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Lokalsport Bei Bieneck dreht sich alles um Olympia
Sport Lokalsport Bei Bieneck dreht sich alles um Olympia
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00:17 12.10.2018
Victoria Bieneck bei den Deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball am Timmendorfer Strand. Aktuell bereitet sich die frühere Schweinsbergerin auf Olympia vor. Quelle: Archivfoto: Daniel Reinhardt
Marburg

Gemeinsam mit ihrer Teampartnerin Isabel Schneider war Bieneck Anfang September sehr erfolgreich. „Deutscher Meister am Timmendorfer Strand zu werden, gehört zu einem Traum eines Beachvolleyballers. Wir sind sonst überall auf der Welt unterwegs, und so können unsere Familien mal dabei sein. Das war auf jeden Fall ein richtig cooler Abschluss“, sagt die 27-Jährige.

Das Volleyball-Spielen lernte die in Schweinsberg aufgewachsene Sportsoldatin ab dem Jahr 2000 beim TV Wetter – damals noch in der Halle. Dann zog es sie 2006 nach Berlin. Am Bundesstützpunkt spielte sie fortan beim VC Olympia Berlin in der ersten Bundesliga und legte am angegliederten Internat 2009 ihr Abitur ab.

Noch Kontakte in die Heimat

Spielte Bieneck anfänglich ­einige nationale Beach-Turniere­ mit Schwester Felicitas, rückten in den folgenden Jahren die internationalen Turniere in den Vordergrund. Dennoch pflegt sie nach wie vor Kontakte in die Heimat. „Ich bin leider nur noch selten da, aber ich habe auf jeden Fall eine große Verbundenheit“, sagt Bieneck und freut sich, dass neben ehemaligen Vereinskameraden auch die früheren Schulkameraden aus Amöneburg ihren Weg verfolgen. „Gerade bei größeren Erfolgen bekomme ich regelmäßig Nachrichten von Schulkameraden, die das ganz spannend finden.“

Nachdem „Tori“­ 2007 noch in der Halle U-18-Europameisterin wurde, konzentrierte sie sich zunehmend auf den Beachvolleyball, hängte die Hallenschuhe 2012 an den ­Nagel und orientierte sich nach fünf Jahren mit Partnerin Julia Großner noch einmal neu. Mit Isabel Schneider trainiert sie seit vergangenem Jahr in Hamburg. Dort gehören sie zum Kreis der Nationalteams – und bei denen dreht sich in den nächsten zwei Jahren alles um Olympia. Für die Qualifikation heißt es, möglichst viele Weltranglistenpunkte zu sammeln, und dafür schuften die beiden hart.

Bei Olympia "nicht nur dabei sein"

„Wir trainieren immer sechs Tage in der Woche und haben so um die zwölf Einheiten. In der frühen Phase noch mehr – da machen wir aber auch mal Yoga oder Leichtathletik“, sagt Bieneck, die nicht nur für die WM 2019 in ihrer neuen Wahlheimat große Ziele hat: „Wir wollen uns auf jeden Fall für Olympia qualifizieren und da auch nicht nur dabei sein“.

Dabei wird die Qualifikation nicht nur ein internationales Kräftemessen: „Bei den Frauen haben wir ein Luxusproblem. Wir sind gerade in den Top Ten der Welt, zwei andere deutsche Teams sind noch vor uns. Dann haben wir noch zwei weitere Teams in den Top-Zwanzig“, sagt Bieneck über die nationale Konkurrenz.

Teneriffa als zweites Zuhause

Bieneck und Schneider verbringen viel Zeit auf Teneriffa. „Wir wohnen dort ganz normal in Appartements, und es wird immer zu einem kleinen zweiten Zuhause“, schwärmt Victoria von ihrem Lieblings-Trainingslager-Ziel. Bei aller Ausrichtung auf den Sport studiert Bieneck quasi ­nebenbei Wirtschaftsingenieurwesen. „Nur auf Sparflamme“, wie sie sagt, ihren Bachelor-Abschluss hat sie aber bereits in der Tasche.

„Ewig spielt man nunmal nicht“, lässt sie durchblicken und hat dabei nicht nur die berufliche Zukunft im Blick. „Das, was wir da machen, ist eben nicht so familienfreundlich. Deshalb ist es irgendwann nicht nur eine Altersfrage, ob man noch spielt, sondern auch eine Entscheidung für die Familie oder das Privatleben.“

von Philipp Pawlik