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Lokalsport Duell der Ungeschlagenen
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00:34 15.10.2018
BC-Spielerin Johanna Klug hat aus Sicht von Patrick Unger ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft: „Sie muss sich mehr zutrauen“, fordert der Trainer. Quelle: Nadine Weigel

Von einem Spitzenspiel will Marburgs Trainer Patrick Unger nichts wissen. Dabei weist die Tabelle seine Blue Dolphins nach drei Siegen aus drei Spielen als Nummer eins der Bundesliga aus und auch der TSV Wasserburg hat seine bisherigen beiden Partien für sich entscheiden können und rangiert direkt dahinter.

Eine Serie wird also am Sonntag (16 Uhr) in der Gaßmann-Halle zu Ende gehen. Welche? „Das werden wir nach dem Spiel sehen“, wagt sich Unger nicht aus der Deckung und bleibt seinem Credo treu: „Wir wollen auf die richtige Art und Weise Basketball spielen.“ Immerhin etwas: „Wir wollennatürlich gewinnen.“

TSV setzt auch auf Deutsche

Möglich scheint es in dieser Saison, eine Übermannschaft ist der südbayerische Abonnement-Meister der Jahre 2013 bis 2017 nicht mehr. Allerdings habe der amtierende Pokalsieger „smart eingekauft“, wie Unger es formuliert. In Wasserburg ist durchaus ein Philosophiewechsel erkennbar.

„Vielleicht ist die Identifikation ein bisschen verlorengegangen“, mutmaßt der BC-Coach. Jetzt setzt Wasserburg verstärkt auf deutsche Spielerinnen, was Unger in seiner Funktion als Nationaltrainer freut. Gleichwohl verfolgt die dominierende Frauenbasketball-Mannschaft der vergangenen Jahre nicht bloß Ausbildungsziele. „Wasserburg ist ein Kandidat für das Finale“, zählt Unger den Gegner von Sonntag weiterhin zu den Mitfavoriten um die Deutsche Meisterschaft.

In Svenja Brunckhorst, Laura Hebecker und Shootingstar Leonie Fiebich verfügt der TSV über drei Spielerinnen, die für Deutschland auflaufen oder sich zumindest im Dunstkreis der DBB-Auswahl bewegen. Die 1,92 Meter große Fiebich erzielte zum Bundesliga-Auftakt bei Wasserburgs gelungener Revanche für die Finalserien-Niederlage gegen Keltern 14 Punkte und ließ beim Sieg über Hannover 15 folgen.

Für Unger sind die Leistungen der 18-Jährigen, die im Vorjahr nach einem Kreuzband­riss zurückkam und mit Jahn München den Bundesliga-Aufstieg nur knapp verpasste, keine Überraschung. „Sie wird von vielen unterschätzt“, glaubt Unger. Von ihm gewiss nicht, kennt er Fiebich doch von Lehrgängen mit dem Nationalteam: „Sie ist eines der größten Talente, die wir in Deutschland haben.“

Viele einfache Punkte liegengelassen

Hinzu kommen drei starke Amerikanerinnen. Jennifer Schlott dirigiert das Spiel, Jewell Tunstull und Ashley Williams haben ihre Stärken unter dem Korb. Da wird es auch auf die beiden Marburger Neuzugänge Alex Kiss-Rusk und Johanna Klug ankommen. Die Kanadierin sei von Anfang an wertvoll gewesen für den BC. Bei Klug wartet Unger darauf, dass der Knoten platzt: „Sie muss sich mehr zutrauen. Sie macht es nicht schlecht, aber es steckt noch mehr Potenzial in ihr.“

Zuletzt wusste zumindest die Defensive der Blue Dolphins beim 61:54-Erfolg in Herne vollends zu überzeugen. Der Gegner beklagte dabei Schusspech, was Unger nicht so einfach stehen lassen will: „Wir hatten phasenweise Glück, die aber auch.“ Vor allem unter dem Korb habe sein Team viele einfache Punkte liegengelassen. Trotzdem war der Cheftrainer zufrieden, dass seine Schützlinge nach drei Spielen in sieben Tagen „den längeren Atem“ gehabt hätten und in der Defensive noch zulegen konnten. „Wir haben in den letzten fünf Minuten nur noch einen Feldkorb zugelassen. Das soll schon etwas heißen“, findet Unger.

Heimrecht in CEWL getauscht

Zumal die Dolphins fast das gesamte Spiel auf Tonisha Baker verzichten mussten, die früh den Ellenbogen von Kiss-Rusk ins Gesicht bekommen hatte und mit einer Platzwunde über dem linken Auge ausfiel. „Sie kann besser  sehen, es scheint in Ordnung zu sein“, berichtet Unger. Wegen der Schwellung setzte der Marburger Wirbelwind bis Mitte der Woche aber mit dem Training aus.

Unterdessen hat der BC in der CEWL das Heimrecht mit Piestanske Cajky aus der Slowakei getauscht. Somit starten die Marburgerinnen mit zwei Heimspielen am 31. Oktober gegen Sokol Hradec Kralove (Tschechien) und am 7. November gegen Piestanske Cajky in den Europapokalwettbewerb.

  •  Bundesliga Frauen: Donnerstagabend: Eisvögel USC Freiburg - ChemCats Chemnitz 76:53. Eintracht Braunschweig - Eisvögel USC Freiburg (Sa., 18 Uhr), BC Pharmaserv Marburg - TSV Wasserburg, Angels Donau-Ries - Rutronik Stars Keltern, ChemCats Chemnitz - Veilchen Ladies Göttingen, TK Hannover - Fireballs Bad Aibling (alle So., 16 Uhr).