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80 Punkte helfen in der Weltrangliste

Tennis, Marburg Open 80 Punkte helfen in der Weltrangliste

Die Marburg Open sind für viele Tennisprofis, die auf dem Weg nach oben in der Weltrangliste sind, ein willkommenes Turnier, um die dafür erforderlichen Punkte zu sammeln

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Der Argentinier Horacio Zeballos schlug zweimal bei den Marburg Open auf und war jeweils an Nummer eins gesetzt.Foto: Thomas Breme

Quelle: Thomas Breme mymedia GmbH

Marburg. Die meisten Spieler, die sich für das legendären Rasenturnier in Wimbledon qualifiziert haben, treten dort auch an. Das liegt am Image dieses zur Grand-Slam-Serie gehörenden Turniers, aber auch an der Tatsache, dass selbst nach einer Niederlage in der ersten Runde 30000 Euro in der Kasse klingeln. Dagegen nehmen sich die 5000 Euro, die der Gewinner der Marburg Open erhält, vergleichsweise mickrig aus. Gleichwohl gewinnen die Marburg Open an Attraktivität durch die Punkte, die es dort zu ergattern gibt. Dem Sieger winken immerhin deren 80. Wer in Wimbledon die zweite Runde übersteht, erhält gerade einmal zehn Punkte mehr. Diese Punktzahl erhält man bei einem 250er-Turnier - der nächst höheren Kategorie zu Marburg - erst im Halbfinale. Dass die Marburg Open durchaus ein Sprungbrett für den Weg nach ober sein können, sei an diesen vier Beispielen belegt: Grigor Dimitrov, Horacio Zeballos, Jan Lennard Struff und Andrey Golubev.

Als der Bulgare Grigor Dimitrov nach Marburg kam, war er erst 19 Jahre alt und rangierte in der Weltrangliste auf Rang 359. Er galt schon früh als heißes Eisen auf dem Circuit, zumal er 2008 an der Spitze der ITF-Juniorenweltrangliste thronte. In Marburg musste er dennoch die Qualifikation überstehen, um ins Hauptfeld zu gelangen. Dort bestand er bis ins Halbfinale. Inzwischen war er siebenmal zu Gast auf den Courts in der Willy-Mock-Straße. Zum Jahresabschluss schoss er hoch bis auf Position 112, nachdem er zwischenzeitlich drei aufeinanderfolgende Challenger für sich verbuchen konnte. Aktuell kratzt er als Nummer 12 gar an den Top Ten der Welt.

Jan Lennard Struff dürfte ein besonderes Verhältnis zu Marburg haben, denn er holte dort seine ersten Punkte überhaupt. Bei dem damals noch als Future ausgetragenen Turnier gewann er in Runde eins übrigens gegen seinen Davis-Cup Kollegen Peter Gojowczyk. Das war in 2009. Er verbesserte sich ständig, und zwar in kleinen Schritten. Er brauchte bis zu dieser Saison, um sich in den Top 100 zu etablieren. Beim Heimatturnier in München erreichte der junge Mann das Halbfinale, nachdem er sich durch die Qualifikation gekämpft hatte. Turnierdirektor in München ist übrigens seit vielen Austragungen der Marburger Charity-Pate und Stargast Patrik Kühnen.

Die erstaunlichste Geschichte, die wohl auch am besten verdeutlicht, welche Spielstärke auf Challenger-Turnieren anzutreffen ist, kann ein Argentinier erzählen, der in Marburg zweimal an Nummer eins gesetzt war. Wer kann schon von sich behaupten, gegen Rafael Nadal gewonnen zu haben in einem Endspiel der ATP-Worldtour auf Sand? Der Argentinier Horacio Zeballos kann es. Der Linkshänder hatte im vergangenen Jahr im chilenischen Vina del Mar seine Sternstunde, als er den Dominator auf dem roten Sand mit 6:7, 7:6 und 6:4 bezwang. Nadal hatte bis zum Finale mit Zeballos lediglich 14 Spiele in drei Matches abgegeben.

Der letztjährige Gewinner der Marburg Open, der Kasache Andrey Golubev, griff als Nummer 178 der Weltrangliste in das Turniergeschehen ein. Sein größter Erfolg bis dato war der Triumph am Hamburger Rothenbaum, als er ohne Satzverlust blieb und dabei in Nikolay Davydenko und Jürgen Melzer die Nummern 6 und 15 der Welt aus dem Turnier warf. Mit den 80 Punkten der Marburg Open kletterte Golubev zunächst auf Nummer 142 und enterte die Top 100 dann durch ein gutes Abschneiden bei zwei Events zum Jahresende von 2013 in Russland. Den meisten Tenniskennern in Marburg war schnell klar, dass Golubevs Zukunft auf der großen Tennisbühne liege. Das hat er jüngst eindrucksvoll mit seiner knappen Niederlage gegen Nicolas Almagro in Madrid und durch den Erfolg eine Woche später in Rom über Fernando Verdasco belegt. Bei den French Open hat er am Freitag das Halbfinale erreicht

Ein French-Open-Sieger war auch bereits Gast in Marburg. Gaston Gaudio präsentierte sich dort allerdings als launische Diva und wurde den in ihn gesetzten sportlichen Erwartungen nicht gerecht, sodass es für den TV Marburg in Bezug auf dessen Person hieß: Außer Spesen nichts gewesen.

von Heiko Hampl

(Heiko Hampl ist Vorsitzender des TV Marburg)

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