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Lokalsport Auftaktspiel beim „Klassentreffen“
Sport Lokalsport Auftaktspiel beim „Klassentreffen“
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00:19 01.10.2018
Alexandria Kiss-Rusk (rechts) im Turnierspiel gegen Braunschweigs Shannon Hatch. Die Kanadierin hat sich für den Bundesliga-Auftakt gegen die Eintracht fit gemeldet. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Reise nach Braunschweig hätte Patrick Unger „gern gemacht“, dass sein BC Pharmaserv stattdessen im Rahmen des „Season Opening“ in Dietlingen auf den Aufsteiger trifft, findet der Marburger Trainer aber „noch besser“. Denn: „Das ist eine schöne Veranstaltung. Ich freue mich, dass es sie wieder gibt“, sagt der 35-Jährige über die Saisoneröffnung in der Spielstätte von Titelverteidiger Rutronik Stars Keltern. Am Freitag und am Samstag sind in sechs Spielen alle Bundesligisten an einem Ort aktiv, Am Samstagabend gibt es dann noch eine Gala, an der auch Spielerinnen und Verantwortliche des BC teilnehmen werden. Für Unger „hat das was von Klassentreffen“.

In Keltern, genauer gesagt in Dietlingen, dem größten Ortsteil der zwischen Karlsruhe und Pforzheim gelegenen Gemeinde, müssen die Blue Dolphins am Samstag zu ungewohnter Zeit ran: Um 10.30 Uhr beginnt die Begegnung. „Das ist schon eine Umstellung“, erläutert Unger: „Man will möglichst zwei Stunden vorher in der Halle sein, entsprechend früh muss man aufstehen, frühstücken, aufbrechen.“ Um dies zu simulieren, ist das Abschlusstraining an diesem Freitag bereits um 11 Uhr – was aber auch praktische Gründe hat: Im Anschluss geht es bereits los gen Süden. Weiteres Programm, wie Unger berichtet: „Einchecken ins Hotel, dann schauen wir uns die anderen Spiele an.“ Um 18 Uhr trifft Titelverteidiger Keltern im Eröffnungsspiel auf den enttrohnten TSV Wasserburg, um 20.30 Uhr noch Saarlouis auf Hannover. „Es ist auch eine klasse Gelegenheit, sich mal alle Gegner anzusehen“, sagt Unger. Die weiteren Begegnungen am Samstag – nach dem Marburger Duell mit Braunschweig gibt es noch drei Partien – wird er sich deshalb auch nicht entgehen lassen, denn: „So sieht man oft doch mehr als beim Videostudium.“

Kein unbekannter Gegner

Der Braunschweiger Eintracht ist der BC bereits in der Vorbereitung begegnet: Vor knapp zwei Wochen trafen die Marburgerinnen beim Kaphingst-Cup in eigener Halle auf den Aufsteiger. Überhaupt ist der Gegner nicht so unbekannt, wie es auf den ersten Blick scheint: Als Wolfpack Wolfenbüttel schafften sie in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Bundesliga, die der Vorgängerverein Wolfenbüttel Wildcats 2013 aus finanziellen Gründen verlassen musste. Noch ein Jahr zuvor war in der Kleinstadt vor den Toren Braunschweigs der Meistertitel gefeiert worden. Wiederum finanzielle Gründe führten in diesem Jahr zur Zusammenarbeit mit der eher für ihre Fußballer bekannten Eintracht, die das Aufstiegsrecht und damit den Erstliga-Startplatz übernahm.

BUNDESLIGA FRAUEN

Rutronik Stars Keltern – TSV Wasserburg (Fr., 18 Uhr), TV Saarlouis Royals – TK Hannover (Fr., 20.30 Uhr), Eintracht Braunschweig – BC Pharmaserv Marburg (Sa., 10.30 Uhr), ChemCats Chemnitz – Herner TC (Sa., 13 Uhr), Eisvögel USC Freiburg – Fireballs Bad Aibling (Sa., 15.30 Uhr), Veilchen Ladies Göttingen – Angels Donau-Ries (Sa., 18.30 Uhr; alle Spiele im Schulzentrum Keltern-Dietlingen).

Dass das Turnierspiel gegen die Braunschweigerinnen deutlich mit 86:63 gewonnen wurde, spiele für die Begegnung am Samstag „überhaupt keine Rolle“, sagt Unger, der einen „hoch motivierten“ Gegner erwartet, der aus einem „guten Kollektiv“ bestehe, sich „aber erst finden“ müsse. „Ich hoffe, dass sie das erst nach dem Auftaktspiel werden“, sagt er zwar, betont aber: „Wir wissen, dass wir wenigstens von der Papierform her favorisiert sind. Wir wollen uns auf uns konzentrieren, weniger auf den Gegner schauen. Und wir wollen unsere Leistung bringen, dann werden wir das Spiel gewinnen.“

Alle Spielerinnen dabei

Dabei helfen kann aller Voraussicht nach die Kanadierin Alexandria Kiss-Rusk, die am vergangenen Wochenende beim Pokalspiel in Bad Homburg (85:58-Sieg) umgeknickt war. „Es sieht so aus, dass sie dabei ist“, verrät Unger, der damit personell wohl aus dem Vollen schöpfen kann. Auch Katlyn Yohn, die das Pokalspiel aus persönlichen Gründen verpasst hatte, ist dabei. „Die Stimmung ist gut, die Spielerinnen freuen sich, dass es wieder los geht“, erzählt der Coach, „ich mich auch.“ An diesem Samstag ist es so weit.

von Stefan Weisbrod