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Blau-Gelb-Fußballriege ohne Führung

Fußball Blau-Gelb-Fußballriege ohne Führung

Wegen angeblich unüberbrückbarer Differenzen mit dem Hauptverein haben die beiden Top-Funktionäre der Fußballabteilung der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg ihre Dienste quittiert.

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Der Fußballplatz am Zwetschenweg dient den Kickern der SF BG Marburg als Trainings- und Spielstätte.

Quelle: Bodo Ganswindt

Marburg. Die Erfolge können sich sehen lassen: Die Männermannschaft der Fußballer der SF BG Marburg hat den Aufstieg in die Verbandsliga Mitte geschafft. Die Frauen spielen in der nächsten Saison gar in der Hessenliga.

Und dennoch rumort es im Jahr des 50-jährigen Bestehens der Blau-Gelben im Verein. Die Fußballabteilung (männlich) liegt vermeintlich im Clinch mit der Fußballabteilung (weiblich). Ob diese Kategorisierung in zwei selbstständige Abteilungen überhaupt zutrifft, darüber herrscht zumindest im Lager des Männerfußballs keine einhellige Meinung.

Dessen Leiter Professor Dr. Dr. Axel Wilke jedenfalls sieht den weiblichen Part als ein „Konstrukt mit Sonderrechten, was in einer modernen Vereinsführung nicht akzeptabel ist“. Im Jahr 2011 seien gewisse Regelungen für den Frauenfußball ausgehandelt und beschlossen worden.

Knappe Resource Sportplatz

Die schließen etwa aus, dass Wilke und Co. nicht autorisiert sind, bei der Festlegung von Trainingszeiten auf dem Kunstrasenplatz am Zwetschenweg das Bestimmungsrecht zu haben. Daher habe man beim Vereinsvorstand eine Änderung jener Regelungen angemahnt. Doch der habe keinen zwingenden Grund für eine Neuordnung gesehen. „Das war für Heiko Mewes und mich Grund genug, zu gehen“, sagt Wilke.

Anton Schmölz, der Vorsitzende des Gesamtvereins, sieht sich in diesem Konflikt in der Rolle des Vermittlers. „Im Grunde handelt es sich im vorliegenden Fall um einen Ressourcenkonflikt, nämlich um die knappe Ressource Sportplatz“, betont er und versichert: „Ich habe niemandem die Platzhoheit erteilt, sondern gesagt, dass so etwas nur einvernehmlich zu lösen sei.“ Das Einvernehmen sei schließlich hergestellt worden. Die Platzbelegung sei erfolgt auf der Grundlage der ermittelten Bedarfe aller Sparten des Vereins - auch mit der Frauenfußballabteilung, die von Wolfgang Richter geführt wird. Schölz betont, es gebe eigentlich keinen persönlichen Streit, sondern allenfalls Differenzen über Kompetenzen.

Wolfgang Richter spricht von zwei gleichberechtigten Abteilungen des Vereins, die jeweils ihre Interessen vertreten. „Alle Fußballplätze in Marburg gehören der Stadt, und mit der hat der Hauptverein einen Nutzungsvertrag über den Kunstrasenplatz am Zwetschenweg geschlossen.

Richter: „Brauchen Platz für Frauenabteilung“

Abteilungsleiter gemäß dem Vereinsrecht existieren überhaupt nicht. Jede Abteilung hat zwar einen Vorstand und verwaltet sich selber, doch die rechtliche Vertretung obliegt dem Vorsitzenden Anton Schmölz“, sagt Richter.

Er sei übrigens von keinem der Zurückgetretenen in dieser Angelegenheit angesprochen worden.

Auch er sieht den Streit um die Nutzung eines einzigen Platzes als ein Riesenproblem an. Er verweist darauf, dass die prosperierende Frauenabteilung inzwischen auf sieben Teams angewachsen sei. „Es ist eine der größten Frauen- und Mädchenabteilungen in Hessen. Wir brauchen dringend Platz für sie und wollen nicht abhängig sein von der Gnade der Männer.“ Allerdings gebe es unter den Spielerinnen und Spielern keinerlei Probleme. „Im Gegenteil, wir trainieren und feiern gemeinsam.“

Wie es in der Männersparte der Kicker nun weitergeht und wer künftig Verantwortung übernimmt, wird noch zu klären sein und voraussichtlich in einer außerordentlichen Versammlung erörtert.

von Bodo Ganswindt

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