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Alles kommt auf den Prüfstand

BC Marburg Alles kommt auf den Prüfstand

In der abgelaufenen ­Saison ist der BC Pharmaserv Marburg mit einem ­blauen Auge davongekommen. In der neuen Spielzeit soll sich einiges ändern, der Abstiegskampf kein Thema sein.

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„Ich möchte sehen, dass irgendetwas passiert“: Birte Thimm (2. von rechts) macht ihren Verbleib von den Weichenstellungen der BC-Verantwortlichen für die neue Saison abhängig.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Urlaub gibt es erst, wenn der Kader steht“, sagte Trainer Patrick Unger unmittelbar nach der deftigen 46:75-Niederlage gegen Wasserburg und dem damit verbundenen K.o. in der ersten Playoff-Runde. Bis zur Auszeit vom Basketball könnte es noch eine gewisse Zeit dauern für den Trainer der Blue Dolphins. Denn: „Wir wollen mit allen Spielerinnen Einzelgespräche führen. Es ist alles offen.“

Alles offen bedeutet im Klartext: Keine Spielerin kann sich sicher sein, auch in der neuen Saison das Dolphins-Trikot zu tragen. Von einigen Spielerinnen wird sich der Verein trennen wollen, die Amerikanerinnen Alissa Pierce und Brittany Wilson dürften zu den Streichkandidaten gehören.

Backes: „Wir suchen andere Charaktere“

Derzeit hätten nur zwei Spielerinnen Verträge, sagte der 2. Vorsitzende Björn Backes. Und selbst diese beiden hätten Ausstiegsklauseln. „Wir werden einige Positionen neu besetzen. Wir suchen andere Charaktere“, sagte Backes.

Der Vorsitzende Jürgen Hertlein kam zu einer ganz ähnlichen Schlussfolgerung: „Wir haben uns etwas anderes vorgestellt. Es nützt die beste Einzelspielerin nichts, wenn das Team nichts taugt.“ Man werde nun einiges ändern. „Jetzt beginnt für den Trainer und den Vorstand die wichtigste Phase.“Schmerzlich vermisst wurde in der abgelaufenen Saison neben Kellindra Zackery, deren Verhalten den Verantwortlichen nicht mehr tragbar erschien, vor allem eine Führungsperson, wie es Emiko Smith in der starken Saison 2013/14 war, als der BC die Bundesliga-Hauptrunde als Zweiter abschloss.

Die amerikanische Aufbauspielerin fiel zwar nicht durch spektakuläre Aktionen oder übermäßig viele Punkte auf, organisierte das Spiel aber klug, sorgte für Ruhe und eine gute Teamchemie - auf dem Platz und außerhalb.

Thimm: „Die Chemie hat nicht gestimmt“

„Ich hätte mir gewünscht, dass wir zu dem Zeitpunkt der Saison als Mannschaft weiter sind“, sagte Kapitänin Birte Thimm nach dem Playoff-Aus. Das gelte für alle Bereiche: Offensive, ­Defensive, Teamentwicklung.

„Zum Beispiel hätte ich mir gewünscht, dass wir unsere Systeme auch mal lesen und anpassen und nicht nur durchspielen.“ Zudem habe die Chemie nicht gestimmt, was sich teilweise an der Einstellung auf dem Feld widergespiegelt habe. Ob Thimm ihren Vertrag per Option verlängert, wird auch von den Weichenstellungen der BC-Verantwortlichen abhängen: „Ich möchte sehen, dass irgendwas passiert. Ich bin mit anderen Erwartungen nach Marburg gekommen.“

Fragebogen für potenzielle Neuzugänge

Insbesondere beim Scouting der ausländischen Spielerinnen - drei Amerikanerinnen sollen auch in der nächsten Saison im Kader stehen - wollen die Blue Dolphins alle Register ziehen. Norbert Müller, Vorstandsmitglied des BC und beruflich als Mentalcoach und Supervisor tätig, hat einen Fragebogen entwickelt, den die potenziellen Neuzugänge ausfüllen müssen. Damit soll das Risiko minimiert werden, dass die Spielerinnen charakterlich nicht in die Mannschaft passen.

Den fehlenden Teamspirit hat auch Patrick Unger als eines der Hauptprobleme ausgemacht. „Wir sind mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet. Ich habe aber von Anfang an gesagt: Haltet den Ball flach“, erinnerte der Head-Coach. Letztlich müsse man über den achten Platz glücklich sein.

„Es hätte sogar mehr werden können“, meinte der Trainer, dessen Vertrag kürzlich bis 2017 verlängert wurde. „Wir hätten es alles in allem aber auch nicht verdient gehabt, Siebter zu werden. Jetzt analysieren wir: Was wollen wir ändern, auch von der Spielanlage her?“ Abstiegskampf bis zum Schluss, so viel ist sicher, ist nicht der Anspruch Ungers.

von Holger Schmidt

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