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Blau-Gelbe besiegen die Unbesiegbaren

Fußball, Verbandsliga Blau-Gelbe besiegen die Unbesiegbaren

Dank einer hervorragenden Mannschaftsleistung feierten die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg den ersten Heimsieg seit dem 4. September - und das ausgerechnet gegen den bis dato ungeschlagenen SC Waldgirmes.

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Clemens Haberzettl (rechts) von den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg erzielt das Tor des Tages. Fabian Grutza, der Torwart von Waldgirmes, ist machtlos. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Gestern, Sportplatz am Zwetschenweg, 17.20 Uhr: Die Spannung, die in der kalten Luft liegt, ist schier greifbar. Im Topspiel zwischen dem Primus und dem gastgebenden Tabellendritten läuft bereits die Nachspielzeit. „Jetzt fahrt euch hoch. Es sind noch zwei Minuten!“, mahnt Marburgs Innenverteidiger Jonas Herberg zur Ordnung gegen seit gut 45 Minuten anrennende Gäste.

Einmal heißt es für die 150 Zuschauer noch mal Luft anhalten, als der eingewechselte Steffen Schneider nach einem Luftduell mit Herberg im Strafraum der Heimelf zu Boden geht. Doch die Pfeife des gut leitenden Maximilian Rüger (Petersberg) bleibt stumm. Die Quittung: Beschimpfungen einzelner SCW-Anhänger, als der Referee nach dem Abpfiff in die Kabine geht. „Ob das ein Elfmeter war, kann ich nicht beurteilen“, sagt SCW-Trainer Peter Bätzel, „ich habe nicht mal gesehen, ob überhaupt jemand hinter ihm war.“

Was Bätzel vielmehr ärgerte, war sinnbildlich für den Auftritt der Gäste: „Nach dieser Szene geht Andi Schäfer über halblinks durch. Wir haben gefühlt zehn Spieler im 16er, finden aber nicht den Abschluss.“ So blieb es beim nicht unverdienten 1:0-Erfolg der Marburger, die zwölf Wochen nach ihrem letzten Heimsieg wieder feiern durften.

„Wir sind stolz auf die Leistung, weil wir alles umgesetzt haben, was wir vorgegeben hatten. Wir haben sehr diszipliniert gespielt“, lobte SF-BG-Interimstrainer Mirko Gut, für den es nur ein kleines Manko gab: „Hätten wir unsere Konter konsequenter ausgespielt, hätten wir sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit noch ein Tor schießen können. So blieb es immer ein Spiel auf Messers Schneide.“

Das Tor des Spiels erzielte schließlich Clemens Haberzettl mit einem Geniestreich: Nach einem Angriff über die rechte Seite behauptete der Flügelflitzer im Strafraum den Ball, lief an die Torauslinie und von dort aus zum kurzen Pfosten. Nicht erst was folgte, war für Gut „zum Zungeschnalzen“. Weil Keeper Fabian Grutzka und Sascha Theil mit einem Pass rechneten, machten sie das kurze Eck sträflich frei. Haberzettl bedankte sich und schob den Ball ein (8.).

Nach ausgeglichenen ersten 20 Minuten nahm der Gast, der bei eigenem Angriff auf eine Dreierkette umstellte, zunehmend das Heft in die Hand - allerdings ohne zwingend zu werden, was nicht zuletzt an einer starken Defensivleistung der Gastgeber lag. „In der ersten Halbzeit haben wir die nötige Körpersprache vermissen lassen. Zudem haben wir für unsere Verhältnisse viel zu viele technische Fehler gemacht. Das schnelle Spielen, was uns stark macht, ist uns nicht gelungen“, monierte Bätzel, dessen Team erst nach dem Kabinengang zielstrebiger und mit mehr Zug zum Tor agierte.

„Offensiv haben wir gegen disziplinierte Marburger aber nicht den Zugriff gefunden, um in den entscheidenden Situationen Klarheit zu schaffen“, sagte Bätzel, dessen Mannschaft in den zweiten 45 Minuten zwar mehr Ballbesitz hatte, aber - wie schon vor der Pause - nur zwei gute Torchancen verbuchte (48., 68.). „Die Jungs haben gezeigt, dass man so ein Spiel mit viel Leidenschaft und Wille über die Zeit bringen kann. Wir haben einen großen kämpferischen und läuferischen Aufwand betrieben. Jeder hat für den anderen geackert. Das war der entscheidende Punkt“, meinte Gut.

von Marcello Di Cicco

 

Tor: Clemens Haberzettl (8.).

Marburg: Widdascheck - Kleemann, Weidenhausen, Herberg, Bepperling - Huhn (89. Ortmüller), Lauer, Gries, Haberzettl - Löwer (80. Eberling), Wiessner.

Waldgirmes: Grutza - Azizi, Lang, Schmidt, Siegel - Theil (77. Roskosz), Hartmann (62. Kretschmann), M. Schneider (77. S. Schneider), Schäfer - Duran, Langholz.

Schiedsrichter: Maximilian Rüger (Petersberg). Gelbe Karten: Gries, Haberzettl / M. Schneider, Duran. Zuschauer: 150. Beste Spieler: Haberzettl, Herberg, Huhn / Schneider, Azizi, Duran.

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