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Lokalsport Als Tabellenführer zum Titelanwärter
Sport Lokalsport Als Tabellenführer zum Titelanwärter
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00:18 08.10.2018
Steht vor ihrem 232. Bundesliga-Spiel im Marburger Trikot und damit vor einem Rekord: Finja Schaake. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

„Alle wollen, das ist zu spüren“, sagt Patrick Unger. Jetzt gelte es, diesen Willen in „40 Minuten Leistung auf höchstem Niveau“ umzusetzen, fordert der Marburger Trainer vor dem Gastspiel der Blue Dolphins am Samstag (18 Uhr) in der Herner H2K-Arena. „Wir haben bewiesen, dass wir gewillt sind zu kämpfen“, sagt der 35-Jährige im Rückblick auf den klaren Auftaktsieg am vergangenen Samstag gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig (83:54) und den Heimerfolg am Mittwoch gegen die Fireballs aus Bad Aibling (84:69). „Aber es gab eben auch schwächere Phasen.“

Im Herner TC trifft der BC Pharmaserv auf einen Gegner, der in den vergangenen Jahren meist auf Augenhöhe agierte. In der Vorsaison sicherte sich die Mannschaft aus Westfalen in Hin- und Rückspiel gegen Marburg den Bronzeplatz, ein Jahr zuvor war es umgekehrt. Unger spricht von einer „kleinen Rivalität“ zwischen den Clubs, wenngleich das „relativ“ sei, „früher war es noch emotionaler“. Gleichwohl: Auf dem Parkett will er Emotionen sehen – positiver Art, versteht sich. „Wir müssen hart verteidigen und unser Spiel machen“, gibt Unger vor. Er weiß: „Im Vergleich zu unseren bisherigen Gegnern spielt Herne deutlich aggressiver.“ Dass sein Team die Reise zum derzeitigen Ligazweiten als Tabellenführer antritt, ist für ihn „völlig unbedeutend. Wichtig ist, dass wir schon zweimal gewonnen haben. Aber abgerechnet wird erst im April“ – nach den Playoffs.

Herne auch optimal gestartet

Für den Marburger Trainer ist der HTC mit seinem weitgehend aus Vollprofis bestehenden Kader in dieser Spielzeit einer der Titelanwärter. Coach Marek Piotrowski hat die Leistungsträgerinnen der Vorsaison weiter zur Verfügung. Die amerikanische Flügelspielerin Jordan Frericks, die an den ersten beiden Spieltagen insgesamt 27 Punkte erzielte und 15 Rebounds holte, und Laura Westerik, nach den Schwester Loyce und Jill Bettonvil sowie Karin Kuijt, die vierte Niederländerin im Team, sollen die Qualität weiter erhöhen.

Bundesliga Frauen

Herner TC – BC Pharmaserv Marburg (Sa., 18 Uhr), Fireballs Bad Aibling – Eintracht Braunschweig (Sa.,19 Uhr), TK Hannover – TSV Wasserburg (So., 16 Uhr).

Wie Marburg ist auch Herne mit zwei Siegen optimal gestartet: Bei Eintracht Braunschweig gab es zuletzt einen 68:61-Erfolg, zuvor wurden die ChemCats aus Chemnitz beim Season Opening in Keltern mit 78:65 bezwungen. Piotrowski sah bei beiden Partien „noch Steigerungspotenzial“, war aber insgesamt nicht unzufrieden. „Wir haben jetzt vier Punkte aus zwei Spielen und am Samstag wollen wir dann gegen Marburg den nächsten Schritt machen.“

Piotrowski setzt auf einen breiten Kader, gab in den ersten beiden Partien der Saison je zwölf Spielerinnen Einsatzzeit – ebenso wie Unger. Hanna Reeh wird nicht mit nach Herne reisen, sie soll im Zweitliga-Spiel von Kooperationspartner Bender Baskets Grünberg in Mainz zum Einsatz kommen. Alex Wilke verletzte sich am Mittwoch im Spiel gegen Bad Aibling zwar leicht an der Hüfte, ist aber wohl einsatzbereit. Und auch Finja Schaake ist dabei. Die 26-Jährige, seit neun Jahren im Verein, steht vor ihrem 232. Bundesliga-Einsatz im BC-Trikot. Kommt nichts dazwischen, wird sie am Samstag zur alleinigen Marburger Rekordspielerin; Alexandra Keil war zwischen 1998 und 2007 in 231 Erstliga-Partien eingesetzt worden.

von Stefan Weisbrod