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Am Ende fehlt gegen Topteam die Kraft

Basketball-Bundesliga Am Ende fehlt gegen Topteam die Kraft

Ohne Punkte kehrten die Marburgerinnen aus Herne zurück. Doch was die von Verletzungen und Krankheit gebeutelten Frauen ablieferten, konnte sich mehr als sehen lassen.

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Die Marburgerin Alissa Pierce (rechts) kontrolliert den Ball gegen Emina Karic (Herne). Kurz vor der Halbzeitpause musste sie verletzungsbedingt passen.

Quelle: Melanie Schneider

Marburg. Die rund 30 mitgereisten Marburger Fans hatten ein feines Gespür. Sie erkannten, was ihre Lieblinge beim Tabellenzweiten leisteten. Bis zur Schlusssirene feuerten die Anhänger das Pharmaserv-Team unermüdlich an. Und nach dem Spiel gab‘s viel Applaus. Den hatten sich die Schützlinge von Patrick Unger trotz des 54:66 auch redlich verdient. 40 Minuten waren sie gerannt, hatten sich auf den Ball geschmissen und mit allem, was sie hatten, dagegengehalten. Das war am Ende nicht genug, um einen Überraschungssieg zu landen. Doch dafür standen die Vorzeichen auch zu schlecht.

„Gesund sind eigentlich nur Finja Schaake und mit Abstrichen Julia Köppl“, sagte vor der Partie BC-Physio Andreas Allmeroth. Laura Masek musste trotz eines Außenbandrisses im Knöchel ran. Tonisha Baker quält sich seit Wochen mit Knieschmerzen herum. Brittany Wilson stand mit Knieproblemen nicht im Aufgebot.

Viele im Team erkältet

Birte Thimm und Luana Rodefeld waren wegen einer schlimmen Erkältung erst gar nicht mitgereist. Der Rest des Teams: ebenfalls erkältet. Gerade so spielfähig. Zu allem Überfluss knickte Alissa Pierce kurz vor der Halbzeitpause um und konnte nicht weiterspielen. Die Diagnose steht noch aus. Ob der ganzen Hiobsbotschaften sei man „ohne Erwartungen nach Herne gefahren“, sagte Patrick Unger nach der Partie. „Wir hatten nichts zu verlieren.“

Das schien die Hessinnen jedoch zu beflügeln. „Die Mädels haben unheimlich Moral gezeigt. Jede hat für jede gekämpft. Das Team hat sich endlich gefunden“, freute sich Unger, der nach einer Niederlage selten so entspannt wirkte.

Das siegesgewisse Herner Publikum rieb sich verwundert die Augen, als sein Team nur mit einer Drei-Punkte-Führung ins letzte Viertel ging. Dann machte sich bei den Marburgerinnen der Substanzverlust bemerkbar. Bis auf 66:47 schraubte der HTC das Ergebnis (38.). Doch selbst jetzt trieb der BC-Trainer seine Mannschaft weiter an: „Keep on going“, also etwa „Immer weitermachen!“

Aus dem Spiel

Die Spielerinnen hielten sich daran, gaben trotz schwindender Kräfte keinen Zentimeter Boden kampflos her. 30 Sekunden vor Schluss blockte gar Tonisha Baker einen Dreier-Versuch der einen Kopf größeren Caroline van der Velde. Die Anfangsminuten hatten den Lahnstädterinnen gehört (9:3, 5.). Dann drehte Herne auf. Die aggressive Verteidigung machte dem BC zu schaffen. 14 Ballverluste allein in der ersten Hälfte waren die Folge. Unter dem eigenen Korb überließ das Unger-Team den Gastgeberinnen zu viele Rebounds. Nicht zu stoppen war dabei Teya Wright, mit 22 Punkten und 14 Rebounds auffälligste Spielerin.

Für den BC traf Finja Schaake am besten (17). Beim 23:14 (13.) sah alles nach einer klaren Angelegenheit für Herne aus. Doch die Gäste kämpften sich zurück und gingen durch Kim Winterhoff sogar noch einmal in Führung (41:39, 26.).

Während der HTC von Beginn an munter durchwechselte, bekam Marburg auf den großen Positionen Foulprobleme. Und am Ende ging einfach die Puste aus. Dennoch: „Wir haben uns mehr als gut verkauft“, freute sich Patrick Unger.

von Marcus Richter

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