Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Der siebte Streich könnte folgen
Sport Lokalsport Der siebte Streich könnte folgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 06.11.2018
Die 18-jährige Hanna Reeh (rechts) bekam am Mittwochabend im Europapokalspiel gegen Hradec Kralove längere Einsatzzeiten und steht auch gegen Saarlouis im Kader. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Blickt man allein auf die Papierform, sollten die „Blue Dolphins“ am Sonntag im siebten Bundesligaspiel der laufenden Saison Sieg Nummer ­sieben einfahren. Selbst Marburgs Cheftrainer Patrick Unger ist sich bewusst, dass sein Team bei den 
Royals des TV Saarlouis am Sonntag (16 Uhr) die Favoritenrolle einnimmt: „Wenn man gegen drei Topteams der Liga – Herne, Wasserburg und Keltern – gewinnt, dann ist auch mir klar, dass alles andere als ein Sieg für uns eine Enttäuschung wäre.“

Hinzu kommt, dass Saarlouis zuletzt beim Aufsteiger Braunschweig verloren hat, der damit seinen ersten Saisonsieg feierte. Marburgs Gegner Saarlouis weist bislang aus vier Spielen zwei Siege und zwei Niederlagen auf. Unger dachte gar, dass die 
„Royals“ schlechter in die Bundesliga starten würden. „Mit zwei Siegen habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Da habe ich die Mannschaft wohl etwas unterschätzt“, räumt er ein und ergänzt: „Dies werde ich am Sonntag sicherlich nicht tun.“

Unger: Wollen uns von Spiel zu Spiel steigern

Offensichtlich ist es Saarlouis‘ Headcoach Ondrej Sykora gelungen, in kurzer Zeit aus vielen jungen Einzelspielerinnen ein ehrgeiziges und harmonisches Team zu formen, dem es allerdings noch an Stabilität in der Defensive zu fehlen scheint. Allerdings sei dies für Patrick Unger und sein Team alles irrelevant.

„Unter dem Strich beschäftigen wir uns nicht damit, ob wir Favorit sind oder nicht. Nach wie vor gilt, dass wir allein auf uns schauen und nicht auf den Gegner. Wir arbeiten von Woche zu Woche hart und wollen uns von Spiel zu Spiel steigern“, sagt Unger, der mittelfristig auf eine seiner Schlüsselspielerinnen verzichten muss.

Verantwortung liegt auf mehreren Schultern


Paige Bradley zog sich im vergangenen Bundesligaspiel gegen Freiburg (86:65) einen doppelten Bänderriss im linken Fuß zu und wird wohl vier Wochen ausfallen. Das Positive: Während dieser Zeit pausiert die Bundesliga zwei Wochen wegen der anstehenden EM-Qualifikationspiele der Nationalmannschaft am 17. November (19.30 Uhr) in Marburg gegen Belgien und vier Tage später in Wolfenbüttel gegen die Schweiz.

Der Ausfall von Bradley ist indes eine Chance für Alex Wilke und auch Hanna Reeh, die beide auf Bradleys Position spielen können. „Alex hat ihre Sache ohnehin bislang sehr gut gemacht. Dass sie jetzt noch mehr Einsatzzeiten erhält, kann nur von Vorteil sein. Hanna ist ebenfalls gut drauf. Doch liegt die Last jetzt nicht allein auf den Schultern dieser beiden Spielerinnen, sondern alle anderen müssen eben noch mehr Verantwortung übernehmen“, fordert Unger.

Kapitänin Yohn ist angeschlagen

Der Trainer hofft, dass Bradley in der Partie in Göttingen (25. November) wieder einsatzbereit sein wird, wolle aber nichts überstürzen. „An erster Stelle steht die Gesundheit. Erst wenn sie völlig genesen ist, wird sie wieder spielen.“ Bis auf Bradley kann der BC auf alle Spielerinnen zurückgreifen.

Leicht angeschlagen ist Katlyn Yohn. Sie schlägt sich mit einer Erkältung herum. „Das ist in dieser Jahreszeit üblich. Ich hoffe mal, dass es die nächsten Wochen nicht zu viele treffen wird“, sagt Unger, der davon überzeugt ist, dass sein Team sein Potenzial am Sonntag in der Stadtgartenhalle in Saarlouis abrufen wird.

von Michael E. Schmidt

7. Spieltag

TSV Wasserburg - Herner TC (Sa., 19 Uhr),
USC Freiburg - TK Hannover (Sa., 19.30 Uhr),
Angels Donau-Ries - ChemCats Chemnitz,
Flippo Baskets Göttingen - Fireballs Bad Aibling,
Rutronik Stars Keltern - Eintracht Braunschweig,
TV Saarlouis Royals - BC Pharmaserv Marburg (alle So., 16 Uhr).