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Bestechung? Vorwürfe vor Aufklärung

Fußball Gruppenliga Bestechung? Vorwürfe vor Aufklärung

Gab es in der Fußball-Gruppenliga Gießen-Marburg Versuche, Spielausgänge zu manipulieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Mittwoch das Regionalsportgericht in Grünberg unter dem Vorsitz von Horst-Günther Konlé. Es wäre in den vergangenen knapp vier Jahrzehnten der erste Fall dieser Art, der vor dem Regionalsportgericht verhandelt wird.

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Das Regionalsportgericht beschäftigt sich morgen in Grünberg mit vermeintlichen Bestechungs­versuchen in der Gruppenliga Gießen-Marburg.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Mittwochabend ab 18 Uhr wird vor dem Regionalsportgericht in Grünberg geklärt, ob es in der Gruppenliga zu Bestechungsversuchen gekommen ist.
Eine Anzeige wegen Bestechungsversuchen hat der VfB Wetter, namentlich der Vorsitzende des VfB, Rolf Beuermann, beim Vorsitzenden des Sportgerichts der Verbandsligen, Horst-Günther Konlé, erstattet. Auslöser der Anzeige sei ein  Telefonat von Thomas Brunet, Trainer der FSG Homberg/Ober-Ofleiden, mit dem Trainer des VfB Wetter, Steffen Schäfer gewesen, in dem Brunet mitgeteilt haben soll, dass ihm für eine Niederlage im Nachholspiel zwischen Homberg und dem FSV Buchenau Geld angeboten worden sei.

Beschuldigter: „So ist da nichts dran“

Auch beim Trainer der SF BG Marburg, Maurice Jauernick, sei im Vorfeld der Partie gegen Buchenau Geld für eine Niederlage angeboten worden. In beiden Fällen soll der Bestechungsversuch vom Spielausschussvorsitzenden des FSV Buchenau erfolgt sein. So steht es in dem der Oberhessischen Presse vorliegenden Schreiben an Horst-Günther Konlé (die OP berichtete). Gestern äußerte sich der Spielausschussvorsitzende des FSV Buchenau zu den Vorwürfen: „So ist da nichts dran“, sagte er. Auch sei er in anderen Zeitungen falsch wiedergegeben worden. „Mehr möchte ich dazu jedoch vor Mittwoch nicht sagen.“ Der Beschuldigte werde morgen mit seinem Rechtsbeistand bei der Verhandlung in Grünberg zugegen sein. „Die Beweislage ist so eindeutig, dass es am Mittwochabend zu 99 Prozent ein Urteil geben wird“, sagte gestern ­Konlé auf Nachfrage der OP.

Diese Aussage spricht dafür, dass der Beschuldigte mit einer Verurteilung rechnen muss. Zumal auch Thomas Brunets gestrige Stellungnahme gegenüber der OP in diese Richtung zielt: „Aus meiner Sicht ist die Anzeige durchaus gerechtfertigt“, sagte Brunet. Detaillierter wollte sich Brunet jedoch nicht äußern: „Dies wird erst am Verhandlungstag geschehen.“ Ähnlich äußerte sich auch Maurice Jauernick: „Es ist ein schwebendes Verfahren. Insofern will ich dazu derzeit nichts sagen.“
Konlé machte indes deutlich, dass morgen nicht nur gegen den Vereinsvertreter, in diesem Fall dem Spielausschussvorsitzenden des FSV Buchenau, ermittelt wird, sondern auch gegen den Verein, den FSV Buchenau, selbst.

Der FSV Buchenau habe keine Kenntnis gehabt

Dieser bezog inzwischen auf seiner Homepage Stellung zu den Manipulationsvorwürfen: „Natürlich nimmt der FSV Buchenau zu den in der Presse bereits dargelegten Manipulationsvorwürfen gegenüber einem Vereinsverantwortlichen des FSV Stellung. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass dies erst nach der Verhandlung vor dem Sportgericht am Mittwoch sein wird. Nur so viel vorab, dies alles geschah ohne Kenntnis des Vorstandes vom FSV Buchenau. Die entsprechenden Konsequenzen wurden bereits gezogen. Wir entschuldigen uns insbesondere nochmals bei den betroffenen Vereinen.“

von Michael E. Schmidt

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