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Auf den Abstieg folgt der persönliche Aufstieg

Fußball Auf den Abstieg folgt der persönliche Aufstieg

Trotz des Abstiegs mit den Stuttgarter Kickers sagt Hendrik Starostzik: "Das vergangene Jahr war das lehrreichste meines Lebens." In der nächsten Saison ist der 25-Jährige in der zweiten Liga am Ball.

Noch in Jeans, aber bereits im Dynamo-Trikot - und im Dresdner Stadion: Hendrik Starostzik.

Quelle: Dynamo Dresden

Marburg. Am Ende einer bewegten Saison sitzt Hendrik Starostzik geknickt auf dem Rasen. Er wirkt verloren, als vermummte „Fans“ der Stuttgarter Kickers plötzlich den Platz stürmen und um ihn herum Mitspieler wie Ordner vor Wut bedrängen.

„Ich habe nur Leere gefühlt“, wird er später sagen. Gerade ist klar geworden, dass die Kickers nach einer enttäuschenden Spielzeit den Gang in die Regionalliga antreten müssen.

Auf ihren Handys haben sie mit ansehen müssen, wie Wehen Wiesbaden in der 95. Minute noch ein Tor schoss, sich selbst rettete - und die Stuttgarter damit gleichzeitig in den sportlichen Abgrund drückten. Starostziks Mannschaft selbst hatte kurz zuvor erst in der 88. Minute das entscheidende 0:1 gegen Chemnitz durch einen abgefälschten Schuss kassiert.

Dabei hätte schon ein Punkt definitiv zum Klassenverbleib gereicht. Bitterer hätte das Drehbuch des letzten Spieltags aus Kickers-Sicht also kaum sein können. „Es war wie ein schlechter Film“, erinnert sich Starostzik.

Der gebürtige Marburger wird - das steht inzwischen fest - in der kommenden Runde allerdings nicht mehr das Trikot der „Blauen“ tragen. Nach zwei Jahren in Stuttgart schafft Starostzik seinen bislang größten Karrieresprung, er wechselt zu Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden.

Wie der 25-Jährige im Gespräch mit der OP verrät, gab es schon länger Kontakt zu Dresdens Geschäftsführer Ralf Minge sowie Trainer Uwe Neuhaus. Im April traf sich das Trio zu einem eineinhalbstündigen Gespräch.

Starostzik hat Vertrag bis 2018

„Dynamo glaubt an mich“, berichtet Starostzik, der ein Arbeitspapier bis 2018 erhält, „es ist definitiv eine geile Adresse, bei der man sich gut entwickeln kann“. In Michael Hefele hat der Aufsteiger gerade seinen Abwehrchef und Kapitän nach England verloren.

Nicht wenige trauen deshalb dem Sohn von Ex-VfB-Marburg-Trainer Peter Starostzik das Potenzial zu, in Dresden eine feste Größe in der Innenverteidigung zu werden. „Die Uhren sind auf null gestellt. Ich will viel Spielzeit haben, auch wenn die Konkurrenz natürlich stark ist“, erklärt Starostzik.

Der 1,90-Meter-Abwehrrecke hat seiner eigenen Einschätzung nach bereits in der vergangenen Saison einen großen Sprung nach vorne gemacht. Trotz - oder gerade wegen - der durchwachsenen Leistungen seiner Mannschaft.

Ende des vergangenen Kalenderjahres beispielsweise blieben die Kickers einmal 15 Spiele ohne Sieg. Der Druck aus dem Umfeld nahm merklich zu, die Mannschaft geriet in den Abstiegsstrudel, bekam einen neuen Trainer.

Zum Schluss kämpfte sie sich noch einmal nach oben und stieg dennoch ab. „Es gab so viele Höhen und Tiefen, so viel Stress. Ich habe gelernt, mental auf der Höhe zu bleiben“, bilanziert Starostzik.

Das dürfte ihm allemal eine nützliche Fähigkeit sein, wenn er ab der kommenden Saison vor 32.000 Fans im Hexenkessel von Dresden auflaufen wird.

von Yanik Schick

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