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Lokalsport BC Pharmaserv siegt zum zehnten Mal
Sport Lokalsport BC Pharmaserv siegt zum zehnten Mal
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00:18 06.12.2018
Die Marburgerin Katlyn Yohn (links) wird von Inken Henningsen (Hannover) bedrängt. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Der BC Pharmaserv Marburg verzeichnete am Samstag vor 475 Zuschauern in der Sporthalle am Georg-Gaßmann-Stadion nach einem eher glanzlosen Spiel einen 60:51- (28:31)-Erfolg gegen TK Hannover.

„Im ersten Abschnitt haben wir nicht so schlecht verteidigt und uns für den zweiten Abschnitt vorgenommen, ruhig zu bleiben. Unsere Würfe kamen gerade nicht so wie gewünscht, aber auch solche Spiele gibt es, und die muss man auch gewinnen. Und Hannover ist ja kein schlechtes Team, gerade in der Verteidigung“, sagte Marburgs Head Coach Patrick Unger.

„In der zweiten Halbzeit fehlte uns teilweise die Konzentration. Um beim Spitzenreiter zu gewinnen, brauchen wir ein perfektes Spiel, aber uns unterliefen einige Fehler“, sagte Hannovers Assistant Coach David Bunts. „Während wir die erste Halbzeit kontrolliert hatten, haben wir im zweiten Abschnitt eher reagiert. Es sind Kleinigkeiten, die sich aber durch’s ganze Spiel hindurch ziehen und summieren“, gab Hannovers Mannschaftskapitän Birte Thimm zu Protokoll, die zwei Jahre in Marburg spielte.

Bradley mit Buzzerbeater

Schon die Anfangsphase sollte einen Hinweis auf den weiteren Verlauf des Spiels geben. Beide Mannschaften hatten Schwierigkeiten, den Weg des Balles in den Korb akurat vorzugeben. Nach fast zwei Minuten Spielzeit nahm dann Marburgs Kapitän Katlyn Yohn das Zepter in die Hand und erzielte aus der Nahdistanz die ersten beiden Punkte. Bei Hannover taten sich in der Folge Aliaksandra Tarasava und Thimm hervor: Tarasava glich aus, Thimm, der der freundliche Applaus bei der Mannschaftspräsentation vor dem Spiel anscheinend wohlgetan hatte, warf den ersten Dreier zum 5:2 für die Gäste. Bis auf 13:5 setzte sich Hannover gegen die etwas unsicher wirkenden „Dolphins“  ab.

Doch Yohn mit fünf Punkten und Marie Bertholdt brachten ihre Farben wieder auf 12:15 heran. In der Schlussphase des ersten Abschnitts schien sich Marburg auch wieder gefangen zu haben, Paige Bradley erzielte in der Schlusssekunde das 16:15 zum Viertelende.

Der positive Trend sollte sich im zweiten Viertel aber zunächst nicht fortsetzen. Die ersten sieben Zähler des Abschnitts waren Hannover vorbehalten. Die Führung der Gäste glich Marburg erst drei Minuten vor der Halbzeit mit dem 25:25 aus. Das bessere Ende vor der Pause hatten aber dieses Mal die Gäste, für die Inken Henningsen das 31:28 warf.

Zu wenig Zielwasser

Das Fazit zur Pause: Beiden Mannschaften fehlte vor allem Zielwasser. Bei Marburg fiel auf, das von der Drei-Punkte-Linie nur einer von acht Versuchen erfolgreich war (Hannover war hier mit fünf von zwölf deutlich genauer). Und bei den vom Korb oder Brett abprallenden Bällen war die jeweils verteidigende Mannschaft deutlich im Vorteil. Im dritten Abschnitt mussten die Gastgeberinnen zwar noch zweimal einen Sechs-Punkte-Rückstand akzeptieren (28:34, 30:36), dann aber stabilisierten sie sich, während nun Hannover abbaute.

Die Punkte zur 40:38-Führung des BC verbuchte Alexandria Kiss-Rusk für sich, die ansonsten in diesem Spiel weit unter ihrer gewohnten Trefferquote blieb, sich im zweiten Abschnitt indes unter dem eigenen Korb auszeichnete. Hannover hatte schon nach sechs Minuten seine fünf Teamfouls angesammelt, davon profitierte der BC zum Viertelende zunehmend. Die Viertelschlusspunkte setzte Kiss-Rusk zum 47:41.

Thimm vermisst „Anleitung von außen“

Der Aufholjagd, die Hannover im vierten Abschnitt angestrebt hatte, setzte zunächst Yohn einen Dämpfer mit ihrem Dreier zum 50:43. Schwerwiegender war für die Gäste indes dann der Ausfall von Thimm durch eine Verletzung an der Nase. „Die Diagnose steht zwar noch aus, ich habe aber das Gefühl, dass die Nase ‚durch‘ ist“, sagte Thimm nach dem Spielende. Haiden Palmer und Tarasava mühten sich zwar redlich, Thimms Fehlen auf dem Feld zu kompensieren, allein fehlte es ihnen an der nötigen Erfahrung. „Da wäre eventuell Anleitung von außen nötig gewesen“, sagte Thimm.

In der immer hektischer werdenden Begegnung gab es nur noch wenige Treffer aus dem Spiel heraus. Beide Mannschaften hatten schon nach der Hälfte der Viertelspielzeit ihre fünf Fouls beisammen und erzielten in der Folge ihre Punkte fast nur noch von der Freiwurflinie. Tonisha Baker traf so zum 60:51-Endstand und durfte schließlich den Sieg mit dem Ball „abprellen“. „Wir taten uns zunächst schwer, sind aber über das ‚Rebounding‘ in das Spiel hinein gekommen. Am Ende bin ich mit dem Resultat ganz zufrieden, besonders über die nur 51 Punkte des Gegners“, sagte Yohn.

Am kommenden Sonntag (16 Uhr) stehen sich die beiden Mannschaften im Pokal erneut gegenüber, dann aber in der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Statistik

BC Pharmaserv Marburg – TK Hannover 60:51
(16:15, 12:16, 19:10, 13:10).
Marburg: Katlyn Yohn (19 Punkte/3 Dreier), Marie Bertholdt (12/1), Stephanie Wagner (7), Tonisha Baker (5), Alexandria Kiss-Rusk (5), Alex Wilke (4), Paige Bradley (4), Finja Schaake (4). Hannover: Haiden Palmer (15/2), Aliaksandra Tarasava (14/1), Birte Thimm (6/3), Inken Henningsen (5/1), Veshaundra Young (4), Mary Mihalyi (3/1), Dragana Gobeljic (2), Ivana Brajkovic (2). Zuschauer: 475.

von Michael Seehusen