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Lokalsport Ristau gelingt Sensation im Super-G
Sport Lokalsport Ristau gelingt Sensation im Super-G
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18:18 12.02.2018
Noemi Ristau und ihr Guide Lucien Gerkau sind bei den Paralympics in Pyeongchang dabei.  Quelle: Privatfoto
Kimberley

Die blinde Skifahrerin der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg wollte eigentlich in erster Linie Erfahrungen in den Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G sammeln. Letztlich stand sie sogar einmal ganz oben auf dem Siegerpodest.

Die blinde Skifahrerin der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg wollte eigentlich in erster Linie Erfahrungen in den Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G sammeln. Letztlich stand sie sogar einmal ganz oben auf dem Siegerpodest. Es war ihr erster Weltcupsieg überhaupt. „Das war für mich selbst eine Überraschung“, sagte die 26-Jährige gestern Abend deutscher Zeit, als sie auf dem Weg zum Flughafen war.

Der große Coup gelang im letzten Weltcup-Rennen dieser Saison. Es war der zweite Super-G des Wochenendes. Beim ersten zweieinhalb Stunden zuvor war Ristau mit ihrem Guide Lucien Gerkau ausgeschieden. In einer Kurve im Steilstück „hat‘s mich rausgehoben“, sagte sie. Ristau stürzte zwar nicht, verpasste aber das Tor. Das Rennen gewann die Britin Menna Fitzpatrick vor Gesamtweltcup-Siegerin Henrieta Farkasova (Slowakei) und Millie Knight (Großbritannien).

Erst verhalten, dann mutiger

Im zweiten Lauf aber gab die Marburgerin Gas. Bei der dritten Zwischenzeit lag Ristau noch 0,41 Sekunden hinter Fitzpatrick, im Ziel hatte die Deutsche in 1:27,57 Minuten dann 77 Hundertstelsekunden Vorsprung. „Ich habe mir einfach die Stelle genau eingeprägt, wo ich ausgeschieden bin. Den Rest habe ich so gemacht wie vorher“, erklärte Ristau.

Im ersten Abfahrtsrennen fuhr die 26-Jährige noch recht verhalten. 5,21 Sekunden betrug der Rückstand der Viertplatzierten auf Siegerin Fitzpatrick, die 1:21,83 Minuten benötigte. Ins zweite Rennen ging Ristau dann mutiger und wurde mit Platz drei belohnt. Damit stand sie in dieser Saison in allen Disziplinen auf dem Podium. In 1:23,03 Minuten war sie nur noch 2,61 Sekunden langsamer als Siegerin Farkasova. Fitzpatrick fehlten 0,61 Sekunden zum Doppelsieg.

Am 8. März beginnen in Pyeongchang die Paralympics. Noemi Ristau und Lucien Gerkau dürften im Kampf um die Medaillen in dieser Form ein Wörtchen mitreden. Wahrscheinlich ist, dass Ristau in allen fünf Disziplinen starten wird.

von Holger Schmidt