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Lokalsport Kiss-Rusk drückt Spiel den Stempel auf
Sport Lokalsport Kiss-Rusk drückt Spiel den Stempel auf
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00:17 07.10.2018
Alex Kiss-Rusk (blaues Trikot) war nicht nur von der Körpergröße her die überragende Spielerin beim ersten Heimspiel der Blue Dolphins bei. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

„Wir hatten wirklich gute Phasen“, fasste Alex Kiss-Rusk den Sieg bei ihrem Heimdebüt zusammen. „Vor allem im dritten Viertel.“ Die 24-Jährige bot bei ihrem Heimdebüt vor 450 Zuschauern eine ganz starke Vorstellung und drückte der Partie mit 26 Punkten und 10 Rebounds den Stempel auf.

Mit ihrer eigenen Leistung wollte sich die 1,93 Meter große Kanadierin aber gar nicht aufhalten. Auch die zwei erfolgreichen Dreipunktwürfe – eine ungewöhnliche Qualität für eine Centerspielerin – stellte sie nicht in den Vordergrund. „Ich habe an meinen Schüssen von außen gearbeitet“, sagte Kiss-Rusk nur. „Das fügt meinem Spiel ein neues Element hinzu und öffnet die Mitte für andere Spielerinnen.“ Klar: Wenn die großen Spielerinnen des Gegners Kiss-Rusk sogar an der Dreier-Linie verteidigen müssen, werden sie unter dem Korb weggezogen und dort entstehen Räume.

Jubel bei den BC-Damen über das erste Heimspiel. Gewonnen!

Lob für Kiss-Rusk gab es dafür von den Mitspielerinnen. „Es ist schön, so eine große Spielerin unter dem Korb zu haben, die man leicht finden kann im Angriff und die die Dinger verlässlich macht“, kommentierte Finja Schaake die Leistung ihrer neuen Teamkollegin. Mit der Kanadierin habe man „ein gutes Gesamtpaket“ hinzugewonnen, sie arbeite auch in der Defensive und könne gegnerische Würfe blocken. „Größe hilft manchmal doch“, fasste Schaake schmunzelnd zusammen.

Die ersten Heimpunkte der Saison machte der zweite Neuzugang. Johanna Klug traf erst aus dem Feld und dann einmal von der Freiwurflinie zum 3:0. Danach schafften es die Marburgerinnen allerdings nicht, sich abzusetzen. Die kleine, wuselige Mannschaft der Fireballs ging das hohe Tempo, das die Dolphins vorlegten, problemlos mit. Zwischenzeitlich führte Bad Aibling angetrieben von Lena Bradaric und Cyrielle Recoura sogar mit 17:12.

Schaake: Unsere Defense vor der Pause ging gar nicht

Doch nach einer Auszeit von BC-Coach Patrick Unger gelangen erst Katie Yohn und dann Kiss-Rusk Dreier zur Führung. Am Ende des Viertels zauberten die Dolphins sogar: Alexandra Wilke passte hoch an den Korb, Yohn sprang, fing den Ball in der Luft und verwandelte direkt – per sogenanntem Alley-oop – zum 24:21. Wilke verletzte sich später bei einem harten Aufprall an der Hand, konnte aber am Ende der Partie schon wieder mitwirken.

Ähnlich ausgeglichen blieb es auch bis zur Pause. Was vor allem daran lag, dass die Gäste trotz der Marburger Größenvorteile zu leichten Punkten unter dem Korb kamen. Unger hatte bei seinen Schützlingen „Angst vor der Verteidigung“ ausgemacht: „Wir haben nicht unser Konzept umgesetzt. Das hat mich am meisten geärgert. Neben den vielen Rebounds, die Bad Aibling geholt hat.“

42 Punkte zuzulassen sei zu viel gewesen für eine Halbzeit, sagte Schaake. Die Mannschaft schwor sich in der Halbzeitpause also ein: „Das geht gar nicht, wir müssen uns mehr anstrengen“, berichtete Schaake – wobei die Wortwahl in der Kabine eine andere gewesen sein dürfte. „Wir haben sie machen lassen, was sie wollten – und nicht das, was wir wollten“, erklärte Kiss-Rusk.

Trainer mit Freudenschreien und geballten Fäusten

Im dritten Viertel stoppte Marburg den Gegner in Eins-gegen-eins-Duellen und erzielte dadurch Ballgewinne. „Wir sind noch besser ins Laufen gekommen“, fand Unger, der offensiv auch schon von Hälfte eins angetan war. Schnell setzte sich Marburg von 48:42 auf 61:44 ab und hatte die Partie damit praktisch entschieden. Bad Aibling biss sich an der Defensive des BC die Zähne aus. Bei zwei Angriffen hintereinander ließen die Dolphins während der 24-sekündigen Angriffszeit keinen Wurf der Fireballs zu – was Unger mit einem Freudenschrei und geballten Fäusten honorierte.

84:69 hieß es am Ende. Braunschweig zum Auftakt sei kein Gradmesser gewesen, befand Unger. Aibling sei immerhin im Vorjahr Playoff-Viertelfinalgegner gewesen, mit nahezu gleichem Team. Wo seine Mannschaft stehe, könne er aber noch nicht sagen. Es sei ihm auch egal, denn: „Es geht darum, dass wir richtig Basketball spielen.“

von Holger Schmidt

Statistik

BC Pharmaserv Marburg – Bad Aibling Fireballs 84:69 (24:21, 24:21, 19:7, 17:20)

Marburg: Wilke 7/1 Dreier, Bertholdt 4 (8 Rebounds), Sola, Reeh, Schaake 7/1, Yohn 14/2, Klug 7, Winterhoff, Baker 10/2, Kiss-Rusk 26/2 (10 Reb.), Bradley 7/1 (8 Assists), Wagner 2.

Bad Aibling: Shaw 2, Sokman 4, Engeln 6, Bradaric 8/2, Hartmann 17/1, Recoura 11/1, Sherbert 21/5.

Zuschauer: 450.