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Lokalsport Dolphins müssen auf Liga-Alltag umschalten
Sport Lokalsport Dolphins müssen auf Liga-Alltag umschalten
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15:15 26.11.2018
Aufbauspielerin Alexandra Wilke überzeugte bei der Nationalmannschaft – wie zuletzt auch im Verein.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Eine wirkliche Pause bedeutete die EM-Qualifikation gegen Belgien und die Schweiz für viele aus dem „Blue Dolphins“ nicht. In Alexandra Wilke, Stephanie Wagner, Marie Bertholdt und Finja Schaake waren gleich vier Leistungsträgerinnen für die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) im Einsatz. Und Bundestrainer Patrick Unger ist ja gleichzeitig auch Vereinstrainer des BC.

Die Vorbereitung auf die Partie am Sonntag (16 Uhr) bei den Flippo Baskets in Göttingen fällt somit entsprechend kurz aus. „Die Zeit bei der Nationalmannschaft ist immer anstrengend, auch vom Kopf her“, sagt Unger. „Wir müssen den Fokus schnell wieder auf den Alltag richten.“ Und der heißt für den ungeschlagenen Spitzenreiter Flippo Baskets, ein Gegner, der in der vergangenen Saison noch als Veilchen Ladies firmierte.

Wenngleich die Göttingerinnen erst drei Siege feiern konnten, ist Unger gewarnt. „In der Liga haben wir in der letzten Saison zweimal recht deutlich gewonnen – und im Pokal dann verloren. Das war auch nach einer Pause“, blickt der Trainer
zurück. Der Gegner ist zudem noch im Rhythmus. Die Göttingerinnen bestritten am Sonntag ein vorgezogenes Spiel in Nördlingen und unterlagen dort nur knapp mit 70:77 nach Verlängerung.

Bradley wieder im Mannschaftstraining

Dabei fehlte die prägende Centerspielerin Verdine Warner wegen einer Schulterverletzung und Theresa Simon, die mit Unger und dem Dolphins-Quartett bei der Nationalmannschaft war. „Wir spielen gegen einen guten Gegner“, sagt Unger. „Die Vorzeichen sind nicht so klar.“ Wenn sein Team nicht das Maximum abrufe, werde es eng – wie gegen Nördlingen.

Denn wie Göttingen musste der BC Marburg gegen die ­Xcyde Angels auch in die Verlängerung und behielt dort knapp mit 104:99 die Oberhand. Bei dem Spiel fehlte Paige Bradley. Die amerikanische Aufbauspielerin, die sich Ende Oktober gegen Freiburg einen Bänderriss im Knöchel zugezogen hatte, ist zumindest teilweise wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

„Sie wird mitfahren“, kündigt Unger an – was aber noch nicht heißt, dass sie auch zum Einsatz kommen wird. Zumal Alexandra Wilke ihre Sache während der Zwangspause ihrer Teamkollegin gut gemacht hat. Auch gegen Belgien (58:77) und die Schweiz (78:52) habe sie „eine Superleistung abgeliefert“, bescheinigte ihr Unger.

Duo mit BC-Vergangenheit Bei Marburg besteht also die Hoffnung auf Bradleys Comeback. Bei Göttingen könnte Warner wieder „unter dem Korb aufräumen“, wie Unger die Stärken der robusten Centerspielerin beschreibt. Beide Teams wären dann in Bestbesetzung. Topscorerin beim Tabellenachten ist die Amerikanerin Cori
Coleman mit durchschnittlich 12,9 Punkten pro Partie.

Team muss schnell Rhythmus finden

Zudem wird es ein Wiedersehen mit zwei alten Bekannten geben. Jennifer Crowder und Alissa Pierce haben eine Marburger Vergangenheit, kamen bei den Blue Dolphins aber nie über die Rolle von Ergänzungsspielerinnen hinaus. „Sie werden motiviert sein“, weiß Unger und hält noch ein Kompliment bereit: „Jenny hat sich echt gut gemacht.“

Hinzu komme noch Neu-Nationalspielerin Theresa Simon, die in den beiden EM-Qualifikationsspielen jedoch ohne Einsatz blieb. Gleichwohl gehen die Marburgerinnen als ungeschlagener Tabellenführer als Favorit ins Spiel und wollen ihre Serie auf neun Siege ausbauen. „Ob wir gleich unseren Rhythmus haben, bleibt abzuwarten“, baut Unger einem möglicherweise holprigen Start vor.

Wie es gehen kann, hatte vor zwei Wochen der Tabellenzweite aus Herne vorgemacht. Der HTC ließ Göttingen beim 74:46 keine Chance, schon zur Pause war das Spiel beim Stand von 45:18 entschieden. Mit harter Defense und guter Rebound-Überlegenheit zog das Team aus dem Ruhrpott den Flippo Baskets den Zahn.

von Holger Schmidt