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Lokalsport Meister kommt zum Jahresabschluss
Sport Lokalsport Meister kommt zum Jahresabschluss
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00:53 24.12.2018
Alexandra Wilke (Mitte; hier im Spiel gegen den TSV Wasserburg) bestreitet mit dem BC Pharmaserv Marburg diesen Freitag das letzte Spiel des Jahres. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Noch einmal die letzten Kräfte mobilisieren, dann sind Ferien. Marburgs Trainer Patrick Unger sieht die ­Favoritenrolle beim Gegner – obwohl die Zahlen für sein Team sprechen.
In Vorfreude auf Weihnachten sind sie, müde nach anstrengenden Wochen auch. Vor allem aber sind die Marburger Bundesliga-Basketballerinnen fokussiert aufs dieses letzte Spiel des Kalenderjahrs (19 Uhr; Georg-Gaßmann-Halle). „Alle wollen, alle haben Bock auf das Spiel“, berichtet Unger. Fast alle jedenfalls.

Kim Winterhoff fehlt aufgrund einer Fußverletzung, Tonisha Bakers Einsatz ist fraglich. Bei der US-Amerikanerin, die aufgrund einer Zerrung bereits beim 82:68-Sieg am vergangenen Sonntag in Chemnitz passen musste, „werden wir kein unnötiges Risiko eingehen“, sagt der BC-Coach. „Wenn wir die Befürchtung haben, dass es schlimmer wird, werden wir sie nicht einsetzen.“

Unger von Kelterns Abschneiden überrascht

Dabei wären die Aussichten der Blue Dolphins mit der 28-Jährigen, die eine überragende Saison spielt, sicherlich besser. Auch wenn der BC Pharmaserv ungeschlagen durch die Hinserie gekommen ist, auch wenn die Gäste aus Keltern bereits vier Begegnungen – inklusive des Hinspiels Ende Oktober – verloren haben: Unger sieht den amtierenden Meister als Favorit in diesem Spiel.

12. Spieltag

Xcyde Angels Nördlingen - Flippo Baskets Göttingen 77:70 (am 18.11.)
BC Pharmaserv Marburg – Rutronik Stars Keltern,
TV Saarlouis Royals – Eisvögel USC Freiburg,
TSV Wasserburg – TK Hannover (alle Fr., 19 Uhr),
Herner TC – ChemCats Chemnitz (Fr., 19.30 Uhr).

Denn: „Der Kader gibt es eigentlich nicht her, dass man in einer halben Saison viermal verliert. Da spielen keine No-Names, sondern Nationalspielerinnen aus verschiedenen Ländern, wenn auch leider in Emma Stach nur eine aus Deutschland“, sagt Unger, der auch Chefcoach der Nationalmannschaft ist.

Die Kanadierin Kimberley Pierre-Louis ist mit durchschnittlich gut 14 Zählern pro Partie Topscorerin der „Sterne“, auch die Serbin Marina Markovic punktet pro Spiel zweistellig. Knapp 73 Punkte erzielt der derzeitige Bundesliga-Vierte statistisch pro Begegnung – ein guter, aber kein Topwert.

Als „Schlüssel zum Erfolg“ sieht Unger eine konzentrierte Defensivleistung, wie phasenweise beim 67:62-Auswärtssieg im Hinspiel. „Das war allerdings kein gutes Spiel, beide Mannschaften haben viele Fehler gemacht und einige freie Würfe vergeben“, blickt der Marburger Trainer zurück. Gegen eine Wiederholung des Ergebnisses hätte er aber natürlich nichts.

Kelterns Chef will Ausrufezeichen setzen

Die Gäste aus Baden-Württemberg hingegen schon. Der Vorsitzende Dirk Steidl hat gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“ angekündigt: „Wir wollen in Marburg ein Ausrufezeichen setzen.“ Trainer Christian Hergenröther hat im spielerischen Bereich noch Defizite ausgemacht. „Wir müssen hellwach sein, uns viel bewegen, gut verteidigen und gut treffen“, gibt er vor. Beim jüngsten 82:64-Sieg gegen die Saarlouis Royals gelang ihnen das recht gut, da mussten sie aber auch gegen das Schlusslicht und nicht gegen den Tabellenführer ran.

Dass sein Team im Bundesliga-Klassement derzeit ganz oben steht, ist für Unger zweitrangig. Er hat den Gegner für die Meisterschaft nach wie vor auf dem Zettel: „Letztlich zählt es, wie man in den Playoffs drauf ist. Ob man vorher Erster, Vierter oder Achter war, ist völlig egal, wenn man in der entscheidenden Phase die Spiele gewinnt.“

von Stefan Weisbrod