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Lokalsport Selbst ein Sieg könnte zu wenig sein
Sport Lokalsport Selbst ein Sieg könnte zu wenig sein
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00:17 12.01.2019
Die Marburgerin Tonisha Baker (am Ball) war im Hinspiel gegen Piestanske Cajky Topscorerin des BC. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

In der vergangenen Saison erreichten die Blue Dolphins das Final-4-Turnier in der Central Europe Women League (CEWL), letztlich sprang der zweite Platz dabei heraus. In diesem Jahr hat der BC Marburg das Erreichen der Endrunde im Europapokal nicht mehr – oder höchstens sehr theoretisch – in den eigenen Händen.

Das Hinspiel verloren die Marburgerinnen in heimischer Halle klar mit 66:78 gegen Piestanske Cajky aus der Slowakei. Doch selbst ein Erfolg mit 13 Punkten Unterschied im Rückspiel an diesem Mittwoch (18 Uhr) würde das Weiterkommen nicht sichern. Denn die Dolphins haben die weitaus schlechtere Korbdifferenz als die beiden anderen Mannschaften, die im abschließenden Spiel am 30. Januar aufeinandertreffen.

Dort bräuchte Marburg dann Schützenhilfe vom tschechischen Vertreter Sokol Hradec Kralove. Ansonsten kämen alle Teams auf 6 Punkte und die Dolphins würden im Dreiervergleich den Kürzeren ziehen – es sei denn, sie gewännen nun mit 35 Punkten Unterschied. Dann wäre dem BC Platz zwei nicht mehr zu nehmen.

Tabellen

Gruppe A
1. Sokol Hradec Kralove
/ 3 Spiele / 225:189 Körbe / 5 Pkt
2. BC Pharmaserv Marburg
/ 3 Spiele / 195:229 Körbe / 4 Pkt
3. Piestanske Cajky
/ 2 Spiele / 138:140 Körbe / 3 Pkt
Nächste Spiele: Piestanske Cajky - BC Marburg (Mi., 9. Jan., 18 Uhr),
Piestanske Cajky - Sokol Hradec Kralove (Mi., 30. Jan., 18 Uhr).

Gruppe B
1. Basket Zabiny Brno
/ 3 Spiele / 277:171 Körbe / 6 Pkt
2. Young Angels Kosice
/ 2 Spiele / 141:156 Körbe / 3 Pkt
3. UBI Graz
/ 3 Spiele / 155:246 Körbe / 3 Pkt
Nächste Spiele: UBI Graz - Young Angels Kosice (Di., 15. Jan., 18.45 Uhr),
Young Angels Kosice - Basket Zabiny Brno (Mi., 23. Jan.).

* Anmerkung: Bei einem Sieg gibt es 2 Punkte, bei ­einer Niederlage 1 Punkt.

Derlei Rechenspiele interessierten BC-Trainer Patrick Unger allerdings herzlich wenig, als er gestern Morgen stark erkältet um 8.50 Uhr in den Zug Richtung Slowakei stieg. Für etwa 20 Uhr war die Ankunft in Piestany geplant. Überhaupt einen Sieg zu holen, wäre schon ein großer Erfolg für den Basketball-Bundesligisten. Der Coach verwies darauf, dass Piestany in der vergangenen Saison immerhin noch in der Euroleague gespielt habe, einem Europapokalwettbewerb des Weltverbands Fiba, für den man sich sportlich qualifizieren muss.

In puncto Professionalität sind die Slowaken dem Bundesliga-Spitzenreiter ebenfalls voraus. So wird Unger die Mannschaft alleine begleiten – Co-Trainer Andreas Steinbach muss arbeiten, auch Physiotherapeut Andreas Allmeroth ist nicht mit dabei. „Wir machen das Beste daraus“, sagt Unger.
Sollte es nichts werden mit dem Erreichen der Finalrunde, wäre das für den BC zu verschmerzen. Schließlich betont Unger immer wieder, dass man sich für den europäischen Wettbewerb in erster Linie angemeldet habe, um die Spielerinnen individuell und die Mannschaft in ihrem Zusammenspiel weiterzuentwickeln. Gleichwohl versprach der Trainer: „Wir werden alles geben.“

Wenn es reichen soll, müssen einige Dinge besser funktionieren als im Hinspiel. „Da haben wir gerade in der zweiten Halbzeit viele offene Würfe liegen lassen und auch kassiert“, blickt Unger zurück. Allerdings habe man in diesem sehr physischen Spiel Paige Bradley schmerzlich vermisst. Die amerikanische Aufbauspielerin fehlte mit einem Bänderriss im Knöchel.

Meisterbesieger mit Selbstvertrauen

Einen Schub wird zweifelsohne der Pokalsieg am Sonntag in Keltern gegeben haben. Nach dem 69:66-Erfolg beim Deutschen Meister steht der BC Marburg im nationalen Pokal schon da, wo er auch international hin will: in der Endrunde. „Das hat unser Selbstvertrauen wieder auf ein normales Level gehoben“, ist Unger nach der Revanche überzeugt – Keltern hatte den Blue Dolphins kurz vor Weihnachten die bislang einzige Saisonniederlage in der ­Liga beigebracht.

In der Partie bei den Rutronik Stars stimmte der Einsatz. Und das will Unger auch in den restlichen Spielen sehen. Dass sich sein Team gegen Piestany voll reinhängen wird, bezweifelt der Coach nicht, denn: „Es gelingt uns immer gegen gute Teams, das Tempo und die Physis hoch zu halten.“ Allerdings würde er sich das gegen jedes Team wünschen, richtet Unger den Blick schon auf den Rest der Saison.

von Holger Schmidt