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Adrian Peter schafft Aufstieg in Eliteklasse

Motocross Adrian Peter schafft Aufstieg in Eliteklasse

Für Adrian Peter war es ­eine Saison der Rekorde: Der 18-Jährige war der jüngste Gesamtsieger im Deutschen Motocross-Pokal und der jüngste Deutsche bei einer WM.

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Beim Sidecar-Cross hebt das Gespann auch schon mal ab. „Ab einer gewissen Geschwindigkeit ist es härter als Solo-Motorrad“, sagt Adrian Peter, Fahrer der WSP Zabel mit der Nummer 911. Privatfotos

Bortshausen. Dabei sein war alles. Frei nach dem olympischen Motto genoss Adrian Peter seine ersten Auftritte im Feld der WM-Cracks. Der Motocross-Fahrer aus Bortshausen sammelte dabei wertvolle Erfahrungen. „Wir konnten an zwei Läufen teilnehmen. Leider hat es für die Qualifikation für das Hauptfeld nicht ganz gereicht. 1,1 Sekunden haben gefehlt“, ärgert sich Adrian Peter ein bisschen. Platz 14 belegte er mit seinem zwei Jahre älteren Seitenwagen-Beifahrer Robin Ohl aus Nümbrecht bei Gummersbach in der Hauptquali - die besten zwölf Fahrer qualifizieren sich direkt. Im Hoffnungslauf - „Last Change“ genannt - fehlten dann 1,1 Sekunden.

Gleichwohl ist Adrian Peter mit 18 Jahren der jüngste deutsche WM-Teilnehmer aller Zeiten beim Gespannfahren. „Der erste WM-Lauf im eigenen Land mit vielen Zuschauern - das war schon ein gutes Gefühl“, sagt Peter.

Es war überhaupt eine gute Saison für das Duo. Nicht nur wegen der Starts bei der Qualifikation zu den WM-Läufen in Straßbessenbach (bei Aschaffenburg) und Rudersberg (bei Stuttgart). Zuvor hatten Peter/Ohl den Deutschen Motocross-Pokal gewonnen - Peter war dabei der jüngste Sieger. Fünf der sieben Rennen entschieden die beiden für sich. Den Pokal kann man sich in etwa vorstellen wie beim Fußball die 2. Bundesliga. Durch den Triumph sind Peter/Ohl aufgestiegen und dürfen nun an der internationalen Deutschen Meisterschaft teilnehmen, die in dieser Saison die Schweizer Bürgler/Betschart für sich entschieden.

Als Ziele für das nächste Jahr gibt Adrian Peter forsch an: „Bei der DM unter die ersten Acht kommen.“ Bei 30 Startern ein durchaus ambitioniertes Vorhaben in der ersten Saison. Außerdem möchte Peter „so viele WM-Läufe wie möglich bestreiten“. Allerdings ist das auch eine Geldfrage, denn das Hobby ist kostspielig. Eine rennfertige Maschine kostet etwa 17000 Euro, laufende Kosten wie Transport, Benzin und Instandhaltung kommen hinzu. Außerdem werden einige der zwölf WM-Rennen nicht nur im benachbarten Ausland wie Frankreich oder Belgien, sondern auch in Estland und Lettland ausgetragen. „Das ist nur mit Sponsoren möglich“, sagt Adrian Peter, dessen Vater Harald in den 1980er- und 90er-Jahren selbst im Motocross aktiv war. „Ich wollte auchimmer Rennen fahren“, sagt Adrian Peter. Die Bedingung seines Vaters: „Ich sollte mir die Schuhe binden und Fahrrad fahren können“, erinnert sich der heute 18-Jährige. „Das hat dann keine zehn Tage gedauert.“

Als Fünfjähriger fing er auf einem Mini-Motorrad an, zehn Jahre später folgte der Umstieg aufs Sidecar. Zunächst nur im Ausland, weil das Fahren in Deutschland erst mit 18 Jahren erlaubt ist. „Wir sind fast jedes zweite Wochenende in Holland gewesen“, sagt Adrian Peter.

Jetzt ist er auf seiner WSP Zabel mit der Nummer 911 unterwegs. Mit einer Vorliebe für Porsche habe das aber nichts zu tun, winkt Adrian Peter ab. Robin Ohl hatte, als er noch mit seinem Vater gefahren ist, die Nummer 91. Bei Peter selbst stand zuvor die 1 auf der Maschine. Daraus wurde die 911.

Am Sidecar-Cross ist für Adrian Peter „ab einer gewissen Geschwindigkeit härter als Solo-Motorrad“. Zudem sei es ein Teamsport. „Man muss miteinander harmonieren.“

Bei ihm und seinem Beifahrer Robin Ohl ist das offenbar der Fall. Man habe sich von früheren Rennen gekannt, schließlich sei die Szene in Deutschland nicht sonderlich groß. „Im vergangenen Jahr sind wir zwei, drei Rennen zusammen gefahren“, erzählt Adrian Peter. „Das hat geklappt, auch menschlich.“

Klappen soll es im nächsten Jahr auch mit der Qualifikation für den Hauptlauf bei einem Weltmeisterschaftsrennen. Dann ist dabei sein auch nicht mehr alles.

von Holger Schmidt

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