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Bei ihr dreht sich alles ums runde Leder

Jugendfußballerin Mayuko Fuji Bei ihr dreht sich alles ums runde Leder

Die japanische Austauschschülerin Mayuko Fuji spielt bei den Frauen des RSV Roßdorf und leitet als Schiedsrichterin sogar Spiele von Jugendmannschaften. Der Fußball ist in ihrem Leben omnipräsent.

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Ob als Anhängerin, Schiedsrichterin oder Spielerin: Bei der 17-jährigen Japanerin Mayuko Fuji ist der Fußball auch hierzulande nicht wegzudenken.Foto: Yanik Schick

Roßdorf. Im Hannover-96-Kapuzenpulli lehnt Mayuko Fuji an der Wand im Flur des Roßdorfer Sportheims und wartet auf ihren Gesprächspartner. Es sei ihr Lieblingsverein, erklärt sie später grinsend beim Blick nach unten auf das Vereinslogo. Und warum gerade Hannover 96? Hiroshi Kiyotake, ihr Lieblingsspieler, hat mal dort gespielt.Seit dem vergangenen Jahr ist er nicht mehr da. Der filigrane Mittelfeldspieler kickt inzwischen wieder in Japan. Mayuko allerdings ist treue Anhängerin des niedersächsischen Klubs geblieben, verfolgt die Spiele inzwischen auch in Liga zwei.

Man muss sich nicht lange mit der 17-Jährigen unterhalten, um zu bemerken, dass der Fußball omnipräsent ist in ihrem Leben. Seit September ist die Austauschschülerin in Deutschland, sie wohnt bei einer Gastfamilie in Stadtallendorf. Warum sie ausgerechnet nach Deutschland wollte? „Hier wird sehr viel über Fußball gesprochen. Ich dachte, so kann ich hier schnell Freunde finden“, erzählt Mayuko. Seit sie sechs Jahre alt ist, spielt sie selbst. Im Alter von 15 Jahren hat sie als Schiedsrichterin angefangen.

Interesse am europäischen Fußball ist größer

Fußball, das berichtet die Austauschschülerin, hat eine große Bedeutung in ihrer Heimat. „Die Leute interessieren sich sehr für Fußball, aber eher für den europäischen, nicht für den japanischen.“ Wobei sich das bald ein wenig ändern könnte: Mayuko kommt aus Kobe, einer Metropole im Westen Japans mit rund 1,5 Millionen Einwohnern - die Stadt, in der Weltmeister Lukas Podolski ab Sommer seine Karriere ausklingen lässt. „Die Begeisterung für ihn ist schon sehr groß.“

Bis zum Sommer wird die Jugendliche noch in Deutschland bleiben und an der Georg-Büchner-Schule in Stadtallendorf weiter die Sprache lernen. In der Schule in Japan hat sie nie Deutsch gelernt, erst Ende des vergangenen Jahres absolvierte sie einen zweimonatigen Kurs. Verstehen könne sie schon sehr viel, selbst sprechen sei allerdings ungleich schwieriger.

Auch die deutsche Küche begeistert Mayuko

Ihr Plan, über Fußball Anschluss in Deutschland zu finden, ist aufgegangen. Mayukos Gastmutter hat den Kontakt zum RSV Roßdorf hergestellt, bei dem die 17-Jährige in der Frauenmannschaft zweimal pro Woche mittrainieren und ab und an spielen darf. Seit Dezember hat sie einen Spielerpass. Und auch als Schiedsrichterin ist sie mittlerweile aktiv. Fünf Jugendspiele hat Mayuko bereits geleitet - und für weitere Partien ist sie schon angesetzt, berichtet sie stolz. Ihr Ziel sei es, irgendwann einmal in der höchsten Frauen-Liga Japans pfeifen zu dürfen.

Wenn Mayuko im Sommer zurück nach Japan fliegt, hat sie noch ein Jahr bis zum Schulabschluss vor sich. Danach möchte sie unbedingt wieder Deutschland besuchen. Wegen des Fußballs? Klar, aber die Austauschschülerin betont mit einem Lachen, es gebe noch einen zweiten Grund - und der ist (zur Abwechslung) ganz und gar nicht fußballerischer Natur: „Ich liebe die deutsche Küche.“

von Yanik Schick

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