Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Barthelds Traumtore sichern Eintracht einen Punkt

Fußball-Hessenliga Barthelds Traumtore sichern Eintracht einen Punkt

Gegen Borussia Fulda gerät Stadtallendorf früh in einen 0:2-Rückstand, den Kevin Bartheld noch im ersten Durchgang mit zwei Traumtoren egalisieren kann. Mehr als ein Punkt ist für die Sicaja-Elf aber vor allem wegen eines Platzverweises nicht drin. 

Voriger Artikel
Erste Bewährung für Blue Dolphins
Nächster Artikel
Nach Niederlage: neue Chance am Montag

Stadtallendorfs Kevin Bartheld (weißes Trikot) - hier im Spiel gegen Hadamar - erzielte zwei sehenswerte Treffer gegen Borussia Fulda.

Quelle: Miriam Prüßner

Stadtallendorf. Es ist die 43. Minute, als Muhamet Arifi frustriert den Platz verlässt. Und dem Spielverlauf damit einen Wendepunkt mitgeben wird. Eintracht-Trainer Dragan Sicaja ärgert sich enorm über die gelb-rote Karte, denn Arifi – im 4-1-4-1-System der Stadtallendorfer als Abräumer vor der Viererkette aufgestellt – war bis zu diesem Zeitpunkt einer der Schlüsselspieler. Er lief viel, gewann Zweikämpfe und kurbelte das Spiel der Gastgeber immer wieder an. Doch dann, kurz vor der Halbzeit beim Stand von 2:2., handelt sich der „Sechser“ binnen weniger Sekunden einen Platzverweis ein: Er beschwert sich über eine Entscheidung des Schiedsrichters Patrick Werner (Rüsselsheim), sieht Gelb, und weil er damit nicht aufhören will, gibt’s direkt hinterher Gelb-Rot.

„Ich will den Schiedsrichter nicht kritisieren. Aber er hat uns damit schon aus dem Konzept gebracht“, sagte Sicaja später. In der Tat muss sich Werner den Vorwurf gefallen lassen, dass seine strenge Linie, durch die fast jede etwas härtere Aktion mit Gelb bestraft wurde, nicht griff. Gerade als die Stimmung im turbulenten ersten Durchgang hochkochte, hätten mehr Ruhe und Besonnenheit seitens des Unparteiischen dem Spiel gut getan.

Sicaja: "Respekt vor der Mannschaft"

Stadtallendorf jedenfalls musste nach Wiederanpfiff in Unterzahl gegen immer stärker werdende Fuldaer ankämpfen. Die Borussia spielte auf Sieg und hatte einige Chancen zum 3:2 – die beste vergab Leon Pomnitz, der in der 67. Minute aus kurzer Distanz nur die Latte traf. Ärgern wollte sich Gäste-Trainer Thomas Brendel nach dem Spiel ob des vertanen Sieges aber nicht. „Stadtallendorf stand auch zu zehnt sehr gut organisiert in der Defensive. Wir können zufrieden sein mit dem 2:2.“ Die Eintracht hatte in Halbzeit zwei indes nur noch eine Top-Gelegenheit zum Siegtreffer, als der eingewechselte Okay Yildirim eine scharfe Hereingabe von Laurin Vogt knapp am Tor vorbei schoss (75.). Ansonsten aber fokussierten sich die Hausherren auf die Defensive, gegen Ende wurden beim einen oder anderen auch die Beine etwas schwer. „Uns war in der Halbzeit klar, dass jeder noch einmal zehn Prozent mehr geben musste. Ich habe Respekt vor der Mannschaft, es war eine Top-Leistung“, so Sicaja.

Schwierig zu sagen, wie die Partie ohne den Platzverweis für Muhamet Arifi ausgegangen wäre. Sicherlich hätte die Eintracht in den zweiten 45 Minuten mehr Druck in der Offensive entwickeln können. Denn schon in der ersten Hälfte waren die Stadtallendorfer das spielbestimmende Team. Die Gegentreffer, die trotzdem zum frühen 0:2-Rückstand geführt hatten, waren nach identischem Muster gefallen. Auf den Außenbahnen verteidigten die Sicaja-Schützlinge zu nachlässig. So war es in der elften Minute zunächst Kristian Gaudermann, der sich von Fuldas Dennis Müller ausspielen ließ. Dessen Hereingabe schob Matija Poredski zum 1:0 für die Gäste ein. Torhüter Manuel Bachmeier, der den am Oberschenkel verletzten Hrvoje Vincek vertrat, war chancenlos. Sechs Minuten später ließ Ceyhun Dinler auf der linken Seite Leon Pomnitz zu viel Platz. Der Borusse durfte unbedrängt in die Mitte flanken, und dort war es diesmal Marius Müller, der nur noch den Fuß zum 2:0 hinhalten musste. „Wir bekommen den Ball jeweils in den Rücken der Abwehr. Da haben wir uns einfach falsch positioniert“, analysierte Dragan Sicaja.

Eintracht gibt Tabellenführung ab

Doch die 510 Zuschauer im Herrenwaldstadion mussten nicht lange auf die passende Antwort der Stadtallendorfer warten. Kevin Bartheld verkürzte in der 21. Minute zunächst zum 1:2. Sein Schuss aus rund 20 Metern senkte sich über Borussia-Keeper Kenan Mujezinovic genau in den Winkel. Noch einen Ticken schöner wurde es dann in der 27. Minute, als Bartheld einen Eckball direkt zum Ausgleich verwandelte.

Weil Hessen Dreieich parallel mit 2:1 gegen Seligenstadt gewann, musste die Eintracht die Tabellenführung vorübergehend abgeben. Doch schon am Montag, 15 Uhr, ist die Mannschaft von Dragan Sicaja gegen den FC Bayern Alzenau wieder im Einsatz.

Stenogramm:

Tore: 0:1 Matija Poredski (11.), 0:2 Marius Müller (17.), 1:2, 2:2 Kevin Bartheld (21., 27.).
Stadtallendorf: Bachmeier – Gaudermann, Vidakovics, Völk, Dinler – Arifi – Vogt (83. Ademi), Vier, Bartheld, Heuser (68. O. Yildirim) – Williams (80. U. Yildirim).
Fulda: Mujezinovic – Ernst, Fuß, Gröger, Jerkovic (60. Bahssou), D. Müller (83. Rummel) – Pomnitz, Jaksch, Milankovic (60. Alles), Poredski – M. Müller.
Zuschauer: 510. Gelb-Rot: Muhamet Arifi (Stadtallendorf, 43.). Gelb: Bartheld, Dinler, Vidakovics, O. Yildirim – Milankovic, Poredski, D. Müller. Schiedsrichter: Patrick Werner (Rüsselsheim). Beste Spieler: Vidakovics, Vier, Bartheld – Pomnitz, Poredski. 

 

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel
De Höhner in der Stadthalle

Kultband „Höhner“ machte Marburg vor 470 begeisterten Fans im Erwin-Piscator-Haus zum Kölner Stadtteil