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Lokalsport BC wird seiner Favoritenrolle gerecht
Sport Lokalsport BC wird seiner Favoritenrolle gerecht
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12:01 09.11.2018
Finja Schaake (in dieser Szene im Europapokal gegen Hradec Kralove) erzielte gestern in Saarlouis für Marburg 17 Punkte. Quelle: Michael Hoffsteter
Saarlouis

Trotz ­einer kleineren Schwächephase im zweiten Viertel hat der BC Pharmaserv beim TV Saarlouis nichts anbrennen lassen und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. 92:65 lautete das Endergebnis. Unter dem Strich eine klare Sache.

„In der Tat hat mir das zweite Viertel nicht so gut gefallen. Da haben wir den Gegner wieder ins Spiel kommen lassen. Wenn man aber 20 Punkte Vorsprung hat, nimmt man zwangsläufig etwas Energie heraus. Insgesamt bin ich trotzdem total stolz auf meine Mannschaft“, sagte Marburgs Cheftrainer Patrick Unger. Jede Spielerin hatte ihre guten Szenen. Der Teamgeist sei hervorragend gewesen.

Und dies ist es, was den BC seit Beginn der Saison auszeichnet. Fest stand bereits vor der Partie in Saarlouis: Wer in der noch jungen Spielzeit gegen den Meister, den Vizemeister und den Drittplatzierten der Vorsaison gewinnt, zudem sechs Siege aus sechs Bundesligaspielen aufweist, der ist gegen den TV Saarlouis klar favorisiert, ohne die Saarländerinnen schlecht zu reden.

Den Gegner nicht "auf die leichte Schulter" genommen

Das war auch Patrick Unger­ bewusst. Doch oft ist es in ­solchen Situationen schwierig, hoch konzentriert zu bleiben. Schließlich besteht immer die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen – ob man dies will oder nicht. Davon war der BC Pharmaserv Marburg gestern allerdings in der Stadtgartenhalle von Saarlouis weit entfernt. Es lief von der ersten Sekunde an blendend. Keine Spur von Nervosität, keine Spur von „den Gegner auf die leichte Schulter nehmen“ – ganz im Gegenteil. Die Blue Dolphins waren im ersten Viertel hellwach, zeigten vor allem in der Defensive eine starke Vorstellung, ließen die Royals überhaupt nicht zur Entfaltung kommen, zwangen sie vielmehr zu Fehlern.

Der BC indes hatte vor beiden Körben die Rebound-Hoheit und zeichnete sich durch Treffsicherheit aus. Über 19:6 nach fünf Minuten schloss Marburg die ersten zehn Minuten mit einer 27:11-Führung ab. Unger setzte dabei auch auf Alex Wilke in der Starting-Five, die den Part von Paige Bradley übernahm. Bradley fällt nach einem doppelten Bänderriss im linken Fuß voraussichtlich rund vier Wochen aus (die OP berichtete).

Zwar kamen die Gastgeberinnen im zweiten Viertel nach 25:20 etwas heran, dennoch gingen die Marburgerinnen mit einer Führung von elf Punkten (47:36) in die Halbzeitpause. Es sollte nur ein kurzes Aufbäumen der Royals und wahrscheinlich eine kleine Verschnaufpause der Dolphins sein. Denn danach lief es für das Unger-Team wieder wie am Schnürchen. 26:14 im dritten und 19:15 im vierten Viertel brachten den Erfolg für den Favoriten – es war der siebte Sieg im siebten Bundesliga-Spiel. Trotzdem sagt Unger: „Wir müssen und werden weiterhin hart arbeiten, insbesondere die kleinen Fehler ansprechen. Die Saison ist noch lang.“

von Michael E. Schmidt

Statistik

TV Saarlouis Royals - BC Pharmaserv Marburg 65:92

Viertel: 11:27, 25:20, 14:26, 15:19.

Saarlouis: Seraphina Asuamah-Kofoh (4), Hannah Jahn, Ariel Hearn (16/4 Dreier), Esther Fokke (9/1), Helmi Tulonen (10), Helena Eckerle (2), Angela Rodriguez (5/1), Bronaza King-Fitzgerald (15), Kimberly Pohlmann (4).

Marburg: Katlyn Yohn (10/1), Alexandria Kiss-Rusk (10), Tonisha Baker (19), Marie Bertholdt (7/1), Johanna Klug (1), Alex Wilke (11), Stephanie Wagner (9), Maria Sola, Finja Schaake (17/3), Kim Winterhoff (6/1), Hanna Reeh (2).