manuel Brehm gewesen. Der Bauerbacher Goalgetter nutzte eine Unachtsamkeit in der gegnerischen Hintermannschaft eiskalt aus, ließ Spieler wie Zuschauer erstarren.

Damit aber noch nicht genug für all diejenigen, die es mit dem Aufsteiger gehalten hatten. Der Mann mit dem roten Trikot und der Rückennummer 21, er schien noch deutlich mehr zu wollen. 19 Minuten nach seinem ersten Streich düpierte Brehm zwei TSV-Verteidiger wie Schuljungen, erhöhte auf 2:0. Und um die Lehrstunde perfekt zu machen, schlug die Sturmspitze noch einmal zu - eine Minute vor der Pause.

Als die Kirchhainer erschöpft zu ihren Wasserflaschen schritten, wirkten sie fassungslos und vor allem nachdenklich, ob Manuel Brehm an diesem Tag überhaupt zu stoppen sein würde.

„Wir waren in der ersten Halbzeit keine drei Tore schlechter. Aber Bauerbach hat jeden unserer Fehler bestraft - und aus meiner Sicht dazu den besten Stürmer dieses Kreises“, huldigte Sascha Hausmann dem Ausnahmekünstler. Er selbst hatte natürlich ein breites Grinsen im Gesicht. „Ich fühle mich im Moment topfit, habe die komplette Vorbereitung voll durchziehen können. Und heute hat einfach alles funktioniert“, wusste Brehm selbst kaum eine Erklärung für seine sensationelle Leistung. Schadensbegrenzung schien also die Aufgabe der Hausmann-Elf im zweiten Durchgang zu sein - bloß nicht gleich in der ersten Partie eine echte Abreibung kassieren.

Doch wer dachte, der TSV verteidige fortan mit aller Kraft das Ergebnis, der hatte sich getäuscht. Ballbesitz und Torraumszenen häuften sich auf Seiten der Kirchhainer. „Wir haben uns sichtlich mehr zugetraut. Jeder hat noch einmal etwas mehr gegeben“, stellte Spielführer Rafael Gorniok überrascht fest. „Wir müssen aber noch einiges dazulernen. Da ist Bauerbach kein Maßstab für uns.“

Der SVB hatte sich seinerseits in der Halbzeitpause vorgenommen, zurückhaltender zu agieren. Zwar wollte sich der neue Trainer Wolfgang Breitenmoser nicht äußern, Bauerbachs Vorsitzender Edmund Euker räumte nach Spielschluss allerdings ein: „Es war tatsächlich eine Anweisung, wegen des anstehenden Pokalspiels am Mittwoch gegen Ederbergland Kräfte zu sparen. Wir haben den Kirchhainern dadurch aber zu viele Räume gegeben“, kritisierte Euker.

Auch Manuel Brehm war mit dem Auftritt seines Teams nach dem Wechsel unzufrieden. „Wir kamen gar nicht mehr ins Spiel“, so der Hattrick-Schütze.

Dem TSV Kirchhain gelang per Strafstoß der Anschlusstreffer. Es wurde lauter in den Reihen der gut 350 Zuschauer. Routinier Schilhabl, Kapitän Gorniok und Neuzugang Daniel Höck ließen danach beste Möglichkeiten ungenutzt. „Aber darauf müssen wir definitiv aufbauen“, fordert TSV-Coach Hausmann. Dann sehe er seine Mannschaft auf einem guten Weg. Für die Kirchhainer kam ein Gegner solchen Kalibers einfach zu früh. Das hatte an diesem Tag besonders der Stürmer mit der Nummer 21 eindrucksvoll aufgedeckt.

von Yanik Schick

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