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Bitteres Ende nach mitreißendem Duell

KTV Obere Lahn Bitteres Ende nach mitreißendem Duell

Im dritten Aufeinandertreffen beider Mann­schaften gewann der MTV Stuttgart erstmals gegen die KTV Obere Lahn - mit 37:36 in Biedenkopf.

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Reicht es? Nach Thore Gauchs Landung vom Reck warten (oben, von links) Felix Wiemers, Jakob Paulicks und Waldemar Schiller auf das Ergebnis. Es reichte nicht! Erstmals dabei war auch KTV-
Neuzugang Scott Morgan (unten) aus Kanada.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Biedenkopf. Als das Ergebnis auf der Anzeigetafel erscheint, zieht sich Thore Gauch für einen Moment zurück. Er setzt sich auf den Boden, lehnt den Rücken an die Hallenwand und senkt den Kopf. Während Stuttgart den Sieg feiert, sagt er betrübt: „Ich bin nicht zufrieden - aber die fünf Punkte sind in Ordnung.“

Erst im letzten Duell des Abends zwischen den Kielern Daniel Weinert (MTV) und Thore Gauch (KTV) war der Wettkampf entschieden worden. Noch führten die Biedenkopfer mit vier Punkten vor den Tabellenführern aus Stuttgart.

Dann zeigte Weinert jedoch die beste Reck-Übung aller Gäste-Turner (14,30 Punkte), die Gauch (11,40) nicht mehr kontern konnte. „Ich hatte sogar noch etwas an Schwierigkeit rausgenommen, wollte sicher und sauber durchkommen. Das ist leider nicht gelungen“, betont Gauch enttäuscht.

Doch der Wettkampf wurde nicht am Reck verloren - im Gegenteil. Überhaupt hatten erst die starken Übungen von Andrey Likhovitskiy, Fabian Hambüchen und Fabian Lotz gepaart mit dem Pech der Gegner - Philip Sorrer wackelt, Donell Wittenburg stürzt vom Gerät - die Entscheidung bis in das letzte Duell verzögert. „Wir haben davor zu viele Fehler gemacht“, resümiert Fabian Hambüchen".

Gute Aussichten: Zunächst scheint es, als könnte Obere Lahn den Rückstand am Reck tatsächlich noch aufholen. Das Duell mit dem Tabellenführer und Liga-Favoriten MTV Stuttgart verloren die Biedenkopfer Turner dann aber knapp mit 36:35. Foto: Benedikt Bernshausen

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Schon nach dem Barren sei der Rückstand (25:32) einfach zu groß gewesen. Dabei hatten die Biedenkopfer am Boden stark begonnen: Zuerst holte Jakob Paulicks ein Unentschieden gegen Philip Sorrer, dann büßte Waldemar Schiller nur vier Punkte gegen den bärenstarken US-Amerikaner Donell Wittenburg ein. Im Gegenzug sicherten Fabian Hambüchen und der kanadische KTV-Neuzugang Scott „Scotti“ Morgan mit je vier Zählern den Gerätesieg. „Wir haben am Boden genial geturnt“, stellt Trainer Albert Wiemers fest, „aber wir hätten am Pferd mehr leisten müssen, und wir haben auch an den Ringen Punkte liegen lassen!“

Zwei Beispiele: An den Ringen konnte Waldemar Schiller den Abgang nicht stehen und stolperte nach hinten auf den Hosenboden. Oder Fabian Lotz: Am Pferd setzte sich der Turner aufs Gerät und verlor dann beim Abgang den Halt, kippte rücklings auf die Matte. Später hakte auch seine Übung am Barren, wo beispielsweise die Schwebekippe erst im zweiten Anlauf gelang. Ärgerlich, denn: „Ich habe mich selten so gut gefühlt wie heute. Ich war sehr, sehr gut vorbereitet“, sagt Lotz.

"Das geht in die Geschichte ein"

„Das geht in die Geschichte ein“, scherzt Trainer Valerie Belenki. Der Wettkampf sei spannend gewesen, habe großen Spaß gemacht - ging aber auch an die Nerven: Denn schon an den Ringen stieg im Stuttgarter Team, ohne den verletzten Starturner Marcel Nguyen angetreten, sichtbar der Frust gegenüber dem Kampfgericht. „Wir fanden nicht alle Entscheidungen richtig. Es ist eben schwierig, mal bekommst du zu viele Punkte, mal zu wenige“, sagt Thomas Andergassen. Das sei im Grunde auch nur ein Beweis dafür, wie „knapp die Liga in diesem Jahr ist“, betont der ehemalige Nationalturner.

Tatsächlich fällt die KTV Obere Lahn nach der Niederlage vom zweiten auf den fünften Tabellenrang. Es kommt nun auf die letzten Wettkämpfe gegen Chemnitz/Halle und Wetzgau an, denn die Teilnahme am Finale in Karlsruhe bleibt das Ziel. Dafür müssen die Biedenkopfer wenigstens Vierter werden. „Wir geben jetzt weiter Vollgas“, verspricht Fabian Hambüchen.

KTV Obere Lahn - MTV Stuttgart 36:37 (Gerätepunkte 5:7; Wettkampfpunkte 330,6:335,5). • Boden 8:4: Paulicks - Sorrer 0:0, Schiller - Wittenburg 0:4, Hambüchen - Pohl 4:0, Morgan - Wirt 4:0. •Pferd 3:8: Lotz - Krimmer 0:5, Quensell - Wittenburg 0:3, Likhovitskiy - Weinert 3:0, Hambüchen - Sorrer 0:0. •Ringe 5:9: Morgan - Andergassen 2:0, Hambüchen - Wirt 3:0, Schiller - Weinert 0:5, Lotz - Wittenburg 0:4. •Sprung 3:3: Hambüchen - Wittenburg 0:0, Schiller - Wirt 0:1, Paulicks - Sorrer 0:2, Morgan - Pohl 3:0. •Barren 6:8: Hambüchen - Krimmer 3:0, Likhovitskiy - Wirt 3:0, Lotz - Weinert 0:4, Paulicks - Wittenburg 0:4. •Reck 11:5: Likhovitskiy - Sorrer 4:0, Lotz - Wittenburg 3:0, Hambüchen - Pohl 4:0, Gauch - Weinert 0:5.

von Benedikt Bernshausen

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